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Rückschläge verarbeiten – aber wie?

Rückschläge verarbeiten – aber wie?

 Auf das Vorstellungsgespräch haben Sie sich ausführlich vorbereitet, sind mit gutem  Gefühl hinein gegangen und dabei blieb es im Verlauf. Dann die Hiobs-Botschaft: Das Panel hatte einen ganz anderen Eindruck. Die Stelle wird an einen anderen Kandidaten gehen. Was ist da geschehen? Wie kam es dazu, dass Fremd-, und Selbstbild so voneinander abwichen? Und vor allem: Wie kann man das verdauen?

 Menschen, die Rückschläge gut verarbeiten, nennt man landläufig „Stehaufmännchen“. In Soziologie und Psychologie spricht man von Resilienz als der Fähigkeit, Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu meistern. In meinem Buch „Runterschalten!“ nenne ich das die „Schiffbruch-Kompetenz“. Dort bespreche ich auch die Stadien, durch die eine Verarbeitung von Rückschlägen geht. Denn Reden ist nicht alles – aber ein erster Schritt.   Erfolge feiert man mit Freunden, Schiffbrüche durchsteht man erst mal mit sich selbst.  Rückzug ist eine verständliche erste Reaktion, aber wer sich mit seinem Schiffbruch raus traut, ihn mit Freunden oder anderen Schiffbruch-Kompetenten betrachtet, geht in die richtige Richtung. Das Reden hilft in vieler Hinsicht: Es entlastet, Gedanken klären sich und der Schiffbruch wird dabei zu (einer) Geschichte. Er wird Vergangenheit, dabei kann die Wunde vernarben, und ausserdem wird man hören, so banal das ist, dass viele schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Das Ereignis wird sich relativieren. Und wenn Sie ein wahrer Schiffbruchkünstler sind, werden Sie in der Lage sein, die versteckte Botschaft Ihres Schiffbruchs zu erkennen.  Denn jeder Schiffbruch will dem Schiffbrüchigen etwas sagen. Wer diese Botschaft versteht, wird den Schiffbruch meistern und kann zu neuen Ufern aufbrechen… auch wenn unterwegs neue Gefahren lauern.

Neue Studie bestätigt: Arbeit kann krank machen

 

Neulich im Supermarkt. Ein Kleinkind greift ins Süsswaren-Regal,  darauf die Mutter: „Das ist bäh, Schatzi!“  Genauso, dachte ich,  geht es uns Erwachsenen mit der öffentlichen Auseinandersetzung. Bestimmte Inhalte sind offenbar „bäh, Schatzi“, zum Beispiel  Integration, Sarrazin, Altern, Krankheit – all so Sachen, die nach Auffassung mancher stören. Depression ist auch so ein Thema – Grund genug für professionelle Warner, genau davon zu sprechen.

 Ungern wird zum Beispiel die Behauptung gesehen, dass bestimmte Arbeitsbedingungen krank  machen. Eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat diesen Verdacht erneut bestätigt. Eins der Ergebnisse: Männer reagieren auf unzumutbare Arbeitsbedingungen eher mit Bluthochdruck,  Frauen eher mit Depressionen. 

 Wie viele Studien zuvor prognostiziert und bestätigt auch diese einen deutlichen Anstieg dieser arbeitsbedingten Krankheiten. Und wie immer erleben die Beteiligten die Entkoppelung von Ursache und Wirkung –  der Menschenverschleiss in der Arbeitswelt geht ungemindert weiter, die Sozialsysteme zahlen. Wirklich bäh-Schatzi, das Ganze, oder?

Karrieretipp Einschmeicheln: Bringen Komplimente mich voran?

„Ich schleime einfach nicht genug. Deshalb komme ich nicht voran.“

Glauben Sie das auch von sich? Wenn „einschleimen“ hier  für „netzwerken“ und „Selbstmarketing“ steht, ist da vielleicht sogar etwas dran. Denn diese beiden Fähigkeiten sind nötig, um beruflich voran zu kommen. Viele meinen, der Verzicht auf Schmeicheln sei ein Qualitätsmerkmal für aufrechte, redliche Menschen. Schade nur, dass  diese Art von Redlichkeit auf Dauer weniger gut ankommt. Meist ist es nämlich leichter, andere für sich einzunehmen, als sie davon zu überzeugen, dass man kompetent ist.

Es ist also nützlich, ab und zu auch das Einschmeichel-Register ziehen zu können. Aber Vorsicht: Im beruflichen Umfeld Komplimente zu verteilen hat, je nach Dosis und Zielgruppe, unterschiedliche Effekte. Wenn  von unten nach oben geschmeichelt wird, sehen das nicht nur die lieben Kollegen mit Missfallen. Vergleichen Sie mal die folgenden beiden Aussagen:

 1.  Chef an MA: „Sie machen gute Arbeit. Wir profitieren davon. Weiter so!“

2.  MA an Chef: „Sie machen gute Arbeit. Wir profitieren davon. Weiter so!“

Sie werden zugeben, die zweite Aussage kommt uns schräg vor. Warum? Sie verletzt die Rollenerwartungen für Personen mit niedrigerem Status. Ein „Untergebener“ will hier seinen Vorgesetzten beurteilen können. Vielleicht kann er das ja, aber Beurteilen zu dürfen ist nach herkömmlicher Übereinkunft ein Vorrecht des Statushöheren. Es ist auch eine – unausgesprochene – Funktion dieses Sprechakts, genau diesen Statusunterschied zu etablieren.

Da sind wir bei den Nebenwirkungen eines jeden Kompliments. Wer ein Kompliment macht, bezweckt irgendetwas damit. Und sei es nur, Sie zu (noch) mehr Arbeit zu „motivieren“…

 

Hier erreichen Sie mich:

Dr. Wiebke Sponagel
PERSPECTIVE COACHING
Ginnheimer Hohl 38, 2. OG
60431 Frankfurt/Main
Tel: 069 - 60 60 97 22
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