Coachingthema Selbstständigkeit: Ein Weg aus der Krise?
Eine Pressemeldung der KfW titelt: Krise treibt Deutsche verstärkt in die Selbstständigkeit. Au weia. Da haben wir es wieder: Die Deutschen, ein Volk von Getriebenen, Herdenviecher, die orientierungslos zur Schlachtbank rennen? Diesen Ruf nämlich scheint die Selbstständigkeit zu haben. Sie wird als Notlösung präsentiert, um noch ein paar Fördergelder mit zu nehmen, und eine länger dauernde Rückkehr ins Angestelltendasein abzufedern. Nur zehn Prozent der Deutschen sind selbstständig, im europäischen Vergleich liegen wir damit im unteren Drittel.
Weiter geht es im Text der Pressemitteilung: Da wird gewarnt, das Risiko sei hoch, mit einer Unternehmensgründung zu scheitern, denn ein Viertel der Unternehmen sei nach drei Jahren nicht mehr am Markt. Seltsam, seltsam. Man könnte ja auch sagen, drei Viertel der Gründungen gelingen und halten sich am Markt. Und ob dieses eine Viertel gescheitert ist, weiss man auch nicht - wie gesagt, oft wird die Selbstständigkeit auch als Übergangsphase in das erneute Angestelltendasein genutzt.
Warum wird die Selbstständigkeit von einer Bank, die Gründer unterstützt, mies gemacht ? Das Angestelltenverhältnis ist jedenfalls längst kein Hort der Sicherheit mehr, im Gegenteil. Selbstständigkeit dagegen, wenn sie gut geplant ist, kann ein Schuh sein, der passt. Ausserdem ist sie ein Programm für persönliches Wachstum. Wer sich nicht hineintreiben lässt, kann davon nur profitieren.
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