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9.5.10

Ziele setzen und erreichen

Sie sind ein echter Wadenbeißer, sagte ein Vorgesetzter seinem Mitarbeiter und meinte das anerkennend. Warum? Weil dieser beharrlich auf dem zugesagten aber regelmäßig vertagten Zielvereinbarungsgespräch bestand. Er wollte eine Verbindlichkeit herstellen, der sein Chef aus dem Weg ging.

Beharrlichkeit führt zum Ziel, so die landläufige Meinung. Wie bei allen Volksweisheiten ist da etwas Wahres dran, aber nicht immer und nicht überall. Möglich wäre ja auch, dass der Wadenbeißer seinem Vorgesetzten mit diesem Verhalten so nachhaltig auf den Wecker geht, dass er nur das Gegenteil von dem erreicht, was er will.

Sich ein Ziel zu setzen und immer dran zu bleiben, ist meistens hilfreich. Aber wenn das Ziel unrealistisch ist oder nur zu einem geringen Teil selbst kontrolliert werden kann, beisst man sich mit Hartnäckigkeit allein auch schnell die Zähne daran aus.

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15.2.10

Wie werde ich gelassener?

Gelassenheit, das wünschen sich viele Berufstätige als Ziel für die persönliche Entwicklung. Tag für Tag sehen sie sich Provokationen und schlechtem Management ausgesetzt. All das müsste nicht sein, höre ich immer wieder, wenn dieses oder jenes Rädchen im Getriebe anders funktionieren würde. Aber da es nun mal nicht so funktioniert, hadern sie weiter mit sich und anderen.

Wer ist gelassen? Die Queen, der Dalai Lama? Offenbar gehört zur Gelassenheit Distanz, Nicht-Involviertsein. Eine Anforderung, die in den klassischen Sandwich-Positionen kaum zu erfüllen ist, zumal Engagement in den meisten Unternehmen das Zauberwort für das gemeinsame Arbeiten ist, nicht Gelassenheit.

Wer gelassen ist, hat Abstand. Aber wie bekommt man diesen Abstand, wenn man seine Arbeit gern macht, jedoch immer wieder an den Strukturen verzweifelt? Die Einsicht, dass man die Strukturen nicht ändern kann, wird eine Weile dauern. Aber wenn Sie schon mal so weit sind, zu sehen, dass bestimmte äußere Dinge nicht zu ändern sind, können Sie vielleicht Ihre Betrachtungsweise dieser Dinge ändern.

Was hilft? Zwei, dreimal tief durchatmen, um die erste körperliche Reaktion der Wut oder des Ärgerns in Schach zu halten. Und dann stellen Sie sich doch mal die Frage: Wenn ich wüsste, dass ich nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hätte, würde ich mich dann über diesen Vorfall noch aufregen? Übrigens haben wir alle nur eine begrenzte Lebenszeit - so gesehen, könnten wir uns in der Tat so manche Aufregung ersparen.

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8.2.09

Der Jobmarkt aus Sicht einer Personalerin oder einfach: Neue Ziele setzen!

Für gewöhnlich hängt die multimedial trainierte Menschheit ja an den Lippen von Wirtschaftsweisen und Psychologen, um sich die Welt erklären zu lassen. Aber keine Domäne bleibt unangefochten. Aus Amerika, dem Ursprungsland der modernen Wirtschaftsweisheiten, meldet sich dieser Tage via newsletter eine Personalberaterin namens Becky Regan zu Wort, um uns die Zukunft vorher zu sagen. Was verkündet die Augurin der weltweiten Wirtschaftskrise?

Erstens, dass Arbeitgeber gleichzeitig Personal abbauen und neu einstellen werden. Und dass Entlassungen das Hauptwerkzeug für Kostensenkungen seien. Bei einem Blick in Ihren Kaffeesatz heute morgen wäre Ihnen das möglicherweise auch eingefallen.

Zweitens, dass es mehr Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern geben wird. In einer Wirtschaftskrise seien Arbeitnehmer nämlich gestresst und besorgt um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Auch sei zu erwarten, dass das Arbeitspensum mit weniger Mitarbeitern zu erledigen sei, und auch daher würden Konflikte resultieren. Immer noch nichts Neues, sagen Sie? Dann werden Sie auch mit der dritten Betty-Regan-Vorhersage kaum zufrieden sein:

Das Jahr 2009 würde für viele HR-Professionals - also Personalverantwortliche - zur Nagelprobe, denn der Umgang mit Bewerbern und Mitarbeitern würde das Leben vieler dieser Menschen unmittelbar beinflussen. Und schliesslich würde wohl auch mit einer überdurchschnittlichen Fluktuation von Personalern zu rechnen sein. Hätten Sie´s gedacht? Frau Regan wollte einfach nur sagen, ich bin dann mal weg.

In Delphi soll ja auch viel heisser Dampf aufgestiegen sein. Ich frage Sie, wozu brauchen wir solche Botschaften? Um zu wissen, dass wir nichts wissen, aber jederzeit gern darüber reden? Weniger Schaumschlägerei und mehr Substanz würde gut tun, momentan. Die Arme hochkrempeln, Blockaden überwinden und neue Ziele setzen. Mut haben. Und rückblickend sagen, geht doch!

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22.6.08

Wissen, was man will, im Leben und an der Käsetheke

"Mit 40 ist man alt" behauptet die Anzeige einer Frauenzeitschrift in grossen Lettern - ein Glaubenssatz derer, die um die zwanzig sind. Da ist jeder ab Dreissig scheintot. Aber dann geht der Slogan, ganz klein geschrieben, weiter: "...alt genug, um das Glück zu erkennen".

Das glauben wir gern, erst recht, wenn wir an der 50 entlang schrammen. Haben sich die Jahresringe doch gelohnt. Die Allerfrischesten sind wir nicht mehr, aber wir wissen, was wir wollen - theoretisch jedenfalls.

Und in der Praxis? In Personalabteilungen gelten Menschen jenseits der Vierzig mitunter als sperrig. Die "Anpassungsleistung" ist geringer als bei Jüngeren, eigene Karriereziele oder Lebensziele sind nicht unbedingt mehr identisch mit Unternehmenszielen. Wer dann neu definiert, was das persönliche Glück ist, will es auch endlich "haben".

Obwohl, das mit dem Glück haben ist ja so ne Sache. Es klingt mir fast so - verzeihen Sie den profanen Vergleich - wie wenn an der Käsetheke jemand sagt, "ich krieg 200 Gramm von dem da. " Woher wissen die eigentlich, dass sie die 200 Gramm auch wirklich kriegen?

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20.4.08

Ziele erreichen, Blockaden überwinden

Die mail wurde irgendwann am späten Nachmittag nordamerikanischer Zeit abgeschickt "danke für Ihre Unterstützung", hiess es darin, "ich habe den Job"!

Meine Klientin hatte ihr Ziel erreicht. Sie hat eine umkämpfte Stelle in den USA bekommen. Obwohl sie hochqualifiziert ist, hatte sie Bedenken - ob sie den dortigen Anforderungen gerecht wird, wie sie die Trennung vom Lebensgefährten bewältigen kann, ob die Sprachkenntnisse reichen, ob sie mit der Mentalität klar kommt. Sie hat diesen Hemmnissen oder möglichen Blockaden ins Auge geschaut und sich mit ihnen auseinander gesetzt.

Systemisch betrachtet hat sie die "schwachen Glieder" in ihrer Selbstbewusstseinskette während dem Coaching wahrgenommen und gestärkt. Ein System wächst solange, bis es durch einen Engpass begrenzt wird, sagt die "Theory of Constraints". Mehr dazu hier. Deshalb gilt es, Engpässe zu "weiten" - erst dann kann das "System", egal ob Mensch oder Unternehmen, wieder ungehindert "fliessen". Als aufmerksamer Leser bemerken Sie, dass ich hier nicht "funktionieren" schreibe, obwohl das zum Wortfeld des Systems besser passen würde. Ich habe halt etwas gegen Technokratendeutsch. Alles ist im Fluss, liebe Leser. Erkennen Sie Ihre Blockaden und kommen Sie gut an Ihre Ziele!

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13.1.08

Sind Sie glücklich am Arbeitsplatz?

Mal ehrlich, sind Sie es, und wenn ja, warum? Haben Sie eine Affaire mit einem/einer Kollegen/in, gerade eine Gehaltserhöhung bekommen oder blüht der Kaktus auf der Fensterbank?

In ihrem Buch "Ich kann, was ich will" packen die Autoren Lazarus und Fay die Frage nach dem Glücklichsein von einem unorthodoxen Blickwinkel aus an. Sie behaupten, dass Verhaltensweisen, die seelisches Leid auslösen, irgendwann mal gelernt und folglich auch wieder "verlernt" werden können.

Eine junge Frau, die in einer Hamburger Werbeagentur arbeitete, betrachtete sich selbst als wertlos gegenüber den attraktiven, strahlenden und wohlhabenden Leuten, denen sie täglich begegnete. Ihre eigenen Persönlichkeitswerte - nämlich dass sie lebhaft, freundlich und zuverlässig war - fand sie "normal" und ging deshalb davon aus, dass diese Eigenschaften weniger wichtig wären. Auf der anderen Seite, auch das Klagen und der Trost, den man dabei findet, kann ja eine befriedigende Sache sein...kommt halt drauf an, wie man Glück definiert...

Na, wie auch immer - was glauben Sie, welche Gruppe unter den deutschen Arbeitnehmern sich selbst als am glücklichsten einschätzt? Es ist die, über deren angebliche Faulheit endlos Witze kursieren: Die Beamten. Auf einer Skala von eins bis zehn bewerteten sie ihr Glück nach einer Befragung der Bertelsmann-Stifung 7,9 Punkten. Im Umkehrschluss heisst das wohl, die Deutschen träumten davon, Beamte zu sein: Häuschen im Grünen, die Bienen summen um die Adenauerschen Rosen, die Pension ist sicher und alle können in Ruhe Fettringe ansetzen. Ach jaaaa. Ich werd auf einmal soo müde...

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12.6.06

Coaching: Mit klaren oder erreichbaren Zielen in die Zukunft?

Kennen Sie auch diese Paradoxien des Alltags?
Ein Laden propagiert "Kundenfreundlichkeit", und die Verkäuferin zuckt mit den Achseln, wenn Sie nach einer Variante fragen "wenn's da nicht dabei ist..." Eine Firma pocht darauf, dass ihre Mitarbeiter ihr "grösstes Asset" sind, und setzt ein Drittel davon frei. Jemand hat einen Unfall an Ihrem Wagen verursacht und fordert von Ihnen Schadensersatz... es gibt unzählige Beispiele.

Eine Paradoxie, die mir beruflich immer wieder begegnet, ist die in der Ratgeberliteratur verbreitete Erwartung, jeder Mensch müsse jederzeit in seinem Leben über einen genauen "Lebens- oder Zielplan" verfügen. Gerade liegt mir eine Stellenanzeige vor, die werbewirksam titelt "Mit klaren Zielen in die Zukunft". Als wenn das Leben ein Schaltplan wäre, der nur die richtigen "Einstellungen" braucht.

Bei den Lebensläufen, die ich kennen lerne, ist manches von Zufällen abhängig gewesen. Was vor fünf Jahren mal ein Lebensziel war, ist es jetzt vielleicht nicht mehr, weil sich inzwischen die Rahmenbedingungen geändert haben. Wer dem Wandel im Leben mit einem rigiden Zielplan begegnet, wird ins Straucheln kommen, egal wie klar die Ziele sind. Aber stellen Sie sich die Stellenanzeige mal mit dem Titel "Mit erreichbaren Zielen in die Zukunft" vor - klingt irgendwie gar nicht mehr nach dem üblichen Management-Verbalschaum.. .

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