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31.5.09

Umgang mit der Krise - durch Angst und Mobbing?

In Deckung gehen ist ein bewährtes Krisenverhalten: Man macht sich klein, fällt nicht weiter auf, und taucht erst wieder auf, wenn die Bedrohung vorüber ist. Das kann lebensrettend sein. Schwierig wird es allerdings, wenn die geduckte Haltung in eine Gliederstarre übergeht, die einem das Blut abschnürt.

Ein Klient berichtete mir neulich von der, wie er es nannte, Schockstarre in seinem Arbeitsumfeld. Er arbeitet in einer Bank und beobachtet, wie seine Kollegen seit Monaten in Deckung gehen, um den allgegenwärtigen Umstrukturierungen zu entgehen. Selbst ein Großmaul, der sich gern mal mit seinen Vorgesetzten angelegt habe, sei momentan auffallend zahm nach oben. Mit seinen Kollegen und Mitarbeitern allerdings nicht, sagt er - die hätten zur Zeit allerhand auszuhalten. Wie lang, fragte er, ist so eine Atmosphäre noch zu ertragen?

Die Krise, die als Subprimekrise, dann als Finanzkrise und schließlich als Weltwirtschaftkrise daher kam, hält an. Jeder einzelne von uns spürt, wie sehr unser Einzelschicksal von dem komplizierten Netz der globalen Marktverhältnisse abhängt. Viele, die jetzt an ihren Arbeitsplätzen in Schockstarre verharren, kehren aus Angst vor einem Jobverlust Konflikte unter den Teppich oder suchen sich Unbeteiligte als Blitzableiter. Ein ideales Umfeld für Mobbing. Der Druck steigt, das Hauen und Stechen wird stärker.

Bedauerlich. Es gibt nämlich viele Möglichkeiten, mit innerbetrieblichen Konflikten umzugehen, vorausgesetzt, man schaltet das Gehirn wieder an und kommt aus der Schockstarre - Coaching ist eine davon.

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22.2.09

Mehr Stress, mehr Konflikte: Mobbing

Die Einschläge kommen immer näher, so beschrieb unlängst ein Klient aus der Bankenbranche die Situation an seinem Arbeitsplatz. Die Folge: Die Angst geht um. Übrigens ein Wort, das wie Kindergarten und Blitz zu den wenigen gehört, die ins Englische importiert worden sind. So einen kurzen, knackigen Begriff für Existenzangst, der zudem alles mitbringt, wofür wir Deutschen aus Sicht der Briten gern stehen, kannte man auf der Insel nicht.

Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst, aufzumucken, Angst vor der Zukunft. Die Folge dieser kollektiven Duckhaltung? Es wird mehr Stress ertragen, es werden mehr Gesundheitsrisiken in Kauf genommen, der Druck steigt. Ein Ventil für den Druck sind Konflikte am Arbeitsplatz. Je weniger Ressourcen vermeintlich vorhanden sind, desto mehr ?Hauen und Stechen? gibt es am Job.

Schön wäre es, wenn in so einer Lage alle Betroffenen mehr zusammen halten würden. Ab und zu kommt das auch vor, aber nur, wenn sich einer findet, der das organisiert. Streik oder gemeinsames Handeln über den Betriebs-, oder Personalrat ist die eine Variante, Mobbing die andere. Wenn Sie glauben, dass Sie rausgemobbt werden sollen, dass sich also eine Gruppe von Kollegen oder ein Vorgesetzter darauf verlegt hat, Sie systematisch und beständig zu attackieren, hier ein paar Empfehlungen, die Ihnen im Umgang mit der Krise helfen könnten:
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, möglichst mit Zeugen für die einzeilen Vorfälle
  • Machen Sie sich ein klares Bild von den Beweggründen des/der Angreifer
  • Analysieren Sie genau das betriebliche Kräfteverhältnis: Welche Schwächen und Stärken haben Sie als Betroffener? Welche Macht und Schwächen hat/haben der/die Angreifer? Welche betrieblichen Probleme ermöglichen dieses Verhalten?
  • Entwerfen Sie aus dieser Analyse eine Kosten/Nutzen-Rechnung für sich: Lohnt es sich, in dem Verein zu bleiben und zu kämpfen oder ist ein neuer Arbeitsplatz für Sie persönlich die bessere Lösung?

Gutes Gelingen!

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22.6.07

Was tun bei Mobbing?

"So wie der arbeitet, möchte ich gern mal Urlaub machen". Ist das noch ein Scherz oder schon Mobbing? Jeder Berufstätige hat Erfahrungen mit scharfzüngigen Kollegen oder Vorgesetzten - aber beim Mobbing geht es um die Systematik, mit der solche Attacken geführt werden.

Der Begriff passt gut, denn er bedeutet eigentlich "pöbeln" (engl. mob = Pöbel). Er wurde u.a. von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz verwendet, um Angriffe zu beschreiben, die Tiergruppen gegen einzelne Tiere ausüben. Eine treffende Parallele, denn genau darum geht es laut Mobbing-Definition: "Regelmässige destruktive Kommunikation mit dem Ziel, den Adressaten zu beschädigen oder zu vertreiben."

Rechtlich befanden sich Mobbing-Betroffene lange Zeit auf unerkundetem Terrain, da nicht klar war, wie Mobbing juristisch einzuordnen ist. Inzwischen hat sich aber viel getan. Nach einem Urteil am Bundesarbeitsgericht Erfurt (Az. 8 AZR 709/06) z.B. sind Klagen wegen Mobbing nicht automatisch von den Fristen für Schadenersatz- und Entschädigungsansprüchen betroffen. Die Richter sahen die oben genannte Systematik des Mobbing-Geschehens als entscheidend an. Bei solchem "systematischen Mobbing" müssen auch länger zurückliegende Vorfälle berücksichtigt werden. Das Gericht gab damit einem Maschinenbauer Recht, der wegen systematischen Mobbings psychisch erkrankt war und Schadenersatz forderte.

Wenn Sie glauben, von Mobbing betroffen zu sein, ist der Rechtsweg also mittlerweile ein probates und aussichtsreiches Mittel. Aber auch diese Auseinandersetzung kostet Kraft und oft gibt es gerade in der Anfangsphase Möglichkeiten, den Konflikt anders zu lösen. Man muss sich nur zu helfen wissen - oder Hilfe und Unterstützung suchen.

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