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Archiv der Rubrik: 'Bewerbung'

 

Was ist erwartbar im Bewerbungsgespräch?

Hunderte von Ratgebern gibt es zu dieser Frage, und doch höre ich sie immer wieder. Klar,  das Genre „Jobinterview“ ist thematisch vorbestimmt durch gegenseitige Erwartungen – über das Sexualleben der Stubenfliege wird man sich vermutlich nicht unterhalten, es sei denn, es ist das Fachgebiet des Kandidaten.

Dennoch, innerhalb des gemeinsamen Erwartungshorizonts gibt es immer noch viel Spielraum – nicht nur über die Inhalte, sondern auch zur Struktur des Gesprächs. Die meisten Bewerber überlassen in dieser Hinsicht dem Gastgeber oder Interviewer die Initiative: Der oder diejenige hat schließlich Erfahrung in diesen Dingen.

Gerade diese Routine birgt jedoch auch Fallstricke – manche Fehler entstehen gerade deshalb. Karl Westhoff von der Uni Dresden (“Das Entscheidungsorientierte Gespräch als Eignungsinterview”) sieht auf Seiten der Personaler beispielsweise eine Vorliebe für Suggestivfragen, die die erwünschte Antwort schon mitgeben. Auch von Warum-Fragen rät der Psychologe ab, da die Antworten darauf nur Informationen über „später erdachte Erklärungen“ geben würden.

Was will uns das sagen? Auf beiden Seiten des Tisches sitzen Menschen, beide können Fehler machen. Deshalb ist es für  Kandidaten ratsam, nicht nur „gute Antworten“ parat zu haben, sondern auch mit eventuellen Fehlern des Gegenübers umgehen zu können. Zuviel verlangt für einen Bewerber, der eh schon im Stress ist? Mag sein – aber auch da gilt: Alles eine Frage der Vorbereitung. Und wer gut vorbereitet ist, hat keinen Stress.

Bewerben: Was tun, wenn nur Absagen kommen?

Selbst Personalprofis ist das schon passiert: Man schickt Bewerbung um Bewerbung raus, bekommt aber keine Antwort.  Und weil hier wie anderswo der Satz gilt „keine Antwort ist auch ne Antwort“, wird dann die Frage „woran liegt es nur?“ zu einer Hauptsorge.

Eins vorweg: Den einen, „wahren“ Grund kann es nicht geben. Und selbst wenn, würden Sie ihn nicht erfahren: Das allgemeine Gleichstellungsgesetz steht dieser Forderung im Weg – schriftlich formulierte Absagen sind vage gehalten, um zu verhindern, dass ein verschmähter Kandidat den Klageweg beschreitet.

Mögliche Gründe gibt es dagegen einige. Manche Positionen werden nur der Form halber ausgeschrieben, sind aber im Prinzip schon „intern“ besetzt.  Da Sie als Bewerber so etwas aber nicht erfahren werden, gilt immer: Lassen Sie sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen, bleiben Sie am Ball! Genauso, wenn vermutlich ein anderer Bewerber das Rennen gemacht hat: Sie wissen einfach nicht, woran das gelegen hat und sollten daraus kein düsteres Vorzeichen konstruieren.

Vielleicht ist auch gerade Flaute in Ihrer Branche. Das war noch bis vor kurzem –Stichwort Krise – verbreitet der Fall. Momentan jedoch geht es mit den meisten Personalmärkten wieder aufwärts.

Aber wenn Sie sich schon an die eigene Nase fassen wollen, fragen Sie sich: Sind meine Unterlagen wirklich adressatenorientiert geschrieben und auf die Vakanz zugeschnitten? Ist mein Profil scharf genug und überzeugend formuliert? Habe ich meine Passgenauigkeit mit den Anforderungen herausgearbeitet? Habe ich die richtige Suchstrategie?

Im Zweifel nehmen Sie sich einen Coach oder Karriereberater zur Seite, der Sie aus neutraler Sicht durch die Bewerbungsphase begleitet. Und falls Sie zwischendurch doch mal in den Seilen hängen: Gönnen Sie sich etwas, was Ihnen Spaß macht, nutzen Sie Ihre freie Zeit!

Karriereplanung: Bewerben, auch wenn das Profil nicht ganz passt?

Meinem Gegenüber steht ein Fragezeichen auf der Stirn. „So richtig passe ich nicht auf die Stellenausschreibung,“ meint er. Die mitgedachte Frage lautet: „Soll ich mich trotzdem bewerben?“

Im Reich der Personalarbeit gibt es ja viele Sagen und Legenden. Eine davon ist der „gradlinige Lebenslauf“, eine andere das sogenannte „perfect fit“, das Headhunter ihren Firmenkunden liefern sollen: Die hundertprozentige Übereinstimmung zwischen Kandidat und Stellenausschreibung. Nach meiner Erfahrung –  ich berate seit zehn Jahren – gibt es die selten oder gar nicht. Viel wahrscheinlicher ist eine Übereinstimmung von sechzig bis siebzig Prozent.

Allerdings gehen Kandidaten mit dieser Diskrepanz unterschiedlich um. Männer bewerben sich meist noch, wenn ihr Profil nur zu 50% oder auch weniger übereinstimmt, Frauen scheinen mehr Prozentpunkte fürs Bewerben zu brauchen.

Wenn also so eine erwartbare Abweichung vom Anforderungsprofil da ist, kommt es aus Bewerbersicht darauf an, klug damit umzugehen. Filtern Sie Informationen aus der Stellenanzeige: Welche Anforderungen sind obligatorisch? Welche sind verhandelbar oder durch Ihre Stärken kompensierbar?  

Wenn Sie das klar haben und im Selbstmarketing gut sind – das kann man bekanntlich üben! –  bewerben Sie sich!  Ihr Ziel ist es schließlich, erst mal ins Gespräch zu kommen – also die Gelegenheit zu einem Vorstellungsgespräch zu bekommen.

 

Hier erreichen Sie mich:

Dr. Wiebke Sponagel
PERSPECTIVE COACHING
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