Wie werde ich schlagfertiger?
Mein Klient, ein aufmerksamer, kompetenter Seniorberater bei einem großen Beratungsunternehmen, ist „nicht auf den Mund gefallen“: Er liefert professionelle Präsentationen ab, ist versiert am Telefon und in anderen beruflichen Situationen.
Nur in einem Fall versagt ihm regelmäßig die Sprache: Wenn er seinem „Chefchef“ begegnet, der ihn gern mit ironischen Kommentaren herausfordert.
Mein Klient beschreibt das, was dann in ihm abläuft, so: „Ich sehe ihn auf mich zukommen und ahne schon, jetzt kommt wieder irgend ein saudummer Spruch, auf den mir nichts einfällt. Dann geht in meinem Kopf die rote Lampe an, alle Gedanken frieren ein und rrrums, schon habe ich wieder eine volle Breitseite kassiert. Ohne Gegenwehr.“
Schlagfertigkeit ist eine gefragte rhetorische Kompetenz im Berufsleben. Sie erfordert Schnelligkeit, Wachheit und Witz. Aber vor allem zwei Dinge sind nötig: Respektlosigkeit – also keine Angst vor großen Tieren, sondern innerliche Augenhöhe! – und die Fähigkeit, auf der „Metaebene“ blitzgeschwind zu analysieren: Was macht dieser Ausspruch mit mir? Welche Funktion hat er, und wie will der Sprecher erscheinen? Wenn Sie das schnell erfassen und in Ihrer Replik spiegeln, ist das Gegenüber entwaffnet. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Die Fähigkeit zur Blitz-Analyse kann man, z.B. im Coaching, relativ zügig trainieren, nur das mit der Respektlosigkeit dauert eventuell etwas länger…

Das finde ich interessant, wie Sie das machen, mit dem Training der Blitz-Analyse. Ich hätte vermutet, dass Analysieren, also Denken, immer ein bisschen zu langsam ist um schlagfertig zu sein. Und das es eher hilft, den denkenden Zensor “abzuschalten” und intuitiv aus dem schnellen Bauch zu feuern.
Ausgesprochen neugierig grüße ich aus Berlin.
Und außerdem Kompliment an Ihren hübschen Blog.
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