Bringt der Vertrauensvorschuss Vertrauen?
Manche Unternehmen behaupten, sie würden neu eingestellten Mitarbeitern allein durch diese Tat einen Vertrauensvorschuss geben. Ein Vorschuss wird gezahlt, und von dem zu erwartenden Grundgehalt abgezogen. So gesehen erhält der Empfänger nur vorzeitig einen Teil von dem, was ihm sowieso zusteht.
Fraglos steht Vertrauen jedem Mitarbeiter zu - die Realität allerdings sieht anders aus: Die meisten Betriebe haben eine Misstrauenskultur, in der zwar das eine verkündet, das andere aber praktiziert wird: Kontrolle. Das Fazit der Realitätsprüfung in Bezug auf den Vorschuss lautet also: Da wird behauptet, man gibt etwas, was einem eh gehört. Und was dann wirklich gegeben wird, ist das Gegenteil. Vollkommen widersprüchlich, das Ganze.
Das steigert sich noch mal, wenn wir den Begriff Vertrauen ins Spiel bringen. Vertrauen ist eine bemerkenswert nicht materielle Gabe, steht also dem zahlbaren Vorschuss schon mal grundsätzlich diametral gegenüber. Sie funktioniert nur dann, wenn die Möglichkeit eines Fehlschlags im Voraus eingeschlossen ist. Im Klartext: Nur, wenn ich riskiere, enttäuscht zu werden, bringe ich jemandem wirklich Vertrauen entgegen. Vertrauen funktioniert also ohnehin nur als Vorleistung, ohne das Ergebnis zu kennen. Mithin ist das Wort Vertrauensvorschuss so was wie ein weißer Schimmel ? aber auch die werden ja gebraucht...
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