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17.1.10

Gekündigt - was nun?

Duell, die Waffen sind geladen. Wer zieht zuerst? Allerhand Arbeitsverhältnisse scheinen so zu funktionieren. Jedoch zögern viele Arbeitnehmer momentan, auch wenn die Arbeitssituation intolerabel geworden ist. Innerlich haben sie längst gekündigt, aber die allgegenwärtige Angst vor der Arbeitslosigkeit in der sogenannten Krise sitzt ihnen im Nacken. Nun ist Angst ein schlechter Ratgeber, der zu ebensolchen Entscheidungen führt. Aber auch die Entscheidung, zu bleiben, ist eine Entscheidung.

Was aber, wenn der Arbeitgeber kündigt?
Diese Kugel trifft die Meisten mitten ins Herz. Die Getroffenen fühlten sich, trotz aller Kritik an den Zuständen, irgendwie zugehörig. Sie hatten eine berufliche Identität. Und nun ist das lange gefürchtete Szenario Wirklichkeit geworden: Rausgeschmissen, und arbeitssuchend!

Was man nicht kennt, das fürchtet man. Schade, dass nicht jeder eine Art Arbeits-Such-Praktikum gemacht hat, um zu lernen, dass diese Erfahrung nicht das Ende der Welt bedeutet. Viele haben mit Gefühlen wie beim Ende einer Beziehung zu kämpfen - man will sie nicht mehr, so scheint es. Dabei hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Eine Kündigung zu bekommen ist Normalität geworden und hat in den wenigsten Fällen etwas mit persönlichem Unvermögen zu tun. Sicher ist es gut, einen kritischen Blick in den persönlichen Rückspiegel zu werfen, um auch eigene Defizite erkennen zu können. Aber ewig Wunden lecken und sich schuldig fühlen hilft nichts. Schauen Sie nach vorn, entdecken Sie die neuen Perspektiven, die vor Ihnen liegen. Möglicherweise wartet eine Karrierechance auf Sie...!

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22.2.09

Mehr Stress, mehr Konflikte: Mobbing

Die Einschläge kommen immer näher, so beschrieb unlängst ein Klient aus der Bankenbranche die Situation an seinem Arbeitsplatz. Die Folge: Die Angst geht um. Übrigens ein Wort, das wie Kindergarten und Blitz zu den wenigen gehört, die ins Englische importiert worden sind. So einen kurzen, knackigen Begriff für Existenzangst, der zudem alles mitbringt, wofür wir Deutschen aus Sicht der Briten gern stehen, kannte man auf der Insel nicht.

Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst, aufzumucken, Angst vor der Zukunft. Die Folge dieser kollektiven Duckhaltung? Es wird mehr Stress ertragen, es werden mehr Gesundheitsrisiken in Kauf genommen, der Druck steigt. Ein Ventil für den Druck sind Konflikte am Arbeitsplatz. Je weniger Ressourcen vermeintlich vorhanden sind, desto mehr ?Hauen und Stechen? gibt es am Job.

Schön wäre es, wenn in so einer Lage alle Betroffenen mehr zusammen halten würden. Ab und zu kommt das auch vor, aber nur, wenn sich einer findet, der das organisiert. Streik oder gemeinsames Handeln über den Betriebs-, oder Personalrat ist die eine Variante, Mobbing die andere. Wenn Sie glauben, dass Sie rausgemobbt werden sollen, dass sich also eine Gruppe von Kollegen oder ein Vorgesetzter darauf verlegt hat, Sie systematisch und beständig zu attackieren, hier ein paar Empfehlungen, die Ihnen im Umgang mit der Krise helfen könnten:
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, möglichst mit Zeugen für die einzeilen Vorfälle
  • Machen Sie sich ein klares Bild von den Beweggründen des/der Angreifer
  • Analysieren Sie genau das betriebliche Kräfteverhältnis: Welche Schwächen und Stärken haben Sie als Betroffener? Welche Macht und Schwächen hat/haben der/die Angreifer? Welche betrieblichen Probleme ermöglichen dieses Verhalten?
  • Entwerfen Sie aus dieser Analyse eine Kosten/Nutzen-Rechnung für sich: Lohnt es sich, in dem Verein zu bleiben und zu kämpfen oder ist ein neuer Arbeitsplatz für Sie persönlich die bessere Lösung?

Gutes Gelingen!

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2.11.08

Karriereplanung in Krisenzeiten: Keine Angst vor hohlen Kürbissen!

Was wären wir Europäer ohne amerikanische Rachegeschenke - bekamen wir Ende des Mittelalters die Syphilis und das Goldfieber, so dürfen wir uns heute mit Halloween und der US-Managementkultur herumschlagen.

So, liebe Blog-Leser, habe ich vor einem Jahr, am 27.10.07 mein Posting begonnen. Vergleichsweise harmlos, die Rachegeschenke damals, aus heutiger Sicht. Inzwischen ist aus dem hohlen Kürbis eine riesige Schreckensfratze geworden, die doch so klein und niedlich begonnen hatte: Erst als Subprime-Krise (rein amerikanisch!), dann wurde eine Banken-Krise draus (nur die Banken!), dann eine Finanzkrise (auch Ihre Finanzen!) und schliesslich eine Strukturkrise (auch die "Realwirtschaft", au weia!). Gibt es also irgendwo eine Irrealwirtschaft, die all das ausgelöst hat? Offenbar. Das Derivate-Handeln, also Luftnummern-Handeln in Echtzeit, also nicht wahrnehmbarer Zeit, hat schon etwas extrem Irreales. Das macht, jetzt, wo viele davon wissen, Angst. Dabei ist es Tag für Tag präsent, nur eben unsichtbar. Wie sagt Nassim Nicholas Taleb so schön, der im "Schwarzen Schwan" (so nennt er ein unerwartbares Ereignis) die Finanzmisere hat kommen sehen: "Die Logik des Schwarzen Schwans macht: das, was wir nicht wissen, viel bedeutungsvoller als das, was wir wissen."

Auch kein Trost, sagen Sie? Doch. Gerade für Ihre individuelle Lebens-, und Karriereplanung ist das tröstlich. Das heisst nämlich, dass unglaublich vieles nicht planbar ist. Es heisst, dass wir Adam Smith und all jene vergessen können, die behaupten, dass freie Märkte funktionieren, weil sie die Kompetenten und Wissenden zum Wohlstand befördern. Irrtum. Das Dilbert-Prinzip obsiegt. Intuiitiv zu wissen, was sich nicht zu wissen lohnt , darin besteht Lebenskunst in einer Welt der Informationsüberflutung. Und am besten überleben können die, die beweglich sind und möglichst viel ausprobieren und Chancen, wenn sie sich bieten, ergreifen. Also, liebe Leser, macht was aus Eurem Nicht-Wissen und lasst Euch von dem hohlen Kürbiskopf keine Angst einjagen!

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