Duell, die Waffen sind geladen. Wer zieht zuerst? Allerhand Arbeitsverhältnisse scheinen so zu funktionieren. Jedoch zögern viele Arbeitnehmer momentan, auch wenn die Arbeitssituation intolerabel geworden ist. Innerlich haben sie längst gekündigt, aber die allgegenwärtige Angst vor der Arbeitslosigkeit in der sogenannten Krise sitzt ihnen im Nacken. Nun ist Angst ein schlechter Ratgeber, der zu ebensolchen Entscheidungen führt. Aber auch die Entscheidung, zu bleiben, ist eine Entscheidung.
Was aber, wenn der Arbeitgeber kündigt? Diese Kugel trifft die Meisten mitten ins Herz. Die Getroffenen fühlten sich, trotz aller Kritik an den Zuständen, irgendwie zugehörig. Sie hatten eine berufliche Identität. Und nun ist das lange gefürchtete Szenario Wirklichkeit geworden: Rausgeschmissen, und arbeitssuchend!
Was man nicht kennt, das fürchtet man. Schade, dass nicht jeder eine Art Arbeits-Such-Praktikum gemacht hat, um zu lernen, dass diese Erfahrung nicht das Ende der Welt bedeutet. Viele haben mit Gefühlen wie beim Ende einer Beziehung zu kämpfen - man will sie nicht mehr, so scheint es. Dabei hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Eine Kündigung zu bekommen ist Normalität geworden und hat in den wenigsten Fällen etwas mit persönlichem Unvermögen zu tun. Sicher ist es gut, einen kritischen Blick in den persönlichen Rückspiegel zu werfen, um auch eigene Defizite erkennen zu können. Aber ewig Wunden lecken und sich schuldig fühlen hilft nichts. Schauen Sie nach vorn, entdecken Sie die neuen Perspektiven, die vor Ihnen liegen. Möglicherweise wartet eine Karrierechance auf Sie...!
Wir Deutsche sind nicht gerade Vorreiter im Gründen. Im europäischen Vergleich liegen wir im unteren Drittel mit der Bereitschaft zur Selbständigkeit. Schade eigentlich. Denn die Selbständigkeit ist definitiv eine Chance, sich selbst zu verwirklichen und zu wachsen. Also auch Fehler machen zu dürfen und daraus zu lernen.
Aber offenbar sind viele zu verzagt dazu. Sie ziehen die Fremdsteuerung als Angestellte dem Selbst-Steuern vor, obwohl Angestelltsein auch kein Sicherheitsgarant mehr ist. Warum? Trauen wir uns nichts zu?
Ich glaube, einer der Gründe ist die Informationspolitik hierzulande. Viele ahnen so manches über die Selbständigkeit, aber Fakten sind das nicht, eher ein Gespinst aus Befürchtungen. Panikmache ist auch ein bisschen dabei, wie bei der Schweinegrippe. Wer über die Selbständigkeit nachdenkt, sollte sich erst mal gründlich darüber informieren. Eine Möglichkeit: Der KfW ZEW Gründungspanel, der seit 2008 Gründungen in Deutschland verfolgt und auch substantielles über Neugründungen in Krisenzeiten zu berichten hat. Sie können ihn hier als download bekommen. Ich finde, er macht Laune fürs Gründen!
Keine Panik auf der Titanic: Jobwechsel in Krisenzeiten
Es heisst, dass auf der Titanic das Orchester so lange spielte, bis das eindringende Wasser es den Musikern unmöglich machte. Ein beliebtes Bild für Untergangs-Szenarien. Wer den Rummel auf der Frankfurter Zeil sieht, mag man sich daran erinnert fühlen. Die Leute kaufen und kaufen, als wenn es kein Morgen gäbe. Menschen als wandelnde Tütenkolonnen, dazwischen Kamerateams, die den kollektiven Kaufrausch begleiten und die Nachricht "Kaufen tut gut" ins letzte Wohnzimmer transportieren. Die Einzelhändler freut es und mit vollem Magen ist das, was dann kommt, bestimmt erst mal besser zu ertragen.
Oft höre ich jetzt im Coaching die Frage "Kann ich mir das leisten, wenn die Krise kommt, noch den Job zu wechseln?" Eine klassisch unentscheidbare Frage. Nur eine Prophetin könnte die beantworten, denn sie hängt von so vielen Eventualitäten ab, zum Beispiel: Sind Sie ein risikobereiter Mensch, ist der neue Job eine Karrierechance, haben Sie diverse berufliche Optionen, inwieweit ist der neue Arbeitgeber krisenfest?
Wenigstens in Hinblick auf die letzte Frage können Sie einiges tun, um einem künftigen Arbeitgeber auf den Zahn zu fühlen. Neben den üblichen Recherche-Wegen gibt es jetzt bei jobturbo den sogenannten "Krisenticker": Hier können Sie sehen, welche Unternehmen mit über 100 Arbeitnehmern einen Stellenabbau ankündigen. Und auf der gleichen Seite sehen Sie, wieviele offene Stellen es gibt. Im Moment ist das Verhältnis etwa eins zu drei, d.h. wesentlich mehr Stellenangebote. Also: Keine Panik auf der Titanic.
Ein Quäntchen Trost - neue berufliche Perspektiven für Sie
Nichts ist mehr, wie es war: James Bond ist blond, rachsüchtig und witzlos, die Äktschen ist so opulent, dass das Kinopublikum reihenweise einschläft. Derweil kollabieren draussen virtuell die Bankentürme, Soll und Haben stehen mit aufgerissenen Flanken da. Das grosse Zittern geht durch die Nation, aber Läbbe geht weiter.
"Die Einschläge kommen näher", erzählt mir ein Klient aus jenen Bankentürmen. Ein Kriegsszenario auf Büroetagen mit Trittschalldämmung. Echte Kriege sehen anders aus, aber es sind wohl gerade die medial und durch Gerüchte vermittelten Schreckenszahlen, die uns glauben machen, wir sind im falschen Film. Angst ist kein guter Berater, das wissen wir alle.
Durch die Finanzkrise entlassen etliche Finanzdienstleister Mitarbeiter. Aber ein Karriereknick muss das nicht sein und schon gar nicht das Ende der Möglichkeiten. Im Rückblick ist so eine individuelle Krise oft ein Anfang, der neue Perspektiven birgt. Auch momentan gibt es in der Finanzbranche Vakanzen: Zum Beispiel suchen viele Private-Equity-Gesellschaften und Fusionsberater Leute. Aber davon abgesehen: Es gibt ein Leben nach dem Angestellen-Dasein, und viele Wege, dorthin zu kommen. Einer davon ist die Unterstützung durch Karriereberatung oder Coaching. Es nützt nichts, vor dem weltwirtschaftlichen Getöse die Augen zu schliessen. Behalten Sie lieber Ihre Arbeitsmarktfähigkeit im Blick und haben Sie keine Angst vor Neuanfängen - man lebt nur zweimal.
Ende des Jahres gibt es noch zwei Karriermessen, die Ihnen auf die Sprünge helfen könnten, wenn Sie einen Einstieg im Banking-Sektor suchen. Einmal die JOBcon Finance in München, wo Personal- und Fachvertreter der teilnehmenden Unternehmen für Informations-, und Bewerbungsgespräche zur Verfügung stehen. Eine Woche später, am 11. und 12.12. dann in Brüssel die "Careers in Europe Fall Event", bei der sich Finanzdienstleister aus ganz Europa präsentieren. Viel Glück!
Karriereplanung in Krisenzeiten: Keine Angst vor hohlen Kürbissen!
Was wären wir Europäer ohne amerikanische Rachegeschenke - bekamen wir Ende des Mittelalters die Syphilis und das Goldfieber, so dürfen wir uns heute mit Halloween und der US-Managementkultur herumschlagen.
So, liebe Blog-Leser, habe ich vor einem Jahr, am 27.10.07 mein Posting begonnen. Vergleichsweise harmlos, die Rachegeschenke damals, aus heutiger Sicht. Inzwischen ist aus dem hohlen Kürbis eine riesige Schreckensfratze geworden, die doch so klein und niedlich begonnen hatte: Erst als Subprime-Krise (rein amerikanisch!), dann wurde eine Banken-Krise draus (nur die Banken!), dann eine Finanzkrise (auch Ihre Finanzen!) und schliesslich eine Strukturkrise (auch die "Realwirtschaft", au weia!). Gibt es also irgendwo eine Irrealwirtschaft, die all das ausgelöst hat? Offenbar. Das Derivate-Handeln, also Luftnummern-Handeln in Echtzeit, also nicht wahrnehmbarer Zeit, hat schon etwas extrem Irreales. Das macht, jetzt, wo viele davon wissen, Angst. Dabei ist es Tag für Tag präsent, nur eben unsichtbar. Wie sagt Nassim Nicholas Taleb so schön, der im "Schwarzen Schwan" (so nennt er ein unerwartbares Ereignis) die Finanzmisere hat kommen sehen: "Die Logik des Schwarzen Schwans macht: das, was wir nicht wissen, viel bedeutungsvoller als das, was wir wissen."
Auch kein Trost, sagen Sie? Doch. Gerade für Ihre individuelle Lebens-, und Karriereplanung ist das tröstlich. Das heisst nämlich, dass unglaublich vieles nicht planbar ist. Es heisst, dass wir Adam Smith und all jene vergessen können, die behaupten, dass freie Märkte funktionieren, weil sie die Kompetenten und Wissenden zum Wohlstand befördern. Irrtum. Das Dilbert-Prinzip obsiegt. Intuiitiv zu wissen, was sich nicht zu wissen lohnt , darin besteht Lebenskunst in einer Welt der Informationsüberflutung. Und am besten überleben können die, die beweglich sind und möglichst viel ausprobieren und Chancen, wenn sie sich bieten, ergreifen. Also, liebe Leser, macht was aus Eurem Nicht-Wissen und lasst Euch von dem hohlen Kürbiskopf keine Angst einjagen!
"Man hatte mir Aufstiegschancen versprochen, aber geworden ist daraus nichts", berichtete mein Klient über sein Bewerbungsgespräch vor drei Jahren. Geändert hatten sich nur die Einsatzorte. Dabei sind Karrieremöglichkeiten für Mitarbeiter das Argument, um bei einer Firma anzuheuern, wichtiger sogar als die Höhe des Gehalts. Die HR-Verantwortlichen freuts, und manche nutzen diese Zusage, um gute Kandidaten zu ködern. Wen störts? Nur der Bewerber hat schliesslich bei der Wahrheit zu bleiben.
Dabei sieht die betriebliche Personalorganisation oft nur geringe Aufstiegsmöglichkeiten vor, denn Firmen-Hierarchien sind heutzutage vorzugsweise flach. Allerdings, wo ein Wille ist, ist ein Weg: Über differenzierte Tätigkeitsbezeichnungen kann ein Vorwärtskommen im Unternehmen abgebildet werden.
Mein Klient hat inzwischen gekündigt. Die innere Kündigung hatte er längst ausgesprochen. Beim nächsten Einstellungsgespräch wird er beim Thema Aufstiegschancen genauer nachhaken und verbindliche, überprüfbare Zusagen einfordern.
Die Unzufriedenheit an deutschen Arbeitsplätzen ist gross - vom Ausland betrachtet werden Deutsche oft belächelt wegen ihrer Neigung, zu klagen. Wer aber glaubt, davon seien nur die "mittleren Chargen" der Arbeitswelt betroffen, irrt: Nach einer aktuellen Studie wollen drei Viertel der deutschen Topmanager den Job wechseln. Insgesamt hat sich die Wechselbereitschaft in den vergangenen drei Jahren bei 63 Prozent der Befragten erhöht.
Das Karussell der Positionen dreht sich immer schneller, Beweglichkeit ist das Motto der Zeit, Kontinuität ist weniger gefragt. Trotzdem, wenn auch Sie einen Jobwechsel anstreben: Bleiben Sie sich selbst treu und finden Sie den Arbeitgeber, der zu Ihnen passt, erkennen Sie die richtige Karrierechance. Schwierig? Vielleicht. Aber es gibt Berater, die Ihnen dabei helfen können...
Die junge Frau, die mir gegenüber sitzt, hat, sollte man meinen, zwei Trumpfkarten im Ärmel: Sie ist Wirtschaftsinformatikerin mit "Indien-Erfahrung": Auf dem Subkontinent hat sie ein paar Monate Projektarbeit gemacht und weiss, wie dort die Uhren ticken. Die Angebote, die sie hier erhält, sind allerdings eher bescheiden. Schauen deutsche Unternehmen immer noch nicht über den kulturellen Tellerrand?
In England wäre das, schon aus historischen Gründen, anders. Schon im Jahr 1883 wurde in Oxford das "Indian Institute" gegründet, dessen Hauptanliegen der kulturelle und akademische Austausch zwischen UK und Indien war. Inzwischen ist das Geschäft mit Indien ein riesiger Wirtschaftsfaktor. Auch das hat man in Oxford erkannt: An der Said Business School wird ein eigenes "India Business Centre" der University of Oxford entstehen, das sich neben der Forschung auch um die Entwicklung besonderer Indien-Programme für Manager kümmert - übrigens auch für ausländische Führungskräfte. Mehr dazu hier: www.sbs.ox.ac.uk
Die freundliche Stimme aus dem Hörer fragt, ob man grad allein sei und ungestört sprechen kann und dann geht es ziemlich schnell um einen verheissungsvollen neuen Job - so klingt es, wenn Personalberater anrufen. Dürfen die das eigentlich, und welche Informationen dürfen in so einem Anruf ausgetauscht werden, fragte sich vor kurzem der BGH.
Anrufen ja, aber Details erfragen nein, heisst die Devise. Einzelheiten aus dem Lebenslauf oder der momentanen beruflichen Tätigkeit dürfen nicht am Telefon angesprochen werden. Auch das Kompliment, der Kandiat passe ausgezeichnet zu einer vakanten Stelle, sei wettbewerbswidrig, sagt das Urteil. Ziel des Anrufs darf nur die Kontaktaufnahme für ein persönliches Gespräch sein, nicht aber, das Interesse des Angerufenen an einer Stelle zu wecken. AZ. I ZR 183/04, mehr dazu hier.
Achten Sie, liebe Leser, kontinuierlich auf Ihre Chancen am Arbeitsmarkt? Genau das bedeutet nämlich der Begriff "Employability".
Anfang des Monats hatte ich hier vom psychologischen Vertrag geschrieben, der die Erwartungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber umfasst. Früher waren beiderseitige Loyalitat und Arbeitsplatzsicherheit Inhalte dieser unausgesprochenen Vereinbarung. Heutzutage wird von Seiten des Arbeitnehmers erwartet, eigenverantwortlich für seine bzw. ihre Beschäftigungs- üder Arbeitsmarkttauglichkeit zu sorgen.
Das bedeutet, wir müssen den Arbeitsmarkt immer im Blick haben, und unsere Karrierechancen in Zukunft erkennen und planen. Aber wer "funktioniert" schon so?
Die andere Option: Sie können ab und zu mit einem Karriereberater eine Standortbestimmung machen und Ihre "employability" gemeinsam überprüfen - so, wie man mit dem Auto regelmässig zum TÜV fährt. Dabei können Sie herausarbeiten, wie Ihr "Portfolio" momentan aussieht, also welche Fach-, und Schlüsselkompetenzen Sie jetzt haben. Darauf aufbauend würde ein "employability-coaching" um die folgenden Fragen gehen:
Welche Entwicklungsmöglichkeiten haben Sie momentan in Ihrem Unternehmen?
Welche Perspektiven haben Sie ausserhalb des Unternehmens?
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es, die Ihren Neigungen und Interessen entsprechen?
Welche beruflichen Ziele wollen Sie sich kurz- , und mittelfristig setzen?
Wie können Sie diese Ziele erreichen?
Eine TÜV-Plakette gibt es am Ende dieses Prozesses zwar nicht, aber immerhin die Gewissheit, etwas für den eigenen Lebensentwurf getan zu haben.
Karriere: Wie finde ich den passenden Arbeitgeber?
Sind Sie firm in den Paarungsritualen der Gegenwart? Speed-Dating heisst eine beliebte Variante. Männlein und Weiblein treffen sich in Rudeln und vermischen sich zwecks Informationsaustausch im Fünfminutentakt. Diese fünf Minuten müssen reichen, um Wesentliches herauszufinden über die Eignung der "Kandidaten" als LAP (Lebensabschnittspartner): Ist er "romantisch", Sitz-, oder Stehpinkler, verdient er genug für den Nestbau... usw.
Was in aller Welt haben solche Fragen in einem Coaching-Blog zu suchen? Ganz einfach. Wenn Menschen bei ihrer Partnersuche so systematisch und effizient zu Werk gehen - egal, ob das nun der emotionalen Verbandelung dienlich ist oder nicht - wenn sie also so gezielt vorgehen, warum tun sie das nicht auch bei der Suche nach einem Arbeitgeber? Immer wieder erlebe ich in der Beratung irritierte Blicke auf meine Frage "was für Arbeitsbedingungen brauchen Sie"? Oft kommen dann Negativ-Antworten: Bitte kein Grossraumbüro, keine unfähigen Chefs, keine endlosen Überstunden.
Gut, negative Auslese ist ein Anfang. Aber auf die Idee, eine Checkliste anzulegen mit den für den Klienten wichtigen Kriterien, also die Rahmenbedingungen des Arbeitsplatzes, Arbeitsklima, Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, Karrieremöglichkeiten, Firmenkultur etc. kommt kaum jemand. Und der Witz ist ja, dass eine solche Checkliste sich nicht verallgemeinern lässt. Jeder Bewerber hat andere Wünsche an den künftigen Arbeitgeber, ganz wie die jungen Paarungswilligen unterschiedliche Vorstellungen vom "Traumpartner" haben. Erst wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist, können Sie den richtigen Partner für Ihr Vorhaben finden.
Karriere: Wie stehen Ihre Einstellungschancen? Zero Drag?
Gerade lese ich eine Studie aus den USA: "Keine Zeit", von der Soziologin Arlie Russel Hochschild. Leicht und locker geschrieben, hat sie bei der Ersterscheinung im Jahr 2002 in Deutschland eine lebhafte Diskussion losgetreten. Die Studie untersucht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der globalisierten Arbeitswelt, auch hier ein heisses Eisen. Ich kann Ihnen die Lektüre nur empfehlen, denn erfahrungsgemäss verkosten wir Deutschen in unserer Managementkultur gern, was uns in den Staaten vorgekocht wird.
Ein Beispiel: Hochschild berichtet von einem neuen Modebegriff, der sich, ausgehend von Silicon Valley, in amerikanischen HR-Abteilungen ausbreitet: "Zero Drag", also zu Deutsch, Null Reibung. Sie denken an qualmende Reifen oder schräge Drag-Queens?
Nein, "Zero Drag" bedeutet soviel wie "ungebunden" und "ohne Verpflichtungen". Bewerber werden nach "Drag-Koeffizienten" eingestuft und eingestellt. Sie haben jeden Tag eine Stunde Fahrzeit zur Arbeit? Dann bekommen Sie eine Drag-Einheit. Sie sind verheiratet? Noch eine Einheit. Sie haben auch noch Kinder oder pflegebedürftige Familienangehörige? - Das kommt einem unterirdischen Drag-Konto gleich. Ein perfekter Zero-Drag-Beschäftigter ist ein junger Single-Mann ohne Kinder oder ein Vierzigjähriger, der mit einer Nur-Hausfrau verheiratet ist.
Ich weiss nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber ich habe für eine solche Personalpolitik zero acceptance.
Der neueste Schrei im "HR-Marketing" heisst "employer branding". Falls Sie das jetzt nicht auf Anhieb verstehen, hier nochmal ohne Anglizismen: In der Vermarktung der Personalarbeit legt man neuerdings Wert darauf, das Unternehmen als "Arbeitgeber-Marke" darzustellen.
Dabei sollen die Stärken des Unternehmens in Bezug auf seine Arbeitskultur betont und in der Werbung bzw. in Stellenanzeigen "kommuniziert" werden. Der Zweck der Übung? Bewerber sollen wissen, was auf sie zukommt, und sich nur bewerben, wenn sie ins Unternehmen passen. Das wiederum will die mühselige Auswahlarbeit auf ein Minimum reduzieren.
Was dabei so alles publiziert wird, ist mitunter überraschend. Die Post zum Beispiel teilt in einer Broschüre über ihre Karrierechancen mit, dass nach einer Mitarbeiterbefragung zwei Drittel der Befragten mit ihren Vorgesetzen unzufrieden seien.
Kommentar des BWL-Professors Christoph Beck in managerseminare: Genauso suspekt, wie inzwischen ein gradliniger Lebenslauf sei, sei doch eine Firma ohne Makel. Schwächen einzugestehen sei doch charmant.
Naja, werden Sie sagen, wenn ein Riese wie die Post Schwächen zugibt, ist das bei genauem Hinsehen nicht verwunderlich - jeder Postkunde kennt die Horrorseiten des snailmail-Lieferanten. Aber kann ich das auch, als Bewerber?
Ich finde schon, freilich in Massen. Einer meiner Klienten beantwortete die Gretchen-Frage nach den Schwächen mit dem Eingeständnis, ein Langschläfer-Gen zu haben, dies aber abends ausgleichen zu können. Er wurde eingestellt und hatte bis 10 Uhr Zeit, am Arbeitsplatz zu erscheinen.
Aber was ich Ihnen eigentlich sagen wollte: Schneiden Sie sich ein Scheibchen ab vom employer branding. Nennen Sie es "employee branding" oder einfach "Profil" und arbeiten Sie vor dem Interview Ihre fachlichen Stärken und Schlüsselkompetenzen heraus. Dann können Sie so richtig mit Ihren Pfunden wuchern, ohne zu "charmant" sein zu müssen...
Kann ich als Bewerber den Arbeitsvertrag mitgestalten?
Ob und inwieweit Sie das tun können, hängt von vielen Faktoren ab, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Im Allgemeinen gilt, je höher die Qualifikation, je verantwortungsvoller die Position und je kleiner der Betrieb, desto grössere Einflussmöglichkeiten hat der Bewerber.
So konnten beispielsweise FH-und Uniabsolventen in 43 Prozent der Unternehmen ein Wörtchen bei der Vertragsgestaltung mitreden. Allerdings haben nur 14 Prozent der Angestellten in Deutschland einen solchen Abschluss. Ganz schlecht sind die Einfluss-möglichkeiten der Bewerber in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten: Bei 73 Prozent der befragten Firmen haben selbst Akademiker kaum eine Chance, eigene Vorstellungen in den Arbeitsvertrag einzubringen.
Das soll Sie aber nicht davon abbringen, eine Mitgestaltung zu versuchen. Nach meiner Erfahrung ist das Verhandlunggeschick des Bewerbers ausschlaggebend. Beispielsweise kann ein Unternehmen eine passende Stelle für einen Bewerber schaffen, wenn der die ausgeschriebene Position ablehnt, aber Interesse am Unternehmen zeigt - alles schon vorgekommen!
Und falls Sie Zweifel an Ihren Verhandlungskünsten haben, denken Sie an den guten alten Demosthenes, der - mit und ohne Kiesel im Mund - übte und übte, bis er einer der besten Redner im alten Griechenland war. Es gibt Fachleute, die Sie dabei unterstützen!
Karriereberatung: Gratulation zum neuen Job jenseits der 50!
Ab und zu, liebe Leser, läuft einem das Herz über vor Freude, und das würde man am liebsten ganz laut rausposaunen. So geht`s mir momentan - freuen Sie sich doch mit!
Gerade rief eine Klientin an, die ich als Karriereberaterin bei ihrer Stellensuche unterstützt habe. Es war das volle Programm: Vom Check der Bewerbungsunterlagen bis zum Video-Coaching für das Einstellungsgespräch. Und wie fing das Gespräch an? Sie sagte: "Frau Sponagel, gratulieren Sie mir mal!"
Sie hat ihren Traumjob in einer Firma mit prima Firmenkultur gefunden - und mir erlaubt, das hier mitzuteilen. Für sich besehen ist das natürlich noch nicht die grosse Glocke wert, an die ich es hänge, denn erfolgreiche Karriereberatungen gelingen mir durchaus öfters. Aber in ihrem Fall freue ich mich ganz besonders, denn sie hatte sich als Mittfünfzigerin als Problemfall gesehen und wollte meinen Beteuerungen, dass sich der Markt auch für diese Altersgruppe öffnet, nicht recht glauben.
Also, liebe Leser, die Nachricht, die es rauszuposaunen gilt, lautet: Es steht nicht nur in Studien und Statistiken, dass sich etwas tut für die sogenannten "Best Ager" - es passiert wirklich. Vorausgesetzt natürlich, die Mittfünfziger sind kompetent und haben "Schwung und Biss" wie meine Klientin - sonst nützt die beste Beratung nichts.
Für Ihre Bewerbung: Wie entscheiden Personalmanager?
In meinen Bewerbungscoachings höre ich diese Frage häufig: Wie entscheiden Personalmanager eigentlich? Das Bewerbungsgespräch wurde rundum vorbereitet und lief gut und dennoch, die Stelle bekam ein anderer Kandidat. Woran lag das? Möglicherweise an den Mitbewerbern, möglicherweise aber auch am "human factor", also an den Entscheidern selbst, die bekanntermassen Sympathien und Antipathien empfinden wie wir alle. Eine vor kurzem erschienene Studie über betriebliche Entscheidungsprozesse gewährt überraschende Einblicke in diese Auswahlmechanismen.
Sie zeigt beispielsweise, dass Entscheider dazu tendieren, ihrem eigenen Geschlecht den Vorzug zu geben. Wenn also weibliche Personaler das Gespräch führen, haben Frauen eine grössere Chance und umgekehrt.
Und so haben wir, ganz nebenbei, noch einen Grund gefunden, warum hierzulande nur jede vierte Führungskraft weiblich ist: Oft führen Männer die Einstellungsgespräche....
Karrierechancen für IT-Fachkräfte, wenn es sie gäbe
Die Nachricht passt zur augenblicklichen Aufschwung-Stimmung und ist ein Signal für IT-Fachleute, die jetzt einen Jobwechsel planen: Sie haben die Wahl, denn die Telekommunikationsbrache sucht Fachkräfte, 20.000 Stellen sind vakant. Der Branchenverband BITKOM teilte mit, dass 63 Prozent der Hightech-Firmen planen, Personal einzustellen, insbesondere IT-Berater, Softwareentwickler und IT-Projektmanager.
Allerdings sind genau diese IT-Spezialisten in Deutschland kaum mehr zu haben: Mehr als 50 Prozent der fraglichen Unternehmen beklagen, dass der Mangel an Fachkräften für ihre Geschäftsentwicklung ein grosses Hindernis ist. Schade, schade, da ist in Deutschland wohl mal wieder ein Trend verschlafzipfelt worden....
Dass Ingenieure und IT-Spezialisten auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine gute Auswahl an offenen Positionen haben, ist bekannt. Allerdings sind diese beiden Berufsgruppen jetzt auf die Plätze verwiesen worden - angeführt wird die Liste der offenen Stellen momentan von Mitarbeitern im Vertrieb. Laut Zentralstelle für Arbeitsvermittlung ist die Zahl der Bewerber in diesem Bereich im vergangenen Jahr um sieben Prozent gefallen. Andererseits steigt die Nachfrage für Vertriebsbeauftragte stetig. Deshalb sind die Karriere- und Verdienstchancen auch für Quereinsteiger aus akademischen und nichtakademischen Branchen zur Zeit gut: Über 80.000 Euro verdiente ein Vertriebsmitarbeiter im Jahr 2005 durchschnittlich, das waren 25 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Karrieretipp für Engagierte mittleren Alters: MBc draufsatteln
Oft höre ich von Klienten um die Vierzig, dass sie gern den MBA gemacht hätten, die Chance dazu aber verpasst haben. Für diese Zielgruppe von ambitionierten und erfahrenen Managern gibt es gute Nachrichten: Eine der drei führenden Business Schools in Europa, die London Business School, bietet unter dem Titel "The Sloan Fellowship" eine Alternative zum MBA: Ein zehnmonatiges Vollzeitprogramm mit dem Abschluss MSc - Master of Science. Es gibt etwa 50 Plätze für Teilnehmer zwischen 30 und 50 Jahren. Programmstart ist im September 2007, bewerben können Sie sich bis Anfang Mai. Für weibliche Führungskräfte gibt es gesonderte Stipendien. mailto:sloaninfo@london.eduhttp://www.london.edu
Noch vor nicht allzu langer Zeit standen Zeitarbeitsfirmen in dem Ruf, moderne Sklavenhändler für Minderqualifizierte zu sein. Das hat sich gründlich geändert: Die Branche hat sich professionalisiert, bietet auch für Suchende einen guten Service und entwickelt sich Pressemeldungen zufolge sogar zur "Jobmaschine": Seit im Jahr 2004 die auf ein Jahr beschränkte Überlassungsdauer entfallen ist, nutzen gerade auch Akademiker diese Art des Job-Einstiegs. Die Zahl der Zeitarbeiter mit Hochschulabschluss hat sich seit letztem Jahr (5 Prozent) mehr als verdoppelt. Ein Drittel aller Zeitarbeitskräfte wird, quer durch die Qualifikationen, schliesslich fest angestellt.
Eine erfreuliche Entwicklung? Sicher, dem einzelnen Arbeit-Suchenden eröffnet sich eine Möglichkeit, zu arbeiten - aber für viele ist es eben die Einzige. Und dieselbe Statistik besagt: Zwei Drittel dieser Zeitarbeitskräfte werden nicht fest angestellt. Freilich, die Festanstellung ist auch nicht und nicht für jeden das Heil aller Dinge. Aber wenn wir mal auf die andere Seite, nämlich die der Arbeitgeber schauen, sehen wir dort eine steigende Bereitschaft, kurzfristig viel Geld für Zeitarbeit locker zu machen und sich so von den klassischen Arbeitgeber-Verpflichtungen freizukaufen. "Flexibilität" ist in, Vertrauen ist out.
Führungskräfte mittleren Alters haben normalerweise zwei Karriere-Optionen im Blick: Sich weiter angestellt nach oben arbeiten oder mit einer eigenen Business-Idee Gründer werden. Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit, an die viele nicht denken, nämlich "Nachfolger" zu werden in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen. Jedes Jahr bereiten zwischen 4000 und 5000 Unternehmen in Deutschland mit Hilfe von Beratern einen Generationswechsel an der Spitze vor. Oft wird ein externer Nachfolger gesucht - nicht etwa, weil Kinder fehlten, sondern weil die Kinder das Unternehmen ihrer Eltern meiden. Immerhin 17 Prozent der betroffenen Nachfolgeneration meinen, dass ihre Eltern ihnen die Nachfolge nicht zutrauten - schade, dass es gerade hier an Vertrauen fehlt. Näheres erfahren Sie beim Institut für Mittelstandsforschung in Bonn und bei www.nexxt-change.de.
Karriere: Jobsuche im Net - wartet da der passende Arbeitsplatz?
Wer sich allein auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz macht, hat die Qual der Wahl: Es gibt den klassischen Weg, Stellenanzeigen in den Printmedien zu durchforsten, und schier unendliche Online-Angebote. Schätzungsweise 800 Online-Jobbörsen konkurrieren momentan um die Klicks der Jobsuchenden.
Der anfängliche Hype um die Möglichkeiten, im Net die geeignete Stelle zu finden, ist allerdings mittlerweile abgeflacht - so beziffert z..B. eine Studie der Jobbörse Monster (2004) die Erfolgsquote der Internet-Stellensuche mit nur 19 Prozent. Die Stellensuchenden selbst sehen das anders - zwei Drittel davon suchen im Net, obwohl nur 6 Prozent aller Stellen auf diese Art besetzt werden.
Der Markt ist hart umkämpft, ständig tauchen neue Anbieter auf. Ausser den Stellenbörsen gibt es auch Jobsuchmaschinen, die Stellenangebote direkt auf den Portalen der Unternehmen abrufen. So funktionieren z.B. JobScout24, oder, neu auf dem Markt, jobanova.
Einen kundenorientierten Service bietet das Münchner Karriereportal "Stellenanzeigen.de" seit seinem Relaunch an: Fach- und Führungskräfte können dort ihren Lebenslauf speichern und sich regelmässig passende Angebote zuschicken lassen.
Um es deutlich zu sagen, liebe Leser: Stellen sind knapp und die Suche danach ist zu einem hochspezialisierten Wissensgebiet geworden. Deshalb empfehle ich Ihnen: Wenden Sie sich an einen kompetenten Berater, der Ihnen dabei hilft, die Stecknadel im Heuhaufen zu finden...
Der Perspektivenwechsel ist Grundelement meiner Beratung, das ist ja bekaaaannt, würde Herr Beckenbauer sagen. Hin und wieder habe ich hier auch schon auf die Möglichkeit hingewiesen, durch einen Auslandsaufenthalt einen anderen Blickpunkt auf's Leben oder einfach einen weiteren Horizont zu bekommen. Aber wie, werde ich oft gefragt, stellt man das an, einen Job im Ausland zu suchen?
Natürlich empfehle ich Ihnen jetzt ganz uneigennützig, sich für den Bewerbungsprozess selbst Beratung zu suchen, am besten bei einem Karriereberater, der wie ich Auslandserfahrung hat und sich in den Bewerbungs-Gepflogenheiten Ihres Ziellands auskennt.
Erleichtert wird die Suche freilich durch spezialisierte Suchmaschinen. Wer sich europaweit auf dem Arbeitsmarkt orientieren möchte, findet Unterstützung bei www.europa-kontakt.de. Hier werden in deutscher Sprache Stellenangebote verschiedenster EU-Institutionen vorgestellt. Die Palette der Angebote ist breit und beinhaltet auch Praktika in der EU.
Viel Erfolg bei der Suche nach Ihrer neuen Perspektive wünscht Ihnen W.Sp.
Karriereberatung: Karrieresprung für Sie: Werden Sie Unternehmensnachfolger
Eins wird bei der Diskussion über die demographische Entwicklung in Deutschland gern vergessen: Sie birgt nicht nur Nachteile - Stichwort "Überalterung" der Gesellschaft - sondern auch Chancen:
Rund 71.000 Unternehmen stehen jedes Jahr vor der Frage, wer dem aus Altersgründen ausscheidenden Chef nachfolgen soll. Oft kann das Problem nicht familienintern gelöst werden, folglich müssen jährlich um die fünftausend Unternehmen schliessen. Rund dreiunddreissigtausend Arbeitsplätze gehen dabei verloren.
Wo sind die unternehmerisch und innovativ denkenden Männer und Frauen, die diesen Trend stoppen?
Wenn Sie meinen, dazu zu gehören, können Sie sich bei der Unternehmens-Nachfolgebörse "nexxt-change" über Vakanzen für Nachfolger informieren: Momentan sind dort über 10 000 Such-Anzeigen geschaltet. Eine hervorragende Option für alle, die ihrem Leben noch einmal jenseits des Angestellten-Daseins eine verantwortungs- und reizvolle Wende geben wollen, meine ich.
Nochmal: Auslandsaufenthalt und Karriere, nützlicher Tipp
Gestern habe ich mich mit der HR-Managerin eines grossen deutschen Konzerns über das Thema meines letzten Postings unterhalten: Wie gut ist ein "foreign assignment" für die Karriere?
Sie hatte einen guten Tipp parat, den ich meinen Lesern gern weiter gebe. Sie meinte, leider könne sie das Ergebnis der Studie aus ihrer Sicht nur bestätigen: Es gebe nach ihrer Kenntnis auch bei anderen deutschen Unternehmen kaum Reintegrations-Programme für Heimkehrer aus dem Ausland. Dafür, dass viele dieser Rückkehrer schon bald nach der Rückkehr bei ihrer Entsendungsfirma kündigten, habe sie in gewisser Hinsicht Verständnis: Oftmals würden während der Abwesenheit Umstrukturierungen zur einer vollkommen neuen Situation im früheren Arbeitsumfeld führen, sodass sich auch ein garantierter "gleichwertiger" Arbeitsplatz nach der Rückkehr wie ein völlig neuer Arbeitsplatz darstellen könnte. Deshalb, empfahl sie, darf ein Expatriate während seines Auslandsaufenthalts eines nicht vergessen: Mit seiner Entsenderfirma und ev. seinen Kollegen Kontakt zu halten. Er oder sie sollte auf jeden Fall über die Entwicklungen in seinem Unternehmen auf dem Laufenden bleiben, um bei der Rückkehr vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein. Aus ihrer Erfahrung würden das aber 80% der entsandten Mitarbeiter vernachlässigen. Also, liebe Leser - keep contact!
Erfolgreiche Karriereplanung - besser ohne Auslandsaufenthalt?
Erstaunlich, was Studien so alles herausfinden.
Laut einer aktuellen Studie von PwC sollen Mitarbeiter von einem Auslandsaufenthalt kaum profitieren: Fach-und Führungskräfte fänden ihre Erwartung an einen Karriereaufstieg nach ihrer Rückkehr häufig enttäuscht. Drei Viertel der Befragten bemängelten, dass ihre Wiedereingliederung in den beruflichen Alltag vom Heimatunternehmen mangelhaft organisiert worden sei. Möglicherweise sei das ein Grund dafür, dass bis zu 25 Prozent der Mitarbeiter bei ihrem bisherigen Unternehmen kündigen, nachdem sie wieder im Heimatland sind. Aber auch diejenigen, die bei ihrer Firma bleiben, müssten oft einen Karriereknick hinnehmen: Nicht einmal die Hälfte der Befragten habe die neu erworbenen Kenntnisse nach dem Auslandsaufenthalt in den Berufsalltag einbringen können. Nur ein Drittel sei befördert worden jeder zehnte sogar herabgestuft.
Tja, was will uns diese Studie sagen? Mir sagt sie einiges, allerdings ziehe ich andere Schlüsse. Ich würde sagen, immerhin ein Drittel der Rückkehrer ist befördert worden. Ich würde sagen, fast 25 Prozent der Rückkehrer haben ihren Auslandsaufenthalt konstruktiv für die eigene Karriere genutzt und haben konsequent nach neuen Einsatzmöglichkeiten für ihre erweiterten Kenntnisse gesucht. Ich würde betonen, dass ein Auslandsaufenthalt immer profitabel für den Einzelnen ist - denn er erweitert die Wahrnehmung, den Blick auf die eigene Kultur und damit verbundene individuelle Werturteile. Ich spreche aus Erfahrung - seit meiner Zeit im UK habe ich eine Vorliebe für englischen Humor und kann kluge Buchbesprechungen über englische Autoren für managerSeminare schreiben - ist das nichts? Only joking! Aber im Ernst: Wer die Möglichkeit hat, beruflich ins Ausland zu gehen, sollte sie wahrnehmen. Die Rückkehr ist immer ein guter Zeitpunkt, um eine Zwischenbilanz zu ziehen und neue Karrierechancen zu ergreifen. Und wenn Ihnen bei dieser Neuorientierung support aus der Ursprungsfirma fehlt, holen Sie ihn sich - es gibt Fachleute für Karriereplanung....:-)
Herzliche Grüsse von Ihrem Karrierecoach Wiebke Sponagel