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10.5.09

Karriereknick wegen fehlender Vorgesetzten-Pflege?

Die Entscheidung kam aus heiterem Himmel - Andreas P. bekam einen neuen Chef vor die Nase gesetzt, die sonstigen Strukturen blieben gleich. Ganz klar, das war ein Karriereknick. Er fühlte sich wie vor den Kopf geschlagen, und hatte schlaflose Nächte, in denen er sich fragte, was er trotz aller Überstunden und positiver Beurteilungen falsch gemacht hatte.

Dabei hatte er von Anfang an eine Ahnung. Wenn das Ganze etwas mit ihm und nicht mit undurchsichtigen und unabänderlichen Umstrukturierungen zu tun hatte, lief es nur auf eins hinaus: Er hatte das versäumt, was man neudeutsch manage your boss nennt. Ein paar Warnsignale hatte er wohl empfangen: Einladungen zu meetings, die er wegen der überbordenden Arbeit ausgeschlagen hatte. Im Kreis der Alphatiere hatte er sich zu selten gezeigt, auch die Kommunikation mit seinem bisherigen Vorgesetzten aufs Fachliche beschränkt. Sonst hätte er merken können, dass da manchmal Gesprächsbedarf bestand, der über das Tagesgeschäft hinaus ging - dass der Chef sich Entlastung wünschte, die er hätte organisieren können, oder wer weiß was für Erwartungen hatte. Wäre der Draht besser gewesen, dann hätte er dem Chef auch besser vermitteln können, wie hart er arbeitet, welche Erfolge er erzielt hat und welche Ziele er erreichen will.

Dass zu den vielen Tagesaufgaben, die der Job mit sich bringt, nun auch noch der Auftrag der Vorgesetztenpflege kommt, war ungewohnt für Andreas P. Das ist ja Stress pur, sagte er.
Schon möglich, aber das ist es auch, wenn man Fahrrad fahren lernt. Irgendwann kann man es und fällt nicht mehr auf die Nase.

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16.11.08

Ein Quäntchen Trost - neue berufliche Perspektiven für Sie

Nichts ist mehr, wie es war: James Bond ist blond, rachsüchtig und witzlos, die Äktschen ist so opulent, dass das Kinopublikum reihenweise einschläft. Derweil kollabieren draussen virtuell die Bankentürme, Soll und Haben stehen mit aufgerissenen Flanken da. Das grosse Zittern geht durch die Nation, aber Läbbe geht weiter.

"Die Einschläge kommen näher", erzählt mir ein Klient aus jenen Bankentürmen. Ein Kriegsszenario auf Büroetagen mit Trittschalldämmung. Echte Kriege sehen anders aus, aber es sind wohl gerade die medial und durch Gerüchte vermittelten Schreckenszahlen, die uns glauben machen, wir sind im falschen Film. Angst ist kein guter Berater, das wissen wir alle.

Durch die Finanzkrise entlassen etliche Finanzdienstleister Mitarbeiter. Aber ein Karriereknick muss das nicht sein und schon gar nicht das Ende der Möglichkeiten. Im Rückblick ist so eine individuelle Krise oft ein Anfang, der neue Perspektiven birgt. Auch momentan gibt es in der Finanzbranche Vakanzen: Zum Beispiel suchen viele Private-Equity-Gesellschaften und Fusionsberater Leute. Aber davon abgesehen: Es gibt ein Leben nach dem Angestellen-Dasein, und viele Wege, dorthin zu kommen. Einer davon ist die Unterstützung durch Karriereberatung oder Coaching. Es nützt nichts, vor dem weltwirtschaftlichen Getöse die Augen zu schliessen. Behalten Sie lieber Ihre Arbeitsmarktfähigkeit im Blick und haben Sie keine Angst vor Neuanfängen - man lebt nur zweimal.

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27.4.08

Hilfe, ich bin zur Führungskraft aufgestiegen

Beim Flirten ist es essentiell, das Gegenüber aufmerksam wahrzunehmen. Zu sehen und zu fühlen, wer da ist und was diese Person einzigartig macht. Genauso ist es, wenn Sie eine neue Position antreten, und um so mehr, wenn es eine Führungsposition ist.

Viele neue Führungskräfte gehen mit einer Art naivem Pragmatismus ans Werk. Sie sagen sich, mein Ziel ist erst mal erreicht, und das wird schon, wenn ich erst mal die Ärmel aufkremple. Dann werden die neuen Aufgaben mit viel Begeisterung angepackt und plötzlich klemmt es überall. Widerstände machen sich bemerkbar, Hindernisse, Verzögerungen - vollkommen unerwartet. (?)

Ist doch eigentlich komisch. Vor Bewerbungsgesprächen scheuen Kandidaten kaum Kosten und Mühen, um sich optimal vorzubereiten. Beim Antritt der ersten Führungsposition im Leben aber gilt mehrheitlich das Beckenbauer-Prinzip "schaun mer mal."

So mancher Karriereknick könnte vermieden werden, wenn die oder der "Neue" den ungewohnten Führungsaufgaben mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung widmen würde. Zum Beispiel sollte sich die neue Führungskraft vorher einen Fragenkatalog erarbeiten, die um eigene Erwartungen und die von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern kreisen. Sie sollte auch überlegen, welche Erfolgskriterien in dem System möglicherweise relevant sind.

Einfacher ist es freilich, sich wie vor der Bewerbung auch dafür einen Profi zu holen, der mitdenkt und begleitet. Einen Begleitcoach für die neue Führungsposition. Der hat vielleicht noch ein paar Tipps in der Schublade, damit aus Ihrem Flirt mit der neuen Stellung eine dauerhafte Beziehung wird...

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13.4.08

Schwächen in der Bewerbung: Der "Karriereknick"

Lassen Sie mich mal mit Ihnen kalauern, liebe Leser: "Seien Sie nicht geknickt wegen so einem Karriereknick." Immer wieder erlebe ich Klienten, die im wahrsten Sinne des Wortes "geknickt" vor mir sitzen, weil ihr Lebenslauf an irgendeiner Stelle eine längere Pause, einen Seitwärts-, oder Rückschritt enthält.

So eine Delle im Lebenslauf, gemeinhin "Karriereknick" genannt, ist nichts besonderes. Es gibt keine geradlinigen Karrieren mehr, weil die Arbeitswelt ständig im Wandel ist. "Es gibt keine geradlinigen Lebensläufe mehr", ich weiss nicht, wie oft ich das - auch hier im Blog - schon gesagt habe, es nutzt nichts: Der Mensch mir gegenüber hat den Knick verinnerlicht. Er meint, sich verteidigen zu müssen, dafür, Kinder betreut, den Burnout kuriert oder ähnliches "für sich" getan zu haben.

Da ist natürlich etwas dran. Kein Personaler wird begeistert sein, wenn ein Kandidat zugibt, beispielsweise längere Zeit Erholung vom Burnout gebraucht zu haben. Grundsätzlich gilt die Wahrheitspflicht für die Bewerbungsunterlagen. Wenn Sie Schwächen haben, wegen derer der Arbeitgeber Sie von vornherein ausschließen würde, brauchen Sie diese aber nicht zu nennen. Schwachpunkte sind zum Beispiel chronische Krankheiten. Wenn die keinen direkten Einfluss auf den Beruf haben, brauchen Sie sie nicht zu erwähnen. Und wenn Sie einen burnout hinter sich haben und sich wieder erholt und einsatzfähig fühlen, müssen Sie auch das nicht sagen.

Ich persönlich finde es zwar besser, mit offenen Karten zu spielen und wenn, dann auch die ganze Akzeptanz der Arbeitgebers zu haben. Ein Arbeitgeber, der Menschen für Maschinen und burnout für "unvertretbar" hält, ist meines Erachtens seinerseits unvertretbar.

Also nochmal: Lassen Sie es nicht zu, dass so ein Knick Sie knickt. Knicken Sie?s einfach und sehen Sie mir meine Kalauer-Laune nach....

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