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25.4.10

Wohin mit dem täglichen Frust bei der Arbeit?

Überall ist der Wurm drin. Prozesse laufen nicht so, wie sie sollen, Kollegen arbeiten nur im eigenen Interesse und behalten wichtige Informationen für sich, altbekannte strukturelle Widerstände bleiben einfach, obwohl doch alle wissen, wie es besser ginge.

Was tun, wenn der Arbeitsplatz zum Ort der Frustrationen und Antriebslosigkeit geworden ist, wenn sich jeden Morgen die Haare stäuben bei dem Gedanken zur Arbeit zu gehen?

Die spontane Antwort heißt: Raus, lieber heute als morgen. Viele Angestellte haben längst die innere Kündigung unterschrieben, glauben jedoch, bleiben zu müssen, weil alles, was anderswo käme, noch schlechtere Konditionen brächte. Unterm Strich heißt das also, im Prinzip hat man es doch noch ganz gut?

Wenn dem so ist, sollten Sie versuchen, an Ihrer Haltung zu dem unerträglichen aber eigentlich doch ganz guten Job zu arbeiten. Gibt es Möglichkeiten, an Ihrer Bilanzierung zu arbeiten? Können Sie statt der bisher negativen eine positive Buchhaltung über Ihren Tagesablauf einführen? Erfreuliche Dinge, und mögen sie noch so nebensächlich sein, festhalten? Können Sie für sich Bonbons in der Routine einführen, kleine Entspannungsinseln etwa, die Ihnen den Tag aufhellen? Und denken Sie auch daran, den Stau an Stresshormonen, der bei einer Ihnen widerstrebenden Arbeit entsteht, durch Sport abfließen zu lassen. Es gibt viele Wege zu einem erfülltern Leben, wenn man mal darüber nachdenkt...

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11.10.09

Coaching-Thema Turbo-Alterung: Ende zwanzig und innerlich schon vierzig

Neulich im Zeit-Magazin schrieb Stefan Willeke über seine Generation, den Jahrgang 1964. Als 60er-Jahrgang kam mir das Rudelgefühl, mit dem er seinen geburtenstarken Jahrgang beschreibt, vertraut vor. Genauso das Damoklesschwert der prognostizierten Arbeitslosigkeit, das Einschreiben für vermeintlich unnütze Studiengänge, und daß sich trotzdem keiner fragte, was der nächste Karriereschritt ist. Dass manche Stunden auf dem Unicampus verbummelt wurden und dass sie jetzt, im Berufleben angekommen, der nächsten Unheilsprognose entgegensehen: Dem Rentnerberg.

Inzwischen steht die nächste Generation rund um den Jahrgang 1980 im Berufsleben. Coaching ist für sie ein selbstverständliches Unterstützungsangebot. Ich lerne einige von ihnen in meiner Beratung kennen. Auch sie sind mit der Prognose, daß Arbeitslosigkeit droht, aufgewachsen, aber ganz anders damit umgegangen. Mir sitzt regelmäßig das Modell Überflieger gegenüber: Junge Menschen um die dreißig, die sehr reflektiert über sich reden, steile Karrieren hingelegt haben, sich neben dem MBA-Studium für Umwelt-Technologien einsetzten, schon über zehn Mal umgezogen sind im Leben, und die Business-Lounges dieser Welt kennen. Ein Leben in Zeitraffer, unverwurzelt, in steter Bewegung. Ihre zwanziger Jahre sind so dicht, wie es unsere zwanziger und dreißiger zusammen nicht waren. Mit Ende zwanzig kriegen sie ihre Midlife-Crisis: Herz-Kreislauf-Probleme bei Frauen, Burnout bei Männern. Die Sehnsucht nach mehr Ruhe und einem anderen, erfüllten Leben eint beide.

Immer früher verbrennt unsere Leistungsgesellschaft ihre Leistungsträger. Einen Rentnerberg hat diese Generation wohl kaum zu befürchten.

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5.7.09

Coachingthema: Erfülltes Leben und Ziele erreichen

Ganz zufällig, im Bahnhof bei der Umsteigepause, war meinem Coachingklienten diese Postkarte aufgefallen. Wer mit vierzig nur arbeitet, hat mit siebzig nie gelebt, stand da drauf.
Eigentlich habe er was gegen solche Sinnsprüche, sagte er. Aber der da habe eine Lawine losgetreten in seinem Kopf.

Er arbeitete nämlich ziemlich viel. Er war es gewohnt, sich Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. So war das immer gewesen. Auf dem Weg zum Ziel war der Blick nach vorn gerichtet, was im Moment passierte, diente der Zielerreichung. Deshalb war er immer unterwegs.
Dass er den Moment auch schätzen könnte, weil er ihm so nie wieder begegnen würde, war ihm völlig neu. Er hatte sich immer gesagt, das Verweilen, das Innehalten, das hebt er sich auf fürs Rentner-Dasein.

Aber dann ist er siebzig, nicht mehr zweiundvierzig, wie jetzt. Lebt es sich mit siebzig noch wie mit vierzig? Wird man dann überhaupt verweilen wollen, oder vielleicht eher mal wieder arbeiten? Und wird man überhaupt siebzig? Wäre es nicht klüger, auch jetzt mal zu leben, statt nur zu arbeiten? Fragen über Fragen. Mein Klient hat gerade begonnen, darüber nachzudenken.

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