Anwalts Liebling Kundenorientierung?
Er ist selbst Anwalt und bemerkt einen Wandel zu erschwerten Arbeitsbedingungen. Die Konkurrenz, inzwischen auch aus anderen EU-Ländern, wird stärker, die Rahmenbedingungen in Kanzleien werden schlechter, die Mandanten knausriger. In Großkanzleien haben als Folge der Krise immer weniger Anwälte immer mehr zu arbeiten. Überall wird um Mandate gekämpft und Junganwälte haben es besonders schwer. Es scheint, als ginge es einem ganzen Stand an den Kragen - die Verunsicherung ist spürbar, auch in meiner Coachingpraxis.
Dabei gibt es ein Zauberwort, das Wunder wirkt: Kundenorientierung! Auf meine Frage, was er darunter verstehe, winkt mein Klient erst mal ab: Kein Problem, das juristische Fach-Chinesisch kann er ins Allgemeinsprachliche übersetzen. Damit kann er ohne Zweifel punkten. Aber anzunehmen, das würde reichen, ist ein Denkfehler: Adressatenorientiert sprechen zu können, macht noch keinen nachgefragten Anwalt.
Was wünscht sich ein Mandant? Fachliche Kompetenz setzen wir mal voraus. Aber darüber hinaus einen Anwalt, der bei Unklarheiten auf einen zugeht und nicht ungefragt im Sinne des Mandanten handelt. Der den Auftrag klärt, bevor er etwas unternimmt. Der sich nicht scheut, zum Telefonhörer zu greifen und im Zweifel aktiv nachzufragen. Nicht ganz einfach, wenn man auf Prestige und Distanz wert legt, wie viele, die diesen Beruf ergreifen. Aber gerade deshalb ein Alleinstellungsmerkmal, das über den Erfolg der Geschäfte mit entscheiden kann.
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