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25.10.09

Richtig bewerben

Schon seltsam. Wenn es um uns selbst geht, verlieren wir mitunter ganz schnell den Experten-Status. Gestandene Personal-, und Marketingexperten sind ratlos, wenn es darum geht, ihr Selbst-Marketing in Form einer überzeugenden Bewerbung hinzukriegen.

Das fängt schon bei den Unterlagen an. Die Optik - engzeilig, Flattersatz, ohne Absätze - fordert dem Leser zusammengekniffene Augen ab. Der Inhalt geht nicht auf den Bedarf des potentiellen Arbeitgebers ein, sondern reiht beliebige Ich-Behauptungen aneinander, der Lebenslauf ist nicht auf die Stellenanzeige zugeschnitten und so weiter und so fort.

Auch beim Bewerbungsgespräch können sich ungeahnte Gräben auftun: Man fällt in eine passive Haltung, vergisst wichtige Fragen zu stellen, kommt ins Schwimmen bei Fragen, die aus dem Standard-Repertoire der Personaler kommen und die man längst kennt. Man verliert die Souveränität, gerade weil man sonst auf der anderen Seite gesessen hat und man den Rollenwechsel eben nicht spielerisch meistert.

Damit aus dem Jobwechsel etwas wird, hilft da nur eins: Üben! Trainieren Sie die ungewöhnliche Gesprächssituation, bis Sie Ihnen vertraut vorkommt und optimieren Sie Ihren schriftlichen Ausdruck in Ihren Unterlagen. Und nicht verzagen: Zum Lernen ist es nie zu spät.

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19.7.08

"gesucht: Zupackende Hands-On-Mentalität" oder Stellenanzeigen ohne Sinn

"Nee, wat hab ich jelacht," pflegte eine Bekannte aus Köln zu sagen, "et war der reinste Orjanismus." Zugegeben, die Frau hatte ein Problem mit Fremdwörtern, aber das tat der Fröhlichkeit keinen Abbruch und überhaupt sollte man sowas ja, nach Lothar Matthäus, nicht allzu sehr hochsterilisieren.

In den vergangenen Tagen musste ich verstärkt an die Frau mit den Lachsalven denken - mich hat?s auch geschüttelt, beim Lesen von Stellenanzeigen. Es ist uns ja mittlerweile klar, dass im SBU von Unternehmen TQM vorherrschen sollte, deren CFTs Produkte JIT verteilen und dabei natürlich von ständigem MBO begleitet werden. Noch Fragen? Wenden Sie sich bitte an unseren AHRM. Kurz und klein, die Anglo-Abkürzungs-Manie ist uns Professionals vertraut, wenn auch nicht unbedingt immer mit Bedeutung behaftet.

Inmitten dieser Bedeutungsvakanz fällt es folgerichtig nicht weiter auf, wenn Unternehmen Kandidaten mit "zupackender Hands-On-Mentalität" suchen. Weisse Schimmel sind allgegenwärtig, macht nix, merkt ja keiner. Auch manche Berufsbezeichnungen zaubern dem fachfremden deutschen Betrachter ein Lächeln auf die Lippen, wie etwa der "After-Market-Manager". Was soll's, wenn Rolls Royce schon vor Jahrzehnten nach dem "Silver Cloud" in der Namensgebung die Notbremse zog, als es um "Mist" und dessen Bedeutung am deutschen Markt ging. Im deutschen Berufsjargon, besonders in vor Wichtigkeit strotzenden Stellenanzeigen "macht das Sinn", gerade wenn es sinnentleert ist. Nee, wat hab ich jelacht, bis mir die Mühen der Bewerber einfielen, die sich auf so nen Mist mit einer "ordentlichen" und aufwändigen Bewerbung melden.

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