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Mittwoch, 08. September 2010

Wer führt, führt Krieg – bei der Deutschen Bank

„Ham Se jedient?“  fragt man im Hauptmann von Köpenick den Ex-Sträfling Wilhelm Voigt, als es darum geht, ob er wieder am wilhelminischen Menschsein teilhaben darf. Ohne Militärdienst gibt es keinen Pass und ohne den keine Arbeit.

 Hätten Sie gedacht, dass diese Frage ganz aktuell ist? Dass sie wieder als Türöffner fungiert, nämlich  im „Rekrutierungsverfahren“ der Deutschen Bank,  und zwar  für  das Top-Management?

 Am Wochenende ging es durch die Presse: Joseph –„Joe“ – Ackermann hat beschlossen, US-Offiziere aus dem Irak-Krieg – selbstverständlich mit MBA! – für seine Führungsetagen anzuwerben. Freilich, einen Psycho-Knacks sollen diese Führungs-Kandidaten der Deutschen Bank bitte nicht haben.  Nur, wer kommt schon nach Jahren Kriegserfahrung psychisch gesund nach Hause? Und wenn es solche rein-weißen Krieger gäbe, stimmt doch bei denen im Oberstübchen etwas nicht, oder?

 Aber mal abgesehen von dieser blödsinnigen Annahme, was sagt uns diese Nachricht über Führung in der Deutschen Bank?

 Sie sagt uns, dass Führung Kriegshandwerk ist. Na gut, soweit (im Westen?) nichts Neues. Aber welchen Nutzen liefert dieses Klischee? Krieg – und Wirtschaft, in den oberen Etagen – ist die letzte Männer-Bastion, die es noch gibt.  Bei den US-Streitkräften sind 5 Prozent der Offiziere im Generalsrang weiblich.

Die Botschaft ist also klar: Wir von der Deutschen Bank wollen echte Kerle, die killen können. Frauen aus dem PR-Musikkorps der Deutschen Bank dürfen sie wahrscheinlich „kommmunizieren“, diese Botschaft.  Aber den oberen „Kampfeinheiten“ sollen sie bitte fern bleiben, oder als Sanitäterinnen dienen…

 Gut, das wir das mal geklärt haben. Und Sie da, jenuch jefaulenzt!  Zurück zur Arbeit, aber zack, zack!

Sonntag, 29. August 2010

Die neue Führungsaufgabe meistern

 

Mein Klient hat die Führungsaufgabe erst seit kurzem. Bisher war er ein guter Teamplayer. Nun soll er das Team, aus dem er kommt, leiten.

Er merkt, wie sich die Erwartungen an ihn verschieben und wie frühere Kollegen nun auf einmal „weniger kommunikativ“ sind.

In diesem Rückzug indes lauert für das Ex-Teammitglied eine Falle:  Zu meinen, der frühere Umgangston und das damit einher gehende Zugehörigkeitsgefühl ließe sich erhalten. Dafür glaubt der neue Teamleiter sich so verhalten zu müssen wie vor der Beförderung: Also weiter kumpelhaft mit den früheren Kollegen umgehen. Genau das wird nicht funktionieren.

Vorgesetzte können keine Kumpel sein.

Wer versucht, zu „nett“ zu sein und allen zu gefallen, wird Respekt verlieren. Das heißt nicht, dass ein Vorgesetzter nicht sympathisch sein kann.

Die Sympathiewerte eines Chefs leiten sich aber nicht aus dessen Bereitschaft ab, sich mit seinen Mitarbeitern zu verbrüdern. Ein Chef ist sympathisch, wenn er die Gratwanderung zwischen „hinter dem Team stehen“ – es also gut nach außen und oben vertreten – und distanzierter Führung schafft.

Je weiter es nach oben geht, desto wichtiger wird es für die Führungskraft, sich neue Rudelmitglieder zu suchen, die seinen oder ihren Weg flankieren und unterstützen. Da „bei sich“ zu bleiben und sich nicht zu verbiegen, ist neben den vielen neuen Inhalten eine schwierige Aufgabe, mit der man freilich nicht allein bleiben muss: Regelmäßige Selbstreflexionen und Feedbacks mit einem Coach, dem Sie vertrauen, helfen dabei.

Montag, 16. August 2010

Karrieretipp Einschmeicheln: Bringen Komplimente mich voran?

„Ich schleime einfach nicht genug. Deshalb komme ich nicht voran.“

Glauben Sie das auch von sich? Wenn „einschleimen“ hier  für „netzwerken“ und „Selbstmarketing“ steht, ist da vielleicht sogar etwas dran. Denn diese beiden Fähigkeiten sind nötig, um beruflich voran zu kommen. Viele meinen, der Verzicht auf Schmeicheln sei ein Qualitätsmerkmal für aufrechte, redliche Menschen. Schade nur, dass  diese Art von Redlichkeit auf Dauer weniger gut ankommt. Meist ist es nämlich leichter, andere für sich einzunehmen, als sie davon zu überzeugen, dass man kompetent ist.

Es ist also nützlich, ab und zu auch das Einschmeichel-Register ziehen zu können. Aber Vorsicht: Im beruflichen Umfeld Komplimente zu verteilen hat, je nach Dosis und Zielgruppe, unterschiedliche Effekte. Wenn  von unten nach oben geschmeichelt wird, sehen das nicht nur die lieben Kollegen mit Missfallen. Vergleichen Sie mal die folgenden beiden Aussagen:

 1.  Chef an MA: „Sie machen gute Arbeit. Wir profitieren davon. Weiter so!“

2.  MA an Chef: „Sie machen gute Arbeit. Wir profitieren davon. Weiter so!“

Sie werden zugeben, die zweite Aussage kommt uns schräg vor. Warum? Sie verletzt die Rollenerwartungen für Personen mit niedrigerem Status. Ein „Untergebener“ will hier seinen Vorgesetzten beurteilen können. Vielleicht kann er das ja, aber Beurteilen zu dürfen ist nach herkömmlicher Übereinkunft ein Vorrecht des Statushöheren. Es ist auch eine – unausgesprochene – Funktion dieses Sprechakts, genau diesen Statusunterschied zu etablieren.

Da sind wir bei den Nebenwirkungen eines jeden Kompliments. Wer ein Kompliment macht, bezweckt irgendetwas damit. Und sei es nur, Sie zu (noch) mehr Arbeit zu „motivieren“…

 

Hier erreichen Sie mich:

Dr. Wiebke Sponagel
PERSPECTIVE COACHING
Ginnheimer Hohl 38, 2. OG
60431 Frankfurt/Main
Tel: 069 - 60 60 97 22
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