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19.3.10

Schlechte Kommunikation - liegt es am Chef oder am Mitarbeiter?

Immer wieder höre ich von schwieriger Kommunikation und Konflikten in Unternehmen. Je nach Sichtweise sind Schuldige schnell benannt: Entweder Vorgesetzte oder die Mitarbeiter.

Geboren zum Führen ist wohl niemand, aber außerordentlich viele probieren es im Laufe ihres Lebens. Manche mit gutem, manche nur mit mässigem Erfolg. Glaubt man den Gerüchten in Unternehmen, sind die meisten Chefs sowieso frei nach dem Dilbert Prinzip ? nur wer inkompetent ist, kommt nach oben ? untauglich.

Umgekehrt beklagen sich Klienten in Führungspositionen oft , dass sie gegen unsinnige Strukturen ankämpfen und dafür auch noch übellaunige Mitarbeiter motivieren sollen. Der Verdruss existiert, scheint es, beidseitig ? eigentlich doch eine gute Basis, um einmal die gegenseitigen Erwartungen zu klären und gemeinsam nach Lösungen zu suchen....

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11.11.09

Motivationstief: Kann ich oder will ich nicht mehr?

Meine Klientin hat tiefe Ringe unter den Augen. Eigentlich mag sie ihren Job, aber es ist viel in letzter Zeit und sie kann sich schlecht konzentrieren. Schlafprobleme hat sie, die Gedanken an die Arbeit lassen sie nicht los. Obendrein kommen ihr Zweifel, ob sie diesen Job wirklich weiter machen will. Aber woher soll sie wissen, ob sie einfach nur in einem Motivationstief steckt, oder ob ein wirklich grundliegender Wunsch nach Neuorientierung dahinter steckt?

Gute Frage. Eine Antwort zu finden ist schwer, denn Stressbetroffene können kaum mehr selbst entscheiden. Sie funktionieren nur noch. Ihnen fehlt der Abstand, um ihre Situation beurteilen zu können. Zudem sind Entscheidungen unter Druck schlechte Entscheidungen.

Da hilft nur eins: Abstand! In vielen Fällen passiert das ungewollt, wenn Stressgeplagte zusammenklappen. Ein Krankenhausaufenthalt kann für einige Stresssymptome heilsam sein. Auch wird er meist als Warnung verstanden, dass eine Neuorientierung hin zu weniger fremdbestimmter Arbeit nötig ist.

Aber angenommen, Sie haben die Fäden noch in der Hand und kommen nach einer Urlaubspause oder Kur erholt und voller Elan an Ihren Arbeitsplatz zurück. Kurze Zeit später haben Sie den Eindruck, Sie stecken in der gleichen Motivations-, und Energiefalle wie vorher. Dann sollten Sie, allein oder mit neutraler Unterstützung, Ihren Arbeitsplatz auf den Prüfstand stellen: Was bietet er Ihnen, was nimmt er Ihnen? Falls der Handel Gesundheit gegen Geld und Anerkennung lautet, wäre eine Neuorientierung mehr als nur einen Gedanken wert.

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1.2.09

Motivationstief Innere Kündigung - versauern Sie am Job?


Wie geht es Ihnen mit Ihrer Arbeit? Sind Sie rundum zufrieden, oder nur teilweise, oder fehlt Ihnen die Motivation ganz? Eines jener Beratungsunternehmen, die eigene Studien als PR-Instrument nutzen, sagt: Zwei Drittel der Deutschen machen Dienst nach Vorschrift, haben die Innere Kündigung seit langem fertig. Gründe: Fehlende Anerkennung, schlechte Personalführung. Folgen: Riesige gesamtwirtschaftliche Schäden von bis zu 109 Milliarden Euro im Jahr. Schöne Zahl, nebenbei bemerkt, klingt so fundiert. 100 Milliarden dagegen hätte etwas Erfundenes an sich. Botschaft zwischen den Zeilen: Manager, macht in Schadensbegrenzung und nutzt unsere Berater für eine Optimierung eurer Fruststrukturen.

Aber wozu schreibe ich das hier? Als Coach interessiert mich, was Motivationskrisen auslöst. Interessant ist aber auch die Frage, wieso Menschen den Zustand der Frustration so ergeben ertragen. Viele würden lieber heut als morgen den Job wechseln, wenn, ja wenn:

  • die Krise nicht wäre
  • es garantiert einen besseren Job gäbe
  • die Ehefrau nicht dagegen wäre
  • das Haus nicht abbezahlt werden müsste
  • Sie wüssten, wozu Sie sich in Ihrem Alter noch bewerben sollten

Das mögen aus Sicht der Betroffenen ernst zu nehmende Gründe sein, die gegen eine Veränderung sprechen. Aber was, wenn man diese Blockaden überwinden könnte? Wenn man die Ehefrau mit ins Boot nehmen könnte, um noch mal etwas zu wagen? Wenn man das Wagnis durch gute Planung und kluges Kalkül minimieren könnte? Man weniger Manschetten vor Bewerbungen hätte? Dann würden nicht so viele Menschen am Job versauern und manche Beratungsunternehmen hätten ein Rechtfertigungsproblem...

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29.6.08

Ist Coaching gut für mich? Was Klienten mitbringen sollten, damit ein Coaching gelingt

Die Frage oben höre ich manchmal im Kennenlern-Gespräch. Schwierig, schwierig zu dem Zeitpunkt, weil Coach und Interessent sich dann ja naturgemäss zum ersten Mal sehen.

Beide Seiten wollen wissen, ob sich die Investition lohnt: Der Interessent, der sein Geld in seine persönliche Entwicklung stecken will, und der Coach, der sich fragt: Wird mein Handwerk fruchten oder sitzt da ein "Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht-nass-Kandidat?"

Wissenschaftler der City University in London haben untersucht, welche Faktoren auf Klientenseite dazu beitragen, das Coaching erfolgreich zu machen. 110 Berufstätige, quer durch die Hierarchien, waren dabei. Das Ergebnis ist einfach und bestechend. Hier sind die "magic three", die Klienten demnach von Coachings profitieren lassen: Gewissenhaftigkeit, Offenheit und Mut. Gewissenhaften Menschen gelingt das "Selbst-Management" besser, Offenheit ist Voraussetzung für Selbst-Reflektion und Mut braucht?s, um die "Comfort-Zone", also die Wohlfühl-Zone zu verlassen und sich auf zu machen zu neuen, unbekannten Territorien. Mehr dazu hier: www.business.brookes.ac.uk/research/areas/coaching&mentoring/volume/stewart.pdf

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10.5.08

Lieber morgen als heute - was tun bei Aufschieberitis?

Mein Coaching-Klient lächelt mich zerknirscht an. Die Hausaufgaben habe er nicht geschafft, sagt er - ich wisse ja, er leide unter "Aufschieberitis". Der Wunsch ist klar: Coach, erlöse mich von dem Übel, sagen die Augen, und sie wissen gleichzeitig: Nur er selbst kann das. Aber wie???

Zaubern kann ich nicht, aber es gibt ein paar allgemeine Tipps, hier sind sie:
  1. Gewinnen Sie Klarheit darüber, was Sie wirklich wollen und warum Sie es wollen. Vielleicht hilft es, sich einen "Mantra-Satz" an den Spiegel zu kleben, um daran erinnert zu werden. Oder weihen Sie Freunde, Partner, Mitbewohner oder Ihren Coach ein.
  2. Setzen Sie sich nur Ziele, die für Sie auch erreichen können, planen Sie, wie Sie das Ziel in verdauliche Zwischenetappen einteilen können.
  3. Überlegen Sie vorher, was Sie an der Zielerreichung hindern könnte und welche Blockaden es zu überwinden gilt.
  4. Setzen Sie sich einen Termin und einen Anreiz: Wenn Sie es bis dahin schaffen, belohnen Sie sich!
  5. Wenn nicht, überlegen Sie, woran es gelegen hat: Hatten Sie keinen Antrieb, oder "ist soviel dazwischen gekommen", d.h. Sie haben sich abbringen lassen von Ihrem Ziel? Was für einen Nutzen hatten Sie davon, ihr Ziel doch nicht zu erreichen? Ist der vielleicht wertvoller als der Anreiz, den Sie sich in Aussicht gestellt hatten?
  6. Geben Sie sich auf jeden Fall eine neue Chance. Niemand ändert sich von jetzt auf gleich, lassen Sie sich Zeit.


Am wichtigsten ist natürlich, dass Sie die Ursache für Ihr Aufschiebe-Verhalten finden. Sind Sie ausgebrannt, sehen Sie keinen echten Nutzen in dem, was Sie sich vornehmen, gehört das neue Ziel "eigentlich" gar nicht zu Ihnen? Und wenn Sie "den Wald vor lauter Bäumen" nicht sehen, holen Sie sich Unterstützung für Ihre Ursachen-Forschung!

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4.5.08

Ungenügend: Die Leistungsbeurteilung als Führungsinstrument

"Ich bin völlig falsch beurteilt worden", höre ich im Coaching. Nicht nur, dass dadurch die längst fällige Gehaltserhöhung wieder "verzögert" wird, auch der vom Klienten angestrebte Karriereweg scheint jetzt in den Sternen zu stehen.

Nirgendwo wird so gern und häufig zu Leistungsbeurteilungen als "Führungsinstrument" gegriffen wie in Deutschland. Ganze Abteilungen verwandeln sich in Klassenzimmer, aus Vorgesetzten werden Lehrer Lempels, alle beugen sich vor dem System und kaum jemand fühlt sich wohl dabei.

Das allerbeste ist freilich der "Leistungsvergleich", der veröffentlicht wird, um den "sportlichen Ehrgeiz" zu wecken. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie zeigt, dass die Qualität der geleisteten Arbeit signifikant sinkt, wenn solche Vergleiche allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Noch deutlicher: Die Produktivität eines Unternehmens wird durch die Bekanntmachung eines Leistungsrankings reduziert.

Was ändert es? Reinhard Sprenger ruft seit Ewigkeiten in den Wald deutscher Unternehmen, dass die Leistungsbeurteilung obsolet und nur ein Zeichen für fehlenden Kontakt ist. Gleich dem Liebhaber, der "danach" fragt, "war ich gut?" Und was schallt aus dem Wald der Unternehmen zurück? "Lasst uns das gerecht und objektiv beurteilen...."

Mal ganz unter uns, liebe Leser. Gerechtigkeit ist sowieso ein Kinderglauben. Aber da sind wir wieder, wo wir angefangen haben: Firmen verwandeln sich in Schulen, Mitarbeiter werden zu Kindern. Was bin ich froh, dass ich seit acht Jahren schwänzen darf...

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20.1.08

Wo bekomme ich feedback als Führungskraft?

Die Anzugjacke hängt über der Lehne, der Schlips ist gelockert, mein Gegenüber weiss, hier kann kurzzeitig der Managerhabitus Pause machen. Dennoch kräuselt sich die Stirn "Ich kenne den ganzen Zirkus, Einstellungsgespräche, Beurteilungsgespräche, MBO und soweiter, aber wer beurteilt eigentlich mich?" Er habe, sagt er, die "Bodenhaftung" verloren, wisse gar nicht so recht, wie seine Mitarbeiter ihn als Geschäftsführer eines Familienunternehmens sehen, "keiner gibt mir feedback".

Warum ich das hier erzähle? Offensichtlich geht das vielen Führungskräften so, auch wenn es Instrumente wie "360-Grad-Feedback" gibt. Es wird eben eher von oben nach unten "beurteilt" als umgekehrt und an der Spitze ist niemand "auf Augenhöhe". Wer als Führungskraft eine Zwischenbilanz braucht, macht es wie mein Klient: Er oder sie sucht sich einen Coach, der hinter die Fassade schaut, mit der zarten Managerseele dosiert respektlos umgeht und konstruktiv seine oder ihre Entwicklung begleitet. Die Bodenhaftung stellt sich dann schon wieder ein...

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13.1.08

Sind Sie glücklich am Arbeitsplatz?

Mal ehrlich, sind Sie es, und wenn ja, warum? Haben Sie eine Affaire mit einem/einer Kollegen/in, gerade eine Gehaltserhöhung bekommen oder blüht der Kaktus auf der Fensterbank?

In ihrem Buch "Ich kann, was ich will" packen die Autoren Lazarus und Fay die Frage nach dem Glücklichsein von einem unorthodoxen Blickwinkel aus an. Sie behaupten, dass Verhaltensweisen, die seelisches Leid auslösen, irgendwann mal gelernt und folglich auch wieder "verlernt" werden können.

Eine junge Frau, die in einer Hamburger Werbeagentur arbeitete, betrachtete sich selbst als wertlos gegenüber den attraktiven, strahlenden und wohlhabenden Leuten, denen sie täglich begegnete. Ihre eigenen Persönlichkeitswerte - nämlich dass sie lebhaft, freundlich und zuverlässig war - fand sie "normal" und ging deshalb davon aus, dass diese Eigenschaften weniger wichtig wären. Auf der anderen Seite, auch das Klagen und der Trost, den man dabei findet, kann ja eine befriedigende Sache sein...kommt halt drauf an, wie man Glück definiert...

Na, wie auch immer - was glauben Sie, welche Gruppe unter den deutschen Arbeitnehmern sich selbst als am glücklichsten einschätzt? Es ist die, über deren angebliche Faulheit endlos Witze kursieren: Die Beamten. Auf einer Skala von eins bis zehn bewerteten sie ihr Glück nach einer Befragung der Bertelsmann-Stifung 7,9 Punkten. Im Umkehrschluss heisst das wohl, die Deutschen träumten davon, Beamte zu sein: Häuschen im Grünen, die Bienen summen um die Adenauerschen Rosen, die Pension ist sicher und alle können in Ruhe Fettringe ansetzen. Ach jaaaa. Ich werd auf einmal soo müde...

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7.10.07

Karriere: Wohin mit dem Arbeits-Frust?

Mein Gegenüber blickt betrübt vor sich hin. Er habe sich eine dreimonatige Auszeit vom Job genommen, habe Überstundenabbau mit Urlaub verbinden können und eine wunderbare Zeit in England als "volunteer" bei verschiedenen Wohlfahrts-Organisationen verbracht. Mit anderen Worten: Der Mann hat in seiner Freizeit gearbeitet, für lau. Es habe ihm gut getan, mal "direkt für Menschen und mit Menschen" arbeiten zu können, das Klima bei den Insulanern sei so herzlich gewesen. Vor einer Woche sei er dann an den alten Arbeitsplatz zurück gekehrt und, was, glauben Sie, hat ihn erwartet? Missgünstige und übellaunige Kollegen, die ihn nicht mal fragten, wie es ihm ergangen sei. Die unausgesprochene Botschaft an ihn lautete: Du hast Dir drei Monate dolce-far-niente erlaubt, auf unsere Kosten. Der Mann schaut mich an und sagt "irgendwas läuft falsch hier in Deutschland."

Nun bin ich, was die Briten anbelangt, bekanntermassen parteiisch, denn ich habe sie mit all ihren Schrullen einfach ins Herz geschlossen. Vielleicht hätte mein Klient das Gleiche ja in Deutschland erlebt, im ehrenamtlichen Sektor, denn da liegt der Nutzen eben jenseits des Geldes. Aber an Deutschlands sonstigen Arbeitsplätzen scheint es, nach einer DGB-Umfrage unter 6000 Beschäftigten aller Branchen, duster auszusehen in Sachen Arbeitsklima. Nur zwölf Prozent der Deutschen haben an ihrem Arbeitsplatz nichts zu auszusetzen. Jeder dritte Angestellte ist mit seinen Arbeitsbedingungen sogar extrem unzufrieden. Bemängelt werden laut der Studie fehlende Aufstiegschancen, respektloser Umgang und schlechter Führungsstil. Klar, dass da jede Menge Frust geschoben wird.

Was machen Engländer, wenn Sie unzufrieden sind, z.B. im Restaurant? Sie gehen und kommen nie wieder. Von einem Deutschen, der in Berlin ein zähes Steak vorgesetzt bekam, erzählt man sich, er habe es widerwillig gegessen und sich anschliessend beschwert. Die kesse Kellnerin darauf: "Aba uffjefressn ham se?t." Vielleicht sollten wir einfach nicht alles verdrücken, was uns vorgesetzt wird?

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7.9.07

Wie arbeitet es sich als Freiberufler? - Zufriedener!

Je nach Untersuchung tragen bis zu zwei Drittel der deutschen Angestellten ihre "innere Kündigung" mit sich herum. Das heisst, sie machen "Dienst nach Vorschrift", um ihren Arbeitsplatz zu erhalten, obwohl sie wenig bis gar keinen Sinn darin sehen.Wir Deutschen sind ja besonders sicherheitsbewusst und trotz der Hire-und-Fire-Mentalität, die sich auf der Arbeitgeberseite durchgesetzt hat, sind die meisten von uns noch immer davon überzeugt, dass das Angestellt-Sein dem freiberuflichen Arbeiten vorzuziehen sei.

Fragt man man aber die Freiberufler - ein webportal der Ludwig-Maximilians-Universität und der TU in München haben das getan (http://www.gruendungszuschuss.de/) - dann findet man heraus, dass sie erstaunlich zufrieden sind. 1200 Gründer, die Hälfte davon Freiberufler, wurden befragt und 96 Prozent von ihnen würden wieder gründen. Ihre Zufriedenheit, die sie auf einer Skala von 1 bis fünf (= sehr zufrieden) bewerten sollten, lag bei vier. Zwar kam heraus, dass die Gehälter stark schwanken, dass aber Freiberufler andere Prioritäten setzen: Sie sind unabhängig und haben keine launigen Vorgesetzten. Sie können ihre eigenen Ideen verwirklichen und selbst gestalten, wie lange und wann sie arbeiten.

So. Was meinen Sie: Soll ich jetzt, zur Deutschland-knoppert-Zeit, mal ein Stückchen spazieren gehen, oder doch lieber einen Espresso trinken und Zeitung lesen...?

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15.11.06

Coachingthema "Meine Arbeit wird nicht anerkannt." Rollen und Anerkennung

Seltsam, wie Themen uns manchmal anspringen und dann allgegenwärtig sind. So geht es mir momentan mit der Klage über fehlende Anerkennung. In der Karriereberatung kann ich sie nutzen und ummünzen in einen Antrieb, z.B. aus der "inneren" eine echte Kündigung zu machen.

Aber von überall weht mich dieses Lamento an. Eine Personalmanagerin erzählt mir mit Zornesfalten von ihrem Vorgesetzten. Er sei ein Phantom, vergrabe sich hinter seinem Schreibtisch und kümmere sich nicht um seine Abteilung. Im "Angeben" aber sei er gross: Er schmücke sich gern mit fremden Federn, und deklariere die von ihr und ihrem Team erbrachte Arbeit flugs in seine um.

Und nochmal dasselbe Thema, wieder aus einer anderen Richtung: Vor ein paar Tagen führte der Auftritt der früheren Direktorin des Frankfurter English Theatre, Judith Rosenbauer, bei einer Premierenfeier zum Eklat. Sie forderte vor Beginn der Vorstellung die Anerkennung ihrer Aufbauarbeit: Ihr Foto solle im Foyer auf ihre fast 20-jährige Leitung dieses in Europa einmaligen Theaters hinweisen. Was geschah? Die ehemalige Prinzipalin, einst hofiert und hochgeschätzt, wurde ausgebuht und schliesslich "polizeilich entfernt".- Auch kein Beispiel für überzeugendes Krisenmanagement, aber das nur am Rande.

Jede Wette, dass Rosenbauer sich mit dieser Aktion eher selbst geschadet hat, und dass meine Bekannte erst aufatmet, wenn entweder sie oder ihr Chef "geht". Aber diese Fälle zeigen deutlich, was manche nicht verstehen: Anerkennung ist an Rollen gebunden. Ein Chef kann die Erfolge seiner Mitarbeiter prima als seine verkaufen, und eine ehemalige Theater-Prinzipalin ist im Bewusstsein des Publikums eben nur eins: ehemalig.

Was ist nun die Moral von der G?schicht? Sollte ich Ihnen einen Rat geben wie in diesen Rezeptbüchern , z.B. "geben Sie auch mal an mit Ihren Leistungen, damit andere Sie anerkennen", oder "machen Sie sich nicht abhängig von der Meinung anderer"? Nein, zu allgemein. An beidem ist was dran und auch wieder nicht, denn jeder "Fall" ist anders.
Nur eins ist klar: Anerkennung ist Balsam für die Seele, wir alle brauchen sie. - Hab ich das nicht schön geschrieben...?

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20.6.06

Karrierefaktor Jobzufriedenheit. Ältere sind zufriedener.

Wenn Sie mit Freude an die Arbeit gehen, gehören Sie zu den 64 Prozent der Deutschen, die das von sich behaupten. Jedoch scheint der Grad der Zufriedenheit vom Alter abzuhängen: Einer Studie zufolge sind Jüngere oft unterfordert und bemängeln , dass ihnen wenig Raum für die Verwirklichung eigener Ideen gelassen wird. Daraus folgt, dass Jüngere sich ihrem Unternehmen weniger verbunden fühlen und eher zum Jobwechsel bereit sind.

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