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23.11.08

Suboptimales Gehalt - mehr Geld verhandeln

Erst letztens habe ich kapiert, warum das Phänomen, das jetzt als "Vertrauenskrise" firmiert, zuerst "subprime"-Krise genannt wurde. Sub heisst ja bekanntlich "unter", aber was hatte es mit dem "prime" auf sich? Ein Grundanstrich gegen Rost ..? Natürlich ist damit "von bester Qualität" gemeint und in Verbindung mit sub ist es so zu verstehen wie unser "suboptimal" - also als Beschönigung für "unterirdisch". Die Sub-prime Kunden in den USA waren unterirdisch, weil ohne Einkünfte, ohne Job und ohne Rücklagen.

Suboptimal ist in der hiesigen Arbeitswelt auch einiges, dazu gehört für einige, besonders, wenn sie weiblich sind, das Gehalt. Immer noch arbeiten Frauen in gleicher Position wie ihre männlichen Kollegen für 20 bis 25 Prozent weniger als Männer. Vielleicht sind Frauen ja einfach klüger und sagen sich, dafür arbeite ich dann auch nicht bis zum Umfallen, aber in vielen Fällen tun sie genau das, bei schlechterer Bezahlung. Wer glaubt, für seine Leistung unterirdisch entlohnt zu werden, kann das ändern: In einem Gespräch mit dem Vorgesetzten.

Manche Klienten, egal ob männlich oder weiblich, berichten mir von einem "mulmigen Gefühl", das sie vor so einem Gespräch haben. Ich finde es ja prima, auf die eigenen Gefühle zu achten, denn sie leisten nützliche Dienste, zum Beispiel zu warnen, aber manchmal hindern sie eine/n auch. Gehaltsverhandlungen sind eine von vielen Sportarten, die man beherrschen sollte im Berufsleben. Die Regeln und Hürden, die es dafür gibt, kann jeder "Professional" kennen lernen, und noch besser trainieren, zum Beispiel beim Coach. Es schadet nichts, gut vorbereitet in den Ring zu steigen, dann ist das Ergebnis bestimmt alles andere als suboptimal.

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27.9.08

Gehalt als Schmerzensgeld? Fehlende berufliche Anerkennung

Mein Gegenüber ist Mitte vierzig, schlank, asketisch, selbstreflektiert. Er habe die Firma in fast 20 Jahren von einer Klitsche zu einem mittelständischen Unternehmen aufbauen helfen. Eine Menge Herzblut sei da drin, sein Herzblut. Seit es aber in der Unternehmensführung einen neuen Kopf gebe, sei das alles wertlos geworden. Seine Leistung werde nicht mehr anerkannt, im Gegenteil, man zeige ihm deutlich, dass er der neuen Politik eigentlich im Wege stehe. Das einzig Gute sei noch sein Gehalt - er nannte es mittlerweile sein Schmerzensgeld.

Die Erkenntnis, dass Leistung Anerkennung braucht, ist mittlerweile fast ein Jahrhundert alt.
Sie kommt aus dem Land, das die Welt mit Managementkonzepten überschwemmt und mit fatalem Mis-Management die globalen Finanzmärkte erschüttert, den USA. Dort hatte man den Taylorismus erfunden, um die Produktivität zu steigern. Im Zuge dieses Ansatzes wurde der Mensch zur Maschine und Emotionalität zum Störfaktor. Eher zufällig entdeckte man 1927 bei den sogenannten "Hawthorne-Experimenten", dass nicht Verbesserungen der Arbeits-, und Lohnbedingungen, sondern solche im sozio-emotionalen Bereich zu "unerklärlichen" Produktivitätssteigerungen führten. Man konnte die Arbeiter fast im Dunkeln werkeln lassen; die Tatsache, dass sie zu einer "Beobachtungs-Gruppe" für eine Harvard-Studie gehörten, genügte, um ihren Output zu erhöhen. Seither gibt es den Begriff HR, Human Relations, immer im Dienste der Effizienz, versteht sich.

Und noch eine Erkenntnis ist inzwischen Allgemeingut: Fehlende Anerkennung macht krank. Unzählige Studien zeigen, dass Männer und Frauen, die von "beruflichen Gratifikationskrisen betroffen" sind, ein signifikant höheres Risiko haben, Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, Diabetes, Alkoholabhängigkeit oder Angststörungen zu bekommen.

Aber zurück zu meinem Klienten. Er hat die Möglichkeit, auf eine miese Leistungs-Anerkennungs-Bilanz mit Krankheit zu reagieren, rechtzeitig erkannt. Gesünder ist die Kündigung, findet er. Er ist stolz auf seine Leistungen und sein nächstes Gehalt wird kein Schmerzensgeld mehr sein.

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4.5.08

Ungenügend: Die Leistungsbeurteilung als Führungsinstrument

"Ich bin völlig falsch beurteilt worden", höre ich im Coaching. Nicht nur, dass dadurch die längst fällige Gehaltserhöhung wieder "verzögert" wird, auch der vom Klienten angestrebte Karriereweg scheint jetzt in den Sternen zu stehen.

Nirgendwo wird so gern und häufig zu Leistungsbeurteilungen als "Führungsinstrument" gegriffen wie in Deutschland. Ganze Abteilungen verwandeln sich in Klassenzimmer, aus Vorgesetzten werden Lehrer Lempels, alle beugen sich vor dem System und kaum jemand fühlt sich wohl dabei.

Das allerbeste ist freilich der "Leistungsvergleich", der veröffentlicht wird, um den "sportlichen Ehrgeiz" zu wecken. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie zeigt, dass die Qualität der geleisteten Arbeit signifikant sinkt, wenn solche Vergleiche allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Noch deutlicher: Die Produktivität eines Unternehmens wird durch die Bekanntmachung eines Leistungsrankings reduziert.

Was ändert es? Reinhard Sprenger ruft seit Ewigkeiten in den Wald deutscher Unternehmen, dass die Leistungsbeurteilung obsolet und nur ein Zeichen für fehlenden Kontakt ist. Gleich dem Liebhaber, der "danach" fragt, "war ich gut?" Und was schallt aus dem Wald der Unternehmen zurück? "Lasst uns das gerecht und objektiv beurteilen...."

Mal ganz unter uns, liebe Leser. Gerechtigkeit ist sowieso ein Kinderglauben. Aber da sind wir wieder, wo wir angefangen haben: Firmen verwandeln sich in Schulen, Mitarbeiter werden zu Kindern. Was bin ich froh, dass ich seit acht Jahren schwänzen darf...

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8.6.07

Auslandsaufenthalt: Machen Sie was draus

An dieser Stelle habe ich Ihnen schon öfters empfohlen, die Gelegenheit zu nutzen, wenn Sie beruflich ins Ausland gehen können. Egal, welchen Blickwinkel Sie auf die momentan viel diskutierte Globalisierung haben: Eine Erweiterung Ihres kulturellen Horizonts wird Ihnen nicht nur zu neuen Einsichten, sondern auch zu neuen Karrieremöglichkeiten verhelfen.
Etwa zwei Drittel der deutschen Personalmanager teilen einer Studie zufolge diese Meinung. Aus der Veröffentlichung geht auch hervor, dass Mitarbeiter in jedem dritten Unternehmen dazu tendieren, nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland den Arbeitgeber zu wechseln oder mehr Gehalt zu fordern.
Wie auch immer - Sie haben die Wahl!

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3.6.07

Deutsche Manager führen - in Bezug aufs Gehalt

Wenn Sie für Ihre Karriere nach den besten Verdienstmöglichkeiten in Europa suchen, gilt die Devise "bleib im Ländle". Ein Beratungsunternehmen hat europäische Managementgehälter aus 3671 Unternehmen in elf Ländern verglichen. Ergebnis: Am besten verdienen deutsche Manager.
Der Geschäftsführer eines Unternehmens mit bis zu 100 Mitarbeitern bekommt in Deutschland mit 274.000 Euro europaweit das höchste Jahresgehalt. 202.000 Euro sind dafür in Großbritannien aufgerufen, am wenigsten verdient ein CEO in dieser Kategorie in Irland (131.000 Euro). Auch in mittleren Unternehmen, die 100 bis 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, stecken deutsche Geschäftsführer das meiste Geld ein. Sie verdienen durchschnittlich 349.000 Euro, wieder gefolgt von Großbritannien mit 339.000 Euro und diesmal Irland mit 304.000 Euro.
Ob alle diese Bestverdiener verdienen, was sie verdienen, ist freilich eine andere Frage

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17.5.07

Karriere: Sparfaktor Managerin

Ein Dauerbrenner auf meinen Seiten ist er mittlerweile, der Hinweis auf die Benachteiligung von berufstätigen Frauen. Männer verdienen bei gleicher Position ein Viertel bis ein Drittel mehr, das ist bekannt. Wer aber annimmt, dass sei zumindest bei Spitzenpositionen anders, ist im Irrtum.

Zunächst einmal: Nur vier Prozent der Geschäftsführer in deutschen Unternehmen sind überhaupt Frauen. Dafür gibt es manche Gründe, unter anderem Männernetzwerke, die Frauen ausschliessen.

Die wenigen Topmanagerinnen verdienen nun durchschnittlich fast ein Drittel weniger als Männer in ähnlicher Position. Geschäftsführerinnen im sogenannten branchen- und grössenunabhängigen Durchschnitt aller Unternehmen bekommen jährlich 183 000 Euro, ihre männlichen Kollegen dagegen 259 000 Euro.

Eigentlich seltsam, dass nicht mehr Frauen in Spitzenpositionen eingestellt werden, wo Unternehmen dabei doch so schön sparen können....

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14.2.07

Karriere, Mythos und Wirklichkeit: Nur das Gehalt zählt

Warum gehen Sie jeden Tag zur Arbeit? Was treibt Sie an, Leistung zu bringen und Karriere zu machen? Wenn Sie jetzt sagen, "ich will mich im Job neuen Herausforderungen stellen", dann bestätigen Sie das, was Personaler im Bewerbungsgespräch gern hören. Aber der Mythos vom Helden, der jeden Tag auszieht, das Unbekannte zu suchen und zu meistern, entspricht nicht der Wirklichkeit an deutschen Arbeitsplätzen.

In einer Umfrage unter 16 000 europäischen Arbeitnehmern fand das Karrierenetzwerk Monster heraus, dass fast die Hälfte der deutschen Befragten allein wegen ihrer monatlichen Gehaltszahlung täglich zur Arbeit kommen. An zweiter Stelle nannten die Deutschen die Familie: Für 18 Prozent ist der Unterhalt der Angehörigen der entscheidende Grund, zu arbeiten. Die sogenannten Herausforderungen und Spass an der Arbeit wurde nur von zwölf Prozent der deutschen Berufstätigen als Motivation angeführt.

Ist es nun schade, dass wir diesen Heldenmythos begraben müssen? Stellen Sie sich mal vor, die deutsche Wirtschaft würde boomen (tut sie ja), aber nicht wegen der Existenzangst der Einzelnen, sondern weil wir tatsächlich Spass an der Arbeit hätten. Wir würden mit einem Liedchen auf den Lippen jeden Morgen aufstehen, fröhlich eben mal das neue deutsche Wirtschaftswunder maximieren und abends ohne Frustattacken an Verkehrsteilnehmern und Mitmenschen heimkommen. Dio mio, wäre das langweilig....

Ihre gutgelaunte Wiebke Sponagel

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26.10.06

Selbstmarketing für Frauen: Wissen, was frau wert ist

Meine Stammleser wissen, dass das Thema "Gehälter für Frauen" mir ein wichtiges Anliegen ist. Deshalb mache ich es heute kurz: Wenn Sie mögen, schauen Sie mal unter www.frauenlohnspiegel.de vorbei. Die Hans-Böckler-Stiftung bietet dort einen Gehalts-Überblick zu über 130 Berufen, eine gute Grundlage für Gehaltsverhandlungen. Das Angebot richtet sich besonders an Frauen, die immer noch die schlechteren Gehaltsabschlüsse machen. Auch sonst bietet die Seite viel Wissenswertes zum Thema "Frau und Beruf".

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11.10.06

Karriere & Gehalt: Deutsche Manager sind Topverdiener im "global village"

Lange galt Deutschland als rückständig in Bezug auf die Gehälter von Führungskräften - sie hielten einem internationalen Vergleich nicht stand, hiess es. Diese Zeiten sind vorbei, wie eine Untersuchung der Hans-Böckler Stiftung zeigt.

Demnach rangieren deutsche Unternehmen mit dem, was sie ihren Vorständen zahlen, gleich nach US-Unternehmen an zweiter Stelle, noch vor Frankreich und Grossbritannien. Bei der Zahlung von Boni sind die Deutschen sogar Spitzenreiter: Durchschnittlich 34 Prozent der Gesamtvergütung werden hier für kurzfristige Erfolge gezahlt. In den USA sind es 20 Prozent, in Frankreich 27 und in GB 32 Prozent.

Während sich unsere Manager also nun auf internationalem Parkett messen können, erscheint der interne Vergleich immer absurder: Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer bringt es in einem deutschen Unternehmen auf 26.425 Euro jährlich, ein Vorstandsvorsitzender auf 3.9 Millionen Euro, also 149 mal soviel. Gute Zeiten für Sozialneid, also.

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14.8.06

Coachingthema Wert(e)arbeit

Im Coaching geht es immer auch um Werte: Welche Werte bestimmen das Leben meiner Klienten, wie beieinflusst der allgemeine Wertewandel uns als Einzelne, Werte-Arbeit eben.

Unter "deutscher Wertarbeit" verstehen wir freilich etwas anderes, nämlich die Qualität und Wertbeständigkeit der Resultate unsrer Arbeit. Besonders wir Deutschen, heisst es immer, sind bereit, den Wert guter Arbeit anzuerkennen - wir legen gern etwas drauf für ökologische Produkte, für nachhaltig erzeugte Holzprodukte, für gute Dienstleistungen usw.

Schade nur, dass kaum jemand bereit zu sein scheint, die Wert-Arbeiter selbst angemessen zu honorieren und ihre Arbeitsplätze zu sichern. Eine ganze hochqualifizierte "Generation Praktikum" (Der Spiegel 31/06) arbeitet zu Minimalpreisen, ohne je eine Festanstellung zu. bekommen. Löhne und Gehälter in Deutschland stagnieren oder entwickeln sich nur schwach. Es heisst, einfache und mittlere Angestellte könnten froh sein, überhaupt noch Arbeit zu haben. Als Dankeschön erhalten Unternehmen regelmässig Geschenke von von ihrer Belegschaft: Überstunden, von denen nur noch 15 Prozent gezahlt werden.

Die Verantwortlichen für diese Prozesse haben inzwischen für sich eine "Anpassung an internationale Managergehälter" erreicht: Nach Angaben der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. sind die Gehälter der DAX-Vorstände von 2003 bis 2005 von 401 auf 486 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 21 Prozent. Einzelne Stimmen, z.B. Prof. Joachim Schwalbach von der Humboldt-Universität, mahnen an, dass es nur zwei Indikatoren für die Angemessenheit von Vorstandsgehältern gebe: Das Verhältnis zur Leistung der Unternehmen und das zu den restlichen internen Firmen-Gehältern - von beidem sind diese Zahlungen "abgekoppelt". Mit anderen Worten: Schizophren ist normal geworden.

Warum erzähle ich Ihnen das? Sie, meine Klienten und Leser, wissen das ja längst: Es sind genau diese Prozesse, die Sie dazu bewegen, Beratung in Anspruch zu nehmen und inmitten widersinniger Verhältnisse neue Perspektiven zu suchen. Ich glaube, ich wollte Ihnen einfach mal sagen, dass ich in dieser Hinsicht parteiisch, nämlich auf Ihrer Seite bin.

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20.4.06

Karriereentscheidung Gehalt: Frauen sicherheitsbewusster

John Grays unterhaltsame und oft zitierte Feststellung, dass Frauen und Männer von unterschiedlichen Planeten kommen, scheint sich wieder mal zu bestätigen:

In einem Laborversuch mit 240 Probanden hat das Institut zur Zukunft der Arbeit der Uni Bonn jetzt herausgefunden, dass Frauen lieber ein Fixgehalt bekommen als leistungsabhängige Bezahlung, auch wenn sie damit mehr verdienen könnten. Männer dagegen sind risikobereiter und ziehen die leistungsabhängige Honorierung vor. Aber Geld soll ja nicht alles sein, auf unserem Planeten ...

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22.3.06

Karriere: Gute Perspektiven für IT-Freiberufler

Nach dem Einbruch Ende der neunziger Jahre stehen sie wieder hoch im Kurs, die Verwalter des digitalen Vergessens (denn gespeichert = vergessen). Wer plant, sich in der IT-Branche selbstständig zu machen, hat jetzt in zweierlei Hinsicht gute Karten:

Einerseits steigen die Honorare, wie eine Honorarauswertung von Freiberufler-Profilen ergeben hat. So konnten die selbstständigen IT-ler ihre Honorare leicht erhöhen, nämlich auf etwa 66 Euro pro Stunde. Am meisten verdienen Projektleiter mit 73 Euro, gefolgt von Beratern mit etwa 70 Euro. Administratoren haben schlechtere Stundensätze ? sie verdienen durchschnittlich 52 Euro in der Stunde.
Andererseits beginnt am 2. Mai der Gründungswettbewerb der IT-Branche "start2.grow", bei dem Existenzgründer zusammen mit Profis einen Businessplan erarbeiten können. Ausserdem winken Preise - wer gewinnt, kann 30 000 Euro Startkapital ins neue Unternehmen investieren.

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10.3.06

Karrierecoaching: Gehälter und der Weltfrauentag

Die Blumensträusse sind eingesammelt, die Protestplakate auch, Krawatten blieben diesmal unversehrt - der "Weltfrauentag" hatte sich kurz ins öffentliche Bewusstsein geirrlichtert und jetzt ist wieder business as usual.

Viele haben wieder öffentlich beklagt, dass Frauen in Deutschland nach wie vor bei gleicher Position weniger Gehalt bekommen und kaum in Führungspositionen vertreten sind.

Gründe dafür gibt es viele, rationale und emotionale, allgemeine und individuelle, auf letztere lohnt es sich besonders im Karrierecoaching einzugehen. Aber lassen Sie uns doch mal einen Augenblick phantasieren, was man mit so einem Weltfrauentag alles hätte anfangen können. Mit einer Aktion, die nicht nur sanft im Medienwald an uns vorbeirauscht . Schmunzeln Sie nur, liebe Leser - ich bekenne gern, dass ich als Kind der sechziger Jahre manchmal den Ideenreichtum und die Irritation vermisse, die "Protestaktionen" damals auslösen konnten.

Was wäre zum Beispiel, wenn am Weltfrauentag, ähnlich wie am WPIS-Day, Frauen überall auf der Welt bei ihren Vorgesetzten ein angemessenes Gehalt fordern würden? Eine weltweite DMP - Kampagne (demand more pay) würde die Aktion medial begleiten, den Frauen im Vorfeld Tipps für die Gehaltsverhandlung geben, Arbeitgeber an die Gesetzeslage zur Gleichstellung erinnern, nachher Fälle erfolgreicher Aktionen dokumentieren und so weiter...

Ach ja. Erst mal, wer würde die Kosten tragen? Für die intellektuelle Magerquark-Kampagne "Du bist Deutschland" mit Vorläufern in der Nazi-Zeit liessen sich 32 Mio Euro locker machen, aber für sowas? Da wirken Symptom und Ursache zusammen - es gibt keine weibliche Industriemagnaten-Lobby, die hier als Sponsor auftreten könnte. Überhaupt, sollten die Mütter der Nation den "Industriestandort Deutschland" auch noch zusätzlich gefährden? Und schliesslich, so eine Aktion in Deutschland, wo Gehaltstransparenz sowieso ein Fremdwort ist? Undenkbar.

Na dann, hören wir auf zu träumen und freuen wir uns auf den nächsten Weltfrauentag mit Blumensträussen und Protestplakaten.

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11.10.05

Karriereentscheidung: Männer wollen Geld, Frauen Sicherheit

Nu isses raus: Wir kriegen eine Kanzlerin!
Was meinen Sie, liebe Blog-Leser, wird jetzt der vielbeschworene Ruck durch die Führungsetagen deutscher Unternehmen gehen, der mehr Frauen an die Macht bringt? Wird das Land aufmerkeln :-)?

Ich habe mich mal nach dem Status Quo umgesehen. Die folgenden Artikel zum Thema Karriereentscheidungen von Männern und Frauen und deren "Wert-Schätzung" lassen in dieser Hinsicht wenig Veränderung vermuten.
Früher hätte ich gesagt, Frauen, kommt in die Puschen. Mittlerweile frage ich mich, ob das so erstrebenswert ist. Ich sehe in meinen Beratungen, was selbst vergleichsweise bescheidene Macht u.U. mit Menschen macht - als Stichworte seien nur burnout und Selbstverlust genannt.
Aber vielleicht würden mehr Frauen das System ja ändern - was meinen Sie?

Frauen orientieren sich bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes völlig anders als Männer. Für knapp die Hälfte der befragten Männer ist eine überdurchschnittliche Vergütung einer der Hauptgründe für einen Jobwechsel. Bei den weiblichen Berufstätigen spielt dagegen eine Gehaltssteigerung nur bei einem Drittel eine wichtige Rolle. Sie legen ebenso viel Wert auf einen Job, bei dem sie sich persönlich entfalten können. Für jede Fünfte ist bei der Arbeitgeberwahl auch die Sicherheit des neuen Arbeitsplatzes entscheidend; bei den Männern geben nur 12,5 Prozent die Jobsicherheit als Auswahlkriterium an. Das schlägt sich beim Verdienst nieder: Weit über die Hälfte der jungen Betriebswirtinnen (57 Prozent) verdient zwischen 30.000 und 50.000 Euro pro Jahr. Das Gros der jungen männlichen Berufstätigen kommt dagegen auf 40.000 bis 60.000 Euro. Ein Grund für das Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern liegt in der Wahl der bevorzugten Branchen: Junge Frauen arbeiten am liebsten bei Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie. Bei den Männern stehen Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, Unternehmensberatungen, IT-Branche und Investmentbanking hoch im Kurs - Branchen, in denen vergleichsweise gut gezahlt wird.
Quelle: KARRIERE -Newsletter OKT 05 unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Recruiting-Dienstleisters Access. Für dieYoung-Professionals-Studie 2005 hat Access 1.614 junge Berufstätige aus dem kaufmännischen Bereich befragt.

Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere, 31. August 2004:
Mehr als die Hälfte der weiblichen Führungskräfte im mittleren Management verdient aktuell weniger als 50.000 Euro im Jahr. Damit ist das Gehalt für Frauen in Führungspositionen auf das Niveau von 1986 zurückgefallen. Bei den männlichen Kollegen ist der Rückgang wesentlich weniger prekär: Nur rund ein Viertel der Männer in Führungspositionen muss sich zurzeit mit einem vergleichbar niedrigen Verdienst zufrieden geben. Nicht nur beim Gehalt, sondern auch bei der Besetzung von Führungspositionen fallen deutsche Frauen im internationalen Vergleich zurück. Gerademal ein Zehntel der berufstätigen Frauen schafft es hierzulande auf den Chefsessel. Knapp die Hälfte der Deutschen macht dafür dieUnternehmen und männlich dominierte Führungsetagen verantwortlich.

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