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frisch eingebloggt

2.8.09

Coachingthema workaholic im Urlaub

Endlich Urlaubszeit. Entspannen, faul sein, einfach in den Tag hinein leben.
In Deutschland, dem Land der Arbeitssüchtigen, ein offenbar unbekanntes Phänomen. Laut Umfrage eines online-Hotelbuchungsportals können 66 Prozent der Deutschen auch in ihren Ferien nicht von ihrer elektronischen Post lassen. Ein-, oder mehrmals täglich überprüfen sie ihre e-mails und beantworten sie auch.
An die 250 Mio Stunden arbeiten die Deutschen angeblich aus dem Urlaub.

Als Coach, der fast täglich mit Downshifting-Anfragen zu tun hat, fällt mir dazu allerhand ein. Dass Arbeitssucht ein gefährliches und unterschätztes Leiden ist, an dessen Ende meist ein Burnout mit Zwangs-Urlaub steht. Dass Menschen mit Rund-um-die-Uhr-Kontakt zum Büro den Kontakt mit sich selbst verloren haben. Dass Arbeitssüchtige sich selbst verschenken, ohne überhaupt zu wissen, wer sie sind. Dass solche Geschenke meist nicht geschätzt werden.
Dass Zeit ein kostbares Gut ist.
Geniessen Sie Ihren Urlaub!

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5.7.09

Coachingthema: Erfülltes Leben und Ziele erreichen

Ganz zufällig, im Bahnhof bei der Umsteigepause, war meinem Coachingklienten diese Postkarte aufgefallen. Wer mit vierzig nur arbeitet, hat mit siebzig nie gelebt, stand da drauf.
Eigentlich habe er was gegen solche Sinnsprüche, sagte er. Aber der da habe eine Lawine losgetreten in seinem Kopf.

Er arbeitete nämlich ziemlich viel. Er war es gewohnt, sich Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. So war das immer gewesen. Auf dem Weg zum Ziel war der Blick nach vorn gerichtet, was im Moment passierte, diente der Zielerreichung. Deshalb war er immer unterwegs.
Dass er den Moment auch schätzen könnte, weil er ihm so nie wieder begegnen würde, war ihm völlig neu. Er hatte sich immer gesagt, das Verweilen, das Innehalten, das hebt er sich auf fürs Rentner-Dasein.

Aber dann ist er siebzig, nicht mehr zweiundvierzig, wie jetzt. Lebt es sich mit siebzig noch wie mit vierzig? Wird man dann überhaupt verweilen wollen, oder vielleicht eher mal wieder arbeiten? Und wird man überhaupt siebzig? Wäre es nicht klüger, auch jetzt mal zu leben, statt nur zu arbeiten? Fragen über Fragen. Mein Klient hat gerade begonnen, darüber nachzudenken.

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4.1.09

Weniger Stress im Neuen Jahr

Im neuen Jahr wird alles anders. Wir werden gesünder, gelassener, glücklicher - zumindest versuchen können wir es ja, diese Ziele zu erreichen. Sollte es zu Ihren Vorsätzen für das Neue Jahr gehören, am Arbeitsplatz weniger Stress zu haben, brauchen Sie sich eigentlich nur an ein paar wenige Leitgedanken zu halten, dann gelingt das:

  • Öfter nein sagen, und die Konsequenzen aushalten.
  • Meditieren
  • Bewegung.

So einfach ist das im Prinzip, da können Sie sich die "Time-Management-Kompendien" sparen. Aber ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Denn wer gewohnheitsgemäss über zehn Stunden täglich arbeitet, ist ein workaholic, ein Süchtiger. Er kann nicht anders, und schon gar nicht kann er "nein" sagen. Das würde nämlich bedeuten, von einem Tag auf den anderen als "Kollegenschwein" dazustehen und ausserdem "Freizeit" zu haben. Die meisten Arbeitssüchtigen wissen nicht, was sie mit Freizeit anfangen sollen. Work-life-balance ist ein Fremdwort für sie. Also bleiben sie beim vertrauten Muster: Arbeiten bis zum Umfallen. Neudeutsch heisst das "burnout". Wenn Sie testen möchten, ob Sie den Stress beherrschen oder umgekehrt, klicken Sie hier. Alles Gute für Ihre Stressbewältigung!

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15.6.07

Es geht um Ihre Zeit - Neues zum Downshifting

Ich schalte das Radio ein, hr2 bringt einen Themenabend über "Meine Firma, mein Leben." Es geht um Unternehmen, deren Mitarbeiter von A bis Z gepampert werden - da gibt es eine Krabbelstube, eine Massage zwischendurch, günstige Fitness-, und Reiseangebote, gemeinsame "Events", Gesundheitschecks, einen Einkaufs-, Wasch-, und Bügelservice. Motto: Wir kümmern uns, verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Nebensächlichem, geben Sie sie uns. Dieser Pakt, der eine totale Identifikation mit den Unternehmenszielen fordert, hat zwei Folgen: Die Mitarbeiter arbeiten bis zum Umfallen, weil sie meinen, sie hätten gegenüber soviel Freundlichkeit eine Bringschuld. Und ganz nebenbei verlieren sie ihre Urteilskraft, denn wer sich so umfassend identifiziert, hat keine Distanz mehr.

Andere Baustelle: Das OLG München (AZ 25 0 19798/03) urteilte kürzlich, dass eine Versicherung eine Berufsunfähigkeitsrente an einen Manager zu zahlen habe, der genau das getan hat: Arbeiten bis zum Umfallen. Nach 20 Jahren rund-um-die Uhr-Arbeit für einen Finanzdienstleister, der jährlich 14 Milliarden Euro umsetzt, erlitt er 2001 einen Zusammenbruch. Die Versicherung, bei der er eine Berufsunfähigkeits-Police abgeschlossen hatte, weigerte sich, zu zahlen. Die Sache ging durch die Instanzen, jetzt hat der Manager Recht erhalten: Er bekommt rückwirkend 148.00 Euro Rente ausbezahlt und 65.000 Euro Versicherungsbeiträge zurückerstattet.

Und schliesslich noch ein Puzzlestück zum Thema. Was, meinen Sie, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO zur grössten Gesundheitsgefahr für das 21. Jahrhundert erklärt? HIV? Die Vogelgrippe, den Rinderwahn, sonstige Seuchen? Nein, die Antwort lautet Stress. Die volkswirtschaftlichen Folgen von stressbedingten Krankheiten und Ausfällen sind enorm. Und was lernt die Volkswirtschaft daraus?

Solange die Gleichung "je grösser der Zeitmangel, desto wichtiger die Person" gilt, recht wenig, fürchte ich. Aber viele haben erkannt, dass Arbeitszeit Lebenszeit ist, und das nicht erst seit es das Label "Downshifting" gibt. Sie schalten zurück und nehmen weniger Einkommen in Kauf, für mehr Zeit, Selbstverantwortlichkeit und Sinn in ihrem Leben.
Auch ein Pakt, der eine Überlegung wert ist, finden Sie nicht?

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