Donnerstag, 29. September 2011
Wieso passiert mir das immer wieder? -Ratlos mit Ratgebern.
Neulich hat sie eine Auseinandersetzung mit ihrer Vorgesetzten gehabt und mal wieder den Kürzeren gezogen, erzählt eine Klientin. Erst nachher sind ihr die passenden Erwiderungen eingefallen. Sie verstehe das nicht, warum ihr das immer wieder passiert. Sie habe ja auch schon so viele Ratgeber gelesen, und alles nütze nichts…
Tja, was will uns das sagen, wenn alles nichts nützt, noch nicht mal die Lektüre von Ratgebern? Als Ratgeberautorin kann ich da nur sagen, es gibt so ne und so ne: Rezeptbücher und solche, die Impulse für die individuelle Entwicklung geben, und das selbst Denken anstoßen.
Ich würde, statt Lösungen von der Stange zu nehmen, einen anderen Weg vorschlagen: Sich zur Abwechslung mal mit sich selbst auseinander setzen. Gewissermaßen einen Ratgeber für sich entwerfen. Bestimmte, sich wiederholende Vorfälle analysieren und über mögliche Alternativen nachdenken und sie auch ausprobieren. Mit anderen Worten: Selbst denken und handeln.
Guter Rat ist also doch teurer als die paar Euro fuffzig für einen Ratgeber. Er kostet Zeit und Energie für die Selbstreflektion. Aber alleine müssen Sie das nicht machen – es gibt auch menschliche Ratgeber.
Wiebke Sponagel | Reflektion, Selbstcoaching | Keine Kommentare | #
Donnerstag, 08. September 2011
Nein, ja, oder doch nicht? Auf der Suche nach der richtigen Entscheidung
Forrest Gump erfuhr schon früh von seiner Mama, dass das Leben wie eine Pralinenschachtel ist, bei der man nie weiß, was man bekommt. Das Pralinenschachtelige am Leben zeigt sich auch in meinen Beratungen immer wieder, wenn es darum geht, die Entscheidungen meiner Klienten zu begleiten.
Soll ich das Beförderungs-Angebot annehmen? In eine neue Stadt ziehen, hier Freunde und Familie zurücklassen? Soll ich die oder die Weiterbildung machen? Wohin will ich kommen mit meiner Entscheidung? Wird es gelingen?
Heinz von Förster sagt, im Prinzip können wir im Moment des Entscheidens überhaupt nicht sagen, ob sie richtig oder falsch ist. Erst im Rückblick ist das möglich. Eine Entscheidung ist ein Schritt ins Ungewisse und immer auch der Ausschluss von vielen anderen Möglichkeiten. Mit einer Entscheidung komme ich von der vita contemplativa, also vom Überlegen und zurückgezogenen Leben in die vita activa – ins aktive Handeln. Ich übernehme Verantwortung, und möglicherweise auch „Schuld“ – ein Grund, warum Entscheiden nicht immer wirklich gewollt wird.
Zur Vita contemplativa gibt es jetzt überraschende neue Erkenntnisse: Das Grübeln von Depressiven wird neuerdings von der psychologischen Forschung als förderlich fürs Entscheiden gesehen. Demnach führe eine gründliche Analyse letztlich zu besseren Entscheidungen.
Das freilich widerspricht den Forschungen eines Urgesteins auf dem Gebiet des Entscheidungsverhaltens. Nach Gerd Gigerenzer, der am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung fast seit Jahrhunderten mit der Materie befasst ist, sind Bauchentscheidungen die wirklich tragfähigen im Leben. Womit wir wieder bei der Pralinenschachtel wären…
Wiebke Sponagel | Coaching, Entscheidung | Keine Kommentare | #
Mittwoch, 31. August 2011
Spazier-Coaching – nachgefragt.
Wie läuft es eigentlich, Ihr Spazier-Coaching, fragte mich neulich eine Klientin.
Gut läuft’s, antwortete ich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Offenbar habe ich mit meinem neuen Angebot „Spazier-Coaching“ den Nerv der Zeit getroffen – es ist gut nachgefragt. Aber nicht nur die Nachfrage, auch die Resultate zeigen, dass das Entwickeln von Lösungen im Gehen eine gute Alternative ist, bei der man zu überraschenden Ergebnissen kommen kann. Einer meiner Spazier-Klienten zog folgendes Fazit: „Kaum zu glauben, auf was man alles kommt, beim Gehen. Man ist ja sonst manchmal richtig in einer Denk-Blockade…“
Vieles ist anders als sonst. Schon allein das Nebeneinanderher-Schreiten verändert den Blickwinkel auf die Dinge. Man ist wirklich und tatsächlich gemeinsam unterwegs, erlebt sich auch eher als Teil des Ganzen. Auch Ablenkungen – Geräusche, der Hund, der angeblich „nur spielen“ will – gehören dazu, solange man den Weg zurück zum Thema findet. Und ganz nebenbei tut man etwas für seine Gesundheit – denn der Mensch ist zum Gehen gemacht, nicht zum Sitzen.
Lesen Sie dazu auch in der neuen managerSeminare unter dem Titel „Reflexion im Schritttempo“ http://www.managerseminare.de/ePaperTeaser
Wiebke Sponagel | Coaching, work-life-balance | Keine Kommentare | #