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2.5.10

Bringt der Vertrauensvorschuss Vertrauen?

Grade eben war der Tag der Arbeit, da darf über die Arbeitswelt im Allgemeinen und Besonderen nachgedacht werden. Darf ich Sie zu einer Reflexion über das Wort ?Vertrauensvorschuss? einladen?

Manche Unternehmen behaupten, sie würden neu eingestellten Mitarbeitern allein durch diese Tat einen Vertrauensvorschuss geben. Ein Vorschuss wird gezahlt, und von dem zu erwartenden Grundgehalt abgezogen. So gesehen erhält der Empfänger nur vorzeitig einen Teil von dem, was ihm sowieso zusteht.

Fraglos steht Vertrauen jedem Mitarbeiter zu - die Realität allerdings sieht anders aus: Die meisten Betriebe haben eine Misstrauenskultur, in der zwar das eine verkündet, das andere aber praktiziert wird: Kontrolle. Das Fazit der Realitätsprüfung in Bezug auf den Vorschuss lautet also: Da wird behauptet, man gibt etwas, was einem eh gehört. Und was dann wirklich gegeben wird, ist das Gegenteil. Vollkommen widersprüchlich, das Ganze.

Das steigert sich noch mal, wenn wir den Begriff Vertrauen ins Spiel bringen. Vertrauen ist eine bemerkenswert nicht materielle Gabe, steht also dem zahlbaren Vorschuss schon mal grundsätzlich diametral gegenüber. Sie funktioniert nur dann, wenn die Möglichkeit eines Fehlschlags im Voraus eingeschlossen ist. Im Klartext: Nur, wenn ich riskiere, enttäuscht zu werden, bringe ich jemandem wirklich Vertrauen entgegen. Vertrauen funktioniert also ohnehin nur als Vorleistung, ohne das Ergebnis zu kennen. Mithin ist das Wort Vertrauensvorschuss so was wie ein weißer Schimmel ? aber auch die werden ja gebraucht...

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7.6.09

Anregung: Mal wieder selber denken

Wissen Sie was, meinte neulich ein Klient mit zerfurchter Stirn, zum Nachdenken komme ich sonst ja gar nicht mehr. Ich arbeite lang, erledige meinen Haushalt und die Dinge, die sonst noch so anstehen, schalte abends noch den Fernseher an und lasse mich berieseln. Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich mal ein Buch gelesen habe...

Vielen Menschen geht das so: Sie funktionieren nur noch, finden sich in einem vorgestanzten Leben, anstatt selbst zu leben. Die vita activa hat die vita contemplativa längst verdrängt. Innehalten für Selbstreflexion ist nur noch selten möglich - im Coaching zum Beispiel.

Für den Fall, dass Sie auch das Lesen und sich Gedanken machen vermissen, hier eine Empfehlung: Richard Münch, Globale Eliten, lokale Autoritäten, Edition Suhrkamp. Darin geht es um das Wissen und Nachdenken in Zeiten der Weltkultur, und wie die Managementrhetorik alle gesellschaftlichen Bereiche durchdringt. Sehr erhellend auch in Bezug auf die Frage, wie der Einzelne sich als Unternehmer seiner selbst im Spiel der globalen Wirtschaftskräfte durchschlägt.

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27.9.08

Gehalt als Schmerzensgeld? Fehlende berufliche Anerkennung

Mein Gegenüber ist Mitte vierzig, schlank, asketisch, selbstreflektiert. Er habe die Firma in fast 20 Jahren von einer Klitsche zu einem mittelständischen Unternehmen aufbauen helfen. Eine Menge Herzblut sei da drin, sein Herzblut. Seit es aber in der Unternehmensführung einen neuen Kopf gebe, sei das alles wertlos geworden. Seine Leistung werde nicht mehr anerkannt, im Gegenteil, man zeige ihm deutlich, dass er der neuen Politik eigentlich im Wege stehe. Das einzig Gute sei noch sein Gehalt - er nannte es mittlerweile sein Schmerzensgeld.

Die Erkenntnis, dass Leistung Anerkennung braucht, ist mittlerweile fast ein Jahrhundert alt.
Sie kommt aus dem Land, das die Welt mit Managementkonzepten überschwemmt und mit fatalem Mis-Management die globalen Finanzmärkte erschüttert, den USA. Dort hatte man den Taylorismus erfunden, um die Produktivität zu steigern. Im Zuge dieses Ansatzes wurde der Mensch zur Maschine und Emotionalität zum Störfaktor. Eher zufällig entdeckte man 1927 bei den sogenannten "Hawthorne-Experimenten", dass nicht Verbesserungen der Arbeits-, und Lohnbedingungen, sondern solche im sozio-emotionalen Bereich zu "unerklärlichen" Produktivitätssteigerungen führten. Man konnte die Arbeiter fast im Dunkeln werkeln lassen; die Tatsache, dass sie zu einer "Beobachtungs-Gruppe" für eine Harvard-Studie gehörten, genügte, um ihren Output zu erhöhen. Seither gibt es den Begriff HR, Human Relations, immer im Dienste der Effizienz, versteht sich.

Und noch eine Erkenntnis ist inzwischen Allgemeingut: Fehlende Anerkennung macht krank. Unzählige Studien zeigen, dass Männer und Frauen, die von "beruflichen Gratifikationskrisen betroffen" sind, ein signifikant höheres Risiko haben, Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, Diabetes, Alkoholabhängigkeit oder Angststörungen zu bekommen.

Aber zurück zu meinem Klienten. Er hat die Möglichkeit, auf eine miese Leistungs-Anerkennungs-Bilanz mit Krankheit zu reagieren, rechtzeitig erkannt. Gesünder ist die Kündigung, findet er. Er ist stolz auf seine Leistungen und sein nächstes Gehalt wird kein Schmerzensgeld mehr sein.

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27.4.08

Hilfe, ich bin zur Führungskraft aufgestiegen

Beim Flirten ist es essentiell, das Gegenüber aufmerksam wahrzunehmen. Zu sehen und zu fühlen, wer da ist und was diese Person einzigartig macht. Genauso ist es, wenn Sie eine neue Position antreten, und um so mehr, wenn es eine Führungsposition ist.

Viele neue Führungskräfte gehen mit einer Art naivem Pragmatismus ans Werk. Sie sagen sich, mein Ziel ist erst mal erreicht, und das wird schon, wenn ich erst mal die Ärmel aufkremple. Dann werden die neuen Aufgaben mit viel Begeisterung angepackt und plötzlich klemmt es überall. Widerstände machen sich bemerkbar, Hindernisse, Verzögerungen - vollkommen unerwartet. (?)

Ist doch eigentlich komisch. Vor Bewerbungsgesprächen scheuen Kandidaten kaum Kosten und Mühen, um sich optimal vorzubereiten. Beim Antritt der ersten Führungsposition im Leben aber gilt mehrheitlich das Beckenbauer-Prinzip "schaun mer mal."

So mancher Karriereknick könnte vermieden werden, wenn die oder der "Neue" den ungewohnten Führungsaufgaben mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung widmen würde. Zum Beispiel sollte sich die neue Führungskraft vorher einen Fragenkatalog erarbeiten, die um eigene Erwartungen und die von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern kreisen. Sie sollte auch überlegen, welche Erfolgskriterien in dem System möglicherweise relevant sind.

Einfacher ist es freilich, sich wie vor der Bewerbung auch dafür einen Profi zu holen, der mitdenkt und begleitet. Einen Begleitcoach für die neue Führungsposition. Der hat vielleicht noch ein paar Tipps in der Schublade, damit aus Ihrem Flirt mit der neuen Stellung eine dauerhafte Beziehung wird...

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31.3.08

Stimmen aus dem Äther: Zu Gast beim WDR

Die Stimme ist rauchig und tief. Sie schufte sechzehn Stunden täglich, sagt sie, teils in der Imbissbude, teils in der Kneipe. Beides laufe nicht so recht, aber irgendwie müsse sie doch überleben. Eine anonyme Anruferin meint, sie habe als Klinikärztin so hart gearbeitet, dass sie jetzt arbeitsunfähig sei. "Trotzdem," sagt sie mit Nachdruck, "das war die beste Zeit in meinem Leben. Ich würde es heute wieder so machen." Und dann ist da der 62-jährige Selbstständige, der von seiner neuen Berufung schwärmt, die zwar viel Zeit koste, aber ihn viel glücklicher mache als in "angestellten" Zeiten.

Das könnte fast ein Telefon-Coaching sein, wenn da nicht zwanzig Zentimeter vor meinem Gesicht dieses Mikrofon hängen würde. Ausserdem sitzt ein Moderator mir schräg gegenüber, das Studio ist mit Leselampen und Monitoren beleuchtet und die rote Lampe zeigt, dass wir "auf Sendung" sind. Das, liebe Coaching-News-Leser, war letzten Dienstag, als ich abends beim WDR in Köln Studiogast zum Thema "workaholism" sein durfte. Den Auftakt lieferte das Hörspiel "Die Betelnuss im Kopf" von Alfred Behrens, ein Stück über Arbeitssucht und Arbeitszwang, dessen psychedelische Stimmung ziemlich unter die Haut geht. Mehr dazu: http://www.wdr5.de/sendungen/hoerspielserie/1067358.phtml

"Lampenfieber? - Brauchste nicht zu haben", hörte ich im Vorfeld, "die sind alle Profis beim WDR und schrecklich nett." Stimmt. Götz Schmedes (Regie), Moderator Thomas Guntermann und ihr Team taten alles, damit im Studio kein Stress entstand. Nachher gab es bei Kölsch und Frikadelle gegenseitiges Schulterklopfen - das sei prima gelaufen, obwohl alle ein bisserl Lampenfieber hatten, aber wir sind ja Profis...

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16.3.08

Neues vom Älter werden, Lesetipp

Immer muß man sich orientieren. In einer unbekannten Wohnung, in einer unbekannten Stadt, in einem unbekannten Land, neuerdings in unbekannten virtuellen Gegenden. (...) Das hört nie auf. Ich erinnere mich, daß mich der Wunsch nach verlässlichen Orientierungen in meinen Pubertätsjahren richtiggehend bedrängte. (...) Das heisst, ich suchte in dieser Zeit mehr oder weniger bewusst nach einem erhöhten Ort des Überblicks, einem festen Ort der Sicherung, von dem ich meine affektiven und intellektuellen Bezugsnetze hätte auswerfen können. (...) Ich wollte einen geistigen Halt finden. Ich wollte den gewaltigen Energien meines Gefühlslebens eine Richtung geben.

Eine packende Art, zu beschreiben, was uns stets auf Neue fordert: Die Orientierungssuche. Das Zitat ist Silvia Bovenschens Buch "Älter Werden" entnommen . Ich kann es Ihnen, liebe Coaching-interessierten Leser, ans Herz legen. Es geht um Erlebtes und Erfahrenes, ums Leben halt. Ohne Pathos, in kleinen essayistischen Häppchen geschrieben. Wirklich lesenswert, falls Sie noch nicht viel vorhaben an Ostern...

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10.2.08

Vom Luxus, nachdenken zu dürfen

"Sie glauben gar nicht, wie ich mich auf diese Zeit mit Ihnen freue," verriet mir neulich ein Coaching-Klient. "Ich komme sonst gar nicht zum Nachdenken, ich funktioniere nur noch."
Modern Times. Zeit zum Reflektieren ist ein Luxusgut geworden.

Dazu passt die Meldung, dass Geisteswissenschaftler - wider Erwarten! - nützlich sein sollen für Unternehmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult befragte 106 grosse Unternehmen mit weltweiten Geschäftsbeziehungen und 108 Nichtregierungs-organisationen, wie sie es mit der Beschäftigung von Geisteswissenschaftlern halten. Demnach arbeiten in zwei Drittel der international tätigen deutschen Unternehmen keine Geisteswissenschaftler. In denjenigen Firmen aber, in denen diese Akademiker angestellt sind, werden sie hochgeschätzt, da ihre interkulturellen Kompetenzen als äußerst nützlich fürs Geschäftsleben gelten. So meinen rund drei Viertel der Unternehmen, die Fähigkeit der Geisteswissenschaftler, mit Menschen aus anderen Kulturen angemessen zu kommunizieren, sei bei Vertragsabschlüssen mit ausländischen Partnern entscheidend für den Erfolg.

Na bitte. Weltfremde, fabulierende und profitaverse Geisteswissenschaftler tragen endlich dazu bei, dass der Rubel rollt. Man weiss nicht, ob das nun eine gute Nachricht ist.
Mehr dazu.

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1.1.08

Zum Neuen Jahr

Wo biste geblieben,
2007?
Kaum hat?s gekracht,
Ist schon 2008!


Tja, liebe Posting-Leser, auch meine dichterischen Anstrengungen helfen nicht darüber hinweg: Schon wieder haben wir einen Jahresring angesetzt (?), neue Krähenfüsse fabriziert, Neues gelernt, Altes vergessen. Schad wärs, wenn bei all den Jahresrückblicken Ihre individuelle Jahreschronik auf der Strecke bliebe und aus dem Jahr 2007 dann irgendwann ein dusseliges "Knut-Jahr" würde. Woran möchten Sie sich erinnern, wenn Sie an das Jahr 2007 denken? Halten Sie es fest, irgendwann im Lehnstuhl freuen Sie sich darüber.


Und wie steht es mit Ihren "guten Vorsätzen" für das Neue Jahr: Wollen Sie dicker oder dünner werden, mehr oder weniger arbeiten, den nächsten Karriereschritt verwirklichen, umziehen, aufbrechen zu neuen Ufern?


Was immer Sie vorhaben, ich wünsche Ihnen gutes Gelingen dabei und die besten Perspektiven für 2008!
Ihre Wiebke Sponagel

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24.12.07

Es weihnachtet. Nachdenkfragen zum Fest.

Geschafft. Die Fastweihnacht, wenn närrische und besinnliche Zeit bei deutschen Betriebsfeiern miteinander verschmelzen, liegt hinter Ihnen.


Jetzt ist Zeit für die Familie, für Freunde, für Sie selbst. Wenn Sie mögen, gönnen Sie sich ein paar Minuten zum Nachdenken über die folgenden Fragen:


  • Welche Chancen habe ich im vergangenen Jahr genutzt?

  • Wofür bin ich dankbar?

  • Wie haben sich meine Beziehungen entwickelt?

  • Wie bin ich mit meiner Zeit umgegangen?

  • Wie haben sich meine Einkünfte entwickelt?

  • Was war im letzten Jahr anders als in den Jahren zuvor?

  • Was möchte ich in Zukunft ändern und was soll so bleiben, wie es ist?

Ein frohes Fest wünscht Ihnen Ihr Karriere-Coach Wiebke Sponagel

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8.12.07

Weihnachtshype: Wie hoch ist Ihr Überstundenkonto?

Oh, Du gnadenlose Vorweihnachtszeit - das Hamsterrad in den Betrieben dreht sich schneller. Ich könnte für meine Klienten gut und gern Beratungs-Nachtschichten machen, denn, so höre ich immer wieder, "vor sieben komme ich nicht raus." "Noch vor Weihnachten" heisst das Motto, das die Überstundenkonten in deutschen Firmen nochmal richtig dick werden lässt.

Politisch ist wieder keine Lösung in Sicht für diese "freiwilligen" Zeitgeschenke an den Arbeitgeber. Zum nunmehr sechsten Mal haben es die europäischen Arbeitsminister vertagt, ein neues Rahmengesetz zur Arbeitszeit in der EU vorzulegen. Unter anderem Grossbritannien und Deutschland wollen - gegen den Willen der Südländer - unter bestimmten Bedingungen mehr als 60 Wochenstunden erlauben, lesen Sie mehr dazu hier:

Wie geht es Ihnen damit, liebe Leser, wünschen Sie sich auch mehr Zeit für sich? Aber vielleicht ist das ja genauso wie mit dem Lottogewinn: Wenn der Wunsch plötzlich in Erfüllung geht, weiss man mit der grossen Gabe nichts anzufangen. Fremdverwaltete Zeit ist Sicherheit - was für ein Glück, dass wir für Unsicherheit keine Zeit haben...

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19.10.07

Neuer Trend: Slobby sein und langsam arbeiten

Ich werde häufig gefragt, ob das "downshifting", also das Runterschalten in eine Tätigkeit mit weniger Geld und mehr Zeit wirklich soooo eine grosse Bewegung ist in Deutschland. Vielleicht nicht unter dem Titel, sage ich dann, aber mehr von ihrem Leben zu haben, das wünschen sich viele, nicht nur meine Klienten.

Genau in dieses Bild passt, finde ich, dieser neue Trend:

Es gibt jetzt angeblich Top-Manager, die sich "slobbies" nennen.."Slobby" steht für "slow but better working people" - diese Menschen stellen also die Grundfesten der Taylorisierung in Frage, das Effizienzprinzip. Sie wissen, was ich meine? Taylor hatte die Idee der "wissenschaftlichen Betriebsführung" 1899 in der Bethlehem Steel Company. Er beobachtete einen Arbeiter namens Schmidt dabei, wie er zwölfeinhalb Tonnen Roheisen schaufelte, mass die Geschwindigkeit der Bewegung, die Grösse der Schaufel und die Pausen und was glauben Sie, worauf er kam? Schmidt konnte mit weniger Pausen, anderem Gerät und anderer Technik viel effizienter arbeiten - Taylor brachte ihn dahin, statt 12,5 Tonnen 47 Tonnen zu schaufeln. Wann Schmidt daraufhin den Schauflern der grossen Grube anheim fiel, wissen wir freilich nicht...

Genau das ist aber der Ansatzpunkt der slobby-Bewegung. Ihre Anhänger sagen, die Hetze bei der Arbeit macht krank und ist deshalb auf längere Sicht gesehen ineffizient. Schön, dass wir für diese Einsicht jetzt ein schickes englisch klingendes Label haben, sonst liesse sich so eine Idee hierzulande wohl kaum vertreten...

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13.10.07

Zeitmanagement: Über Zeitfenster und anderen Blödsinn unsrer Zeitkultur

Bestimmt sind Ihnen auch schon diese Neusprechler begegnet, die, mit ihren BlackBerries verwachsen, klein und kleiner werdende Zeitfenster beklagen, oder sich bei der Terminabsprache nach Ihren "Zeitfenstern" erkundigen.

Was ist das eigentlich, so ein "Zeitfenster"? Sind wir schon Mutanten eines allgegenwärtigen Computerprogramms, die sich selbst morgens "anklicken" und wahlweise nach Icons funtionieren? Gibt es dann auch ein "Sinn-Fenster" und ein "Freizeit-Fenster?" Oder werden Zeitfenster gelegentlich geöffnet, um mehr Zeit einströmen zu lassen? Und wieso werden die eigentlich immer kleiner?

Sie meinen, das sind philosophische, also unnütze Fragen?

Finde ich nicht. Sprache spiegelt das, was in der Gesellschaft und der Arbeitswelt los ist. Vor zwanzig Jahren gab es noch keine Zeitfenster. Da hatte man Zeit oder man hatte keine, was an sich ja auch Blödsinn ist. Schliesslich besitzen wir die Zeit nicht, eher umgekehrt. Die Uhr tickt. Wer früher stirbt, ist länger tot - erst dann "hat" man keine Zeit mehr.

Aber lassen Sie sich nicht irritieren, liebe Leser. Wenn Sie Zeit haben, prima: Dann machen was draus oder schauen Sie einfach mal zu, wie sie vergeht... oder brauchen Sie vielleicht dafür ein Zeitfenster?

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21.12.05

Weihnachtszeit, Zeit zum Nachdenken, vielleicht über Zeit?

Liebe Leser, bald haben Sie's geschafft: Der Vorweihnachtsstress ist vorbei und Sie können einen Takt langsamer leben, für ein paar Tage wenigstens. Ich mache das auch und habe Ihnen hier ganz faul ein paar Fragen aus meiner Tool-Kiste zusammengestellt: Fragen zum Umgang mit der Zeit, die, wie ich finde, gut in diese Zeit passen.

1.Will ich überhaupt Zeit haben? Bin ich bereit, Zeit als mein Gut oder unser Gut
zu betrachten?
2. Was ist mir wirklich wichtig?
4. Tue ich Dinge, die eigentlich andere tun sollten?
Wenn ja, warum? Was würde ich vermissen, wenn ich etwas nicht mehr täte?
5. Denke ich genügend nach, bevor ich handle? Oder beeile ich mich?
6. Lasse ich mich leicht unterbrechen? Wehre ich mich gegen Unterbrechungen?
z.B. mit Sprechstunden?
7. Schiebe ich Dinge immer wieder auf? Was spricht dagegen, etwas einfach zu tun?
8. Habe ich zuviel Kleinkram am Hals? Wer halst mir den denn auf? Kann ich dagegen
etwas tun?
9. Will ich perfekte Arbeit machen? Ist "gut genug" nicht manchmal auch ausreichend?
10 . Was will ich jetzt unternehmen, um meinen Umgang mit der Zeit zu verbessern?

Eine erholsame Weihnachtszeit wünscht Ihnen Wiebke Sponagel

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17.12.05

Übung zum Selbst-Coaching: Nach welchen Regeln ticken Sie?

Was, glauben Sie, hat Coaching mit Grammatik zu tun - nichts, auf den ersten Blick. Grammatik ist ein Regelsystem, nach dem Sprache funktioniert. Und Mentalgrammatik?

Damit meine ich das System von inneren Regeln, dem wir mehr oder weniger bewusst folgen. Oft werden sie auch "Glaubenssätze", "Lebensregeln" oder "mentale Konstrukte" genannt. Es sind grundlegende Annahmen, die unser Verhalten stark beeinflussen.

Sätze wie "Ich muss stark sein" oder "Ich muss anderen gefallen" oder "Ich muss perfekt sein". Sie zu erkennen ist wesentlich im Coaching, denn sie gehören zu den Grundpfeilern einer Persönlichkeit - mit ihnen gilt es zu arbeiten, wenn es um Veränderung geht.

Wenn Sie Ihre Leitsätze reflektieren möchten, schlage ich Ihnen folgende Übung vor:
1) Notieren Sie zwei bis drei der Regeln, die bisher für Sie unumstösslich waren.
2) Schreiben Sie jetzt zu jeder Regel das Gegenteil auf.
3) Stellen Sie sich das Reizvolle am gegenteiligen Verhalten vor. Welche Vorteile hätte es z.B., wenn Sie sich erlauben würden, auch mal Schwächen zu zeigen? Was würden Sie empfinden, wenn Sie die Alternativen ausleben würden?

Viel Erfolg beim Entdecken neuer Leitsätze wünscht Ihnen Wiebke Sponagel

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20.10.05

Eine Übung für Sie: Neue Perspektiven entdecken

Diese Woche bin ich über eine Meinungsumfrage unter der Schirmherrschaft von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker gestolpert, Perspektive Deutschland heisst sie. Da hebt ein altväterlich lächelnder Herr den Zeigefinger und raunt uns zu "und sagen Sie nicht, es hätte Sie keiner gefragt."
Na, wenn mich demnächst eine Firma zum Bungee-Jumping einlädt, weil ich artig geantwortet und angekreuzt habe " risikobereit", weiss ich, woher das kommt...

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Deutschland sucht Perspektiven und viele Deutsche auch.
Nicht umsonst heisst mein Coaching- und Beratungsangebot seit fünf Jahren "PERSPECTIVE COACHING" : Ich unterstütze meine Klienten bei ihrer Suche nach neuen Berufs-und Lebensperspektiven.
Nun geht die Fähigkeit, neue Perspektiven zu finden einher mit der, individuelle Sichtweisen erweiteren und verändern zu können - Sie ahnten es schon.

Wenn Sie ausprobieren wollen, wie sich das anfühlt, biete ich Ihnen die folgende Übung in drei Schritten an. Nehmen Sie sich Zeit dafür- nur net hudele, wie die Schwaben sagen.
  1. Denken Sie an ein berufliches Problem, mit dem Sie vor Kurzem zu tun hatten. Was haben Sie unternommen?
  2. Machen Sie einen Gedankensprung und stellen Sie sich vor:
    - Sie sind eine/r Ihrer Kollegen/innen. Schlüpfen Sie in dessen Haut. Betrachten Sie das Problem aus seinen/ihren Augen.
    - Sie sind Ihr eigener Vorgesetzter/Ihre Vorgesetzte. Schlüpfen Sie in seine/ihre Haut. Betrachten Sie das Problem aus seiner/ihrer Sicht.
    - Sie sind ein Freund/eine Freundin. Betrachten Sie das Problem aus dessen/deren Blickwinkel.
    - Sie sind ein "externer Berater" - jemand, der Abstand zu Ihren Dingen und einen Blick für?s Wesentliche hat. Wie hätte er/sie das Problem angepackt?
  3. Gehen Sie zurück an den Ausgangspunkt und überlegen Sie: Welche Art von Denken zeichnet diese Menschen aus? Was an deren Sichtweisen haben Sie bisher "übersehen" und könnte für Sie nützlich sein? Wie können Sie diese "Denke" für sich selbst nutzbar machen?

Viel Erfolg beim Perspektiven entdecken wünscht Ihnen
W.Sp.

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17.10.05

Denken Sie, was Sie wollen!

Oder: Ich denke, also bin ich erfolgreich!

Neulich sagt eine Klientin zu mir, ich weiss gar nicht, was und wie ich noch denken soll: Die ständige Miesmacherei der Kollegen geht mir auf den Geist, aber Positive Thinking ist auch irgendwie out...

Wie recht sie hat. Ein Artikel im SPIEGEL, (31/05) belegt, dass diese Haltung nicht bei jedem funktioniert. Ein Potsdamer Psychologe, Thomas Langens, liess Studenten wochenlang ihre Erfolgsphantasien aufschreiben und fand heraus, dass Menschen mit grosser Misserfolgsangst durch die Positivtaktik eher gehemmt als angespornt werden.

Auch die in Hamburg und New York arbeitende Psychologin Gabriele Oettingen unterstützt dieses Ergebnis. Oettingen bat ihre Teilnehmer - Studenten beim Start ins Berufsleben - ihre positiven und negativen Tagträume während der Jobsuche festzuhalten. Das Resultat: Bewerber, die glaubten, ohne weitere Probleme eine interessante, gutbezahlte Stelle zu bekommen, erhielten deutlich weniger Angebote und später auch weniger Gehalt als Skeptiker.

Langens rät zu Selbsterkenntnis statt zu Positive Thinking. Wer sich lieber ein worst-case-scenario vorstellt, sollte dabei bleiben, denn er kann damit durchaus erfolgreich sein. Die Forschung kennt diesen Effekt von Schülern. Diejenigen, die vor einer Klassenarbeit "Das wird sowieso nichts" stöhnen, bringen oft die besten Ergebnisse zustande. Der Trick ist, nebenbei zu denken, "Also probiere ich es einfach mal."

Na dann, liebe Blog-Leser - denken Sie einfach, was Sie denken wollen und schauen Sie, ob das Ergebnis passt!

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