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Geschenktes Glück, Coaching als Geschenk?

 

„Schenken Sie Glück“, lautet die Werbebotschaft eines Anbieters aus dem Luxussegment, die funkelnde Brillianten an einer schlanken Frauenhand zeigt. Weihnachtszeit, Geschenkezeit. Wenn es Glück in Tüten gäbe, wären die inzwischen Mangelware. So aber sucht der Weihnachtskunde Stellvertreter dafür, oder wenigstens Geschenke, die anders sind, die Sinn versprechen.

Entsprechend sind Socken out, Wellnessgutscheine und Verwöhnwochenenden aber in. Auf dieser Welle schwappen  zur Zeit etliche Anfragen nach Geschenkgutscheinen für Coachings zu mir rein. Ein Coaching bitte, mit rotem Schleifchen, vom Schenkenden zweifellos gut gemeint. Genau das ist der Haken an der Sache,  fast so wie bei den Socken früher: Der Beschenkte nimmt die Gabe artig an, denkt sich aber: Was soll ich bloß damit?

Es tut mir jedes Mal leid, die eifrigen Stimmen am Telefon einzubremsen, denn Coaching ist keine Gurkenpackung – zumal auch nicht jeder Gurkenpackungen mag. Sein Erfolg hängt ganz elementar von einer Kraft ab: Der Eigenmotivation des Klienten. Der Klient muss es selbst wollen, ein „verschriebenes“ Coaching wird nicht funktionieren. Das kann man sich also gleich schenken, wenn man es wirklich gut meint.

Dreissig, mit oder ohne Coaching?

 

Was haben Sie eigentlich für Klienten, werde ich manchmal gefragt, von Interessenten. Sie wollen wissen, bin ich da richtig, kennt der Coach Menschen wie mich. Nun ist Coaching kein Frisörsalon. Diskretion und Vertrauen gehören zu den Grundwerten in meinem Geschäft. Deshalb kann ich an der Stelle bestenfalls Berufsgruppen und Branchen nennen, die allerdings auch niemanden wundern, der den Standort Frankfurt kennt.

 Aber eines kann ich verraten: Die Gruppe der um die Dreissigjährigen ist momentan stark repräsentiert. Warum das so ist? Ich habe eine Vermutung: Während frühere Generationen sich mit Dreissig eher einem Anpassungs-Schock ausgesetzt sahen, kennt diese kaum etwas anderes als Anpassung. Sie sind erfolgreich, arbeiten hart und erreichen ihre Karriereziele. Sie sind in der digitalen wie in der realen Welt zuhaus, verlieren dabei aber den Draht zu sich selbst. Welcher Zeitpunkt ist besser geeignet, das zu bemerken und ändern zu wollen, als der dreissigste Geburtstag?

Feine und amüsante Beobachtungen zur Befindlichkeit der jetzt Dreissigjährigen finden Sie übrigens hier. Da fällt mir noch ein Grund ein für die Coaching-Nachfrage der Dreissiger: Sich Hilfe oder Unterstützung zu suchen, ist für sie selbstverständlich. Fürs Autofahren heisst diese Unterstützung Navi, fürs Leben ist es der Coach. So einfach ist das.

Coachingthema “Wie finde ich Sinn in meinem Leben?”

Mein Klient ist knapp dreissig, und mit sieben Jahren Berufserfahrung in einer Seniorposition angekommen. Er sagt, er hat eigentlich alles. Eigentlich. Was ihm fehlt, ist der Sinn im Leben. Der Job erfüllt ihn nicht, obwohl es sein Traumjob ist. Was er jetzt ist, wollte er immer sein. Er hat manchmal das Gefühl, neben sich zu stehen und sich selbst zu beobachten. Dann fragt er sich: Wozu machst Du das eigentlich?

Eine Generation zuvor erwischte die sogenannte Sinnkrise uns frühestens um die vierzig. Jetzt ist sie eine Dekade früher da. Sie ereilt Menschen, die ihre Ausbildungszeit im Turbotempo absolviert haben. Äußeren Anforderungen haben sie immer schon in höchstem Masse entsprochen. Sie sind  der Stolz ihrer Patchworkfamilien. Sie sind überall schon mal gewesen, sprechen mehrere Sprachen, ohne elektronische Helferlein fühlen sie sich verloren. Was man will, erarbeitet man sich oder kauft man. Nur mit dem Sinn geht das scheinbar nicht.

Mein Klient ahnt, dass Sinn „etwas ganz Individuelles“ ist.  Genau da lauert die Schwierigkeit: Er sagt, er hat die Fühlung zu sich verloren. Wer er selbst ist, weiss er eigentlich nicht. Jetzt will er sich Zeit dafür nehmen, das herauszufinden.

Mit diesem Anliegen ist mein Klient nicht allein. Die Sinnfrage ist ein Produkt unserer standardisierten Arbeitswelt.  Als Coach und Begleiter so mancher Sinnsucher  bin ich – ob ich will oder nicht – Teil  des sogenannten Sinnmarktes geworden, dem eine blühende Zukunft prognostiziert wird. Sinnsuche als Massenbeschäftigung, Sinn im Duzend billiger. Ob das sinnvoll ist?

Mehr zu Thema Sinnmärkte:  

http://www.zukunftsinstitut.de/downloads/rez_sinnmaerkte_wuv0209.pdf

 http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,2828,627674,00.html

 

Hier erreichen Sie mich:

Dr. Wiebke Sponagel
PERSPECTIVE COACHING
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