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19.4.09

Paradox oder gut beraten mit Bewerbungsratgebern?

Hin und wieder fragen meine Klienten nach Lesetipps für Bewerbungsratgeber. Da hat man die Qual der Wahl, es gibt ein paar, die einen aus jeder Buchhandlung angrinsen, also von ihren Verlagen optimal beworben werden. Bei näherem Hinsehen gibt es noch viele andere, die sich als Experten für Teilgebiete beim Bewerben anpreisen: Das Anschreiben, die Selbst-Präsentation, das Assessment-Center - es ist alles da, was das Herz begehrt.

Der Soziologe Stephan Voswinkel hat Ratgeber für Personaler und Kandidaten untersucht und meint, ein Paradox entdeckt zu haben: Während seiner Ansicht nach die Bewerbungs-Ratgeber eine offene, authentische Selbstdarstellung empfehlen, würden Ratgeber für Personalmanager zu Misstrauen und Kontrollstrategien raten. Demnach müsse ein Personaler hauptsächlich die Fassadentechniken des Kandidaten entlarven.

Was, fragt man sich nun, ist neu oder paradox daran?
Ist doch klar, dass im Vorstellungsgespräch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft wird, dass überwiegend eine Seite geprüft wird und die andere prüft. So sind die Spielregeln, und beiden Seiten sind sie bekannt, darauf basiert die Rollenverteilung. Und außerdem gibt es einige Ratgeber, die auf das sogenannte Stress-Interview, also auf die entlarvenden Fragen von Seiten der Personaler, eingehen. Falls Sie also dem wissenschaftlichen Rätsel noch auf den Grund kommen, informieren Sie mich doch bitte....

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16.3.08

Neues vom Älter werden, Lesetipp

Immer muß man sich orientieren. In einer unbekannten Wohnung, in einer unbekannten Stadt, in einem unbekannten Land, neuerdings in unbekannten virtuellen Gegenden. (...) Das hört nie auf. Ich erinnere mich, daß mich der Wunsch nach verlässlichen Orientierungen in meinen Pubertätsjahren richtiggehend bedrängte. (...) Das heisst, ich suchte in dieser Zeit mehr oder weniger bewusst nach einem erhöhten Ort des Überblicks, einem festen Ort der Sicherung, von dem ich meine affektiven und intellektuellen Bezugsnetze hätte auswerfen können. (...) Ich wollte einen geistigen Halt finden. Ich wollte den gewaltigen Energien meines Gefühlslebens eine Richtung geben.

Eine packende Art, zu beschreiben, was uns stets auf Neue fordert: Die Orientierungssuche. Das Zitat ist Silvia Bovenschens Buch "Älter Werden" entnommen . Ich kann es Ihnen, liebe Coaching-interessierten Leser, ans Herz legen. Es geht um Erlebtes und Erfahrenes, ums Leben halt. Ohne Pathos, in kleinen essayistischen Häppchen geschrieben. Wirklich lesenswert, falls Sie noch nicht viel vorhaben an Ostern...

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