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Neues aus Deutschland: Die Frau als Hauptverdienerin?

Kennen Sie eine Internetseite, die „Familienernaehrer.de“ heißt und bei der es um die Rolle des Mannes als Haupt-Brötchenverdiener geht?

Nein? Kein Wunder – so eine Seite gibt es auch nicht.

Schließlich gilt es in Deutschland immer noch als „normal“, daß der Mann die Familie finanziell ernährt. Die Frau schmeißt Haushalt und Familie und verdient vielleicht noch ein „Zubrot“ als schlecht bezahlte Teilzeitkraft.

Dieses  Rollenmodell ist jedoch in Bewegung gekommen, das konnte ich längst beobachten. Mir sitzen oft „starke Frauen“ gegenüber, die in ihrer Partnerschaft oder gar für die Familie den Löwenanteil erwirtschaften.  

Einfach ist das nicht. Mit so einem „Rollentausch“ (!!) erleben beide Partner nicht nur  Akzeptanzprobleme in ihrer Umwelt. Bei Männern wie Frauen nagt das Modell am Selbstverständnis und bei Frauen nagt es insbesondere am Geldbeutel: Denn immer noch verdienen sie in D bei gleicher Position bis zu 24 Prozent weniger als Männer. Da zahlt es sich immer noch aus, die „traditionelle Variante“ zu wählen…

Wundern wir uns also nicht darüber, dass es die Seite http://www.familienernaehrerin.de/ gibt. Immerhin, im fünfköpfigen Vorstand des DGB, der die Seite verantwortet, sitzen zwei Frauen…

Wer führt, führt Krieg – bei der Deutschen Bank

„Ham Se jedient?“  fragt man im Hauptmann von Köpenick den Ex-Sträfling Wilhelm Voigt, als es darum geht, ob er wieder am wilhelminischen Menschsein teilhaben darf. Ohne Militärdienst gibt es keinen Pass und ohne den keine Arbeit.

 Hätten Sie gedacht, dass diese Frage ganz aktuell ist? Dass sie wieder als Türöffner fungiert, nämlich  im „Rekrutierungsverfahren“ der Deutschen Bank,  und zwar  für  das Top-Management?

 Am Wochenende ging es durch die Presse: Joseph –„Joe“ – Ackermann hat beschlossen, US-Offiziere aus dem Irak-Krieg – selbstverständlich mit MBA! – für seine Führungsetagen anzuwerben. Freilich, einen Psycho-Knacks sollen diese Führungs-Kandidaten der Deutschen Bank bitte nicht haben.  Nur, wer kommt schon nach Jahren Kriegserfahrung psychisch gesund nach Hause? Und wenn es solche rein-weißen Krieger gäbe, stimmt doch bei denen im Oberstübchen etwas nicht, oder?

 Aber mal abgesehen von dieser blödsinnigen Annahme, was sagt uns diese Nachricht über Führung in der Deutschen Bank?

 Sie sagt uns, dass Führung Kriegshandwerk ist. Na gut, soweit (im Westen?) nichts Neues. Aber welchen Nutzen liefert dieses Klischee? Krieg – und Wirtschaft, in den oberen Etagen – ist die letzte Männer-Bastion, die es noch gibt.  Bei den US-Streitkräften sind 5 Prozent der Offiziere im Generalsrang weiblich.

Die Botschaft ist also klar: Wir von der Deutschen Bank wollen echte Kerle, die killen können. Frauen aus dem PR-Musikkorps der Deutschen Bank dürfen sie wahrscheinlich „kommmunizieren“, diese Botschaft.  Aber den oberen „Kampfeinheiten“ sollen sie bitte fern bleiben, oder als Sanitäterinnen dienen…

 Gut, das wir das mal geklärt haben. Und Sie da, jenuch jefaulenzt!  Zurück zur Arbeit, aber zack, zack!

 

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Dr. Wiebke Sponagel
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