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17.1.10

Gekündigt - was nun?

Duell, die Waffen sind geladen. Wer zieht zuerst? Allerhand Arbeitsverhältnisse scheinen so zu funktionieren. Jedoch zögern viele Arbeitnehmer momentan, auch wenn die Arbeitssituation intolerabel geworden ist. Innerlich haben sie längst gekündigt, aber die allgegenwärtige Angst vor der Arbeitslosigkeit in der sogenannten Krise sitzt ihnen im Nacken. Nun ist Angst ein schlechter Ratgeber, der zu ebensolchen Entscheidungen führt. Aber auch die Entscheidung, zu bleiben, ist eine Entscheidung.

Was aber, wenn der Arbeitgeber kündigt?
Diese Kugel trifft die Meisten mitten ins Herz. Die Getroffenen fühlten sich, trotz aller Kritik an den Zuständen, irgendwie zugehörig. Sie hatten eine berufliche Identität. Und nun ist das lange gefürchtete Szenario Wirklichkeit geworden: Rausgeschmissen, und arbeitssuchend!

Was man nicht kennt, das fürchtet man. Schade, dass nicht jeder eine Art Arbeits-Such-Praktikum gemacht hat, um zu lernen, dass diese Erfahrung nicht das Ende der Welt bedeutet. Viele haben mit Gefühlen wie beim Ende einer Beziehung zu kämpfen - man will sie nicht mehr, so scheint es. Dabei hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Eine Kündigung zu bekommen ist Normalität geworden und hat in den wenigsten Fällen etwas mit persönlichem Unvermögen zu tun. Sicher ist es gut, einen kritischen Blick in den persönlichen Rückspiegel zu werfen, um auch eigene Defizite erkennen zu können. Aber ewig Wunden lecken und sich schuldig fühlen hilft nichts. Schauen Sie nach vorn, entdecken Sie die neuen Perspektiven, die vor Ihnen liegen. Möglicherweise wartet eine Karrierechance auf Sie...!

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20.12.09

Wie finden Sie Ihren neuen Job in 2010?

Das neue Jahr naht, und viele Menschen wünschen sich einen besseren oder geeigneteren Arbeitsplatz. Aber wie findet man den? Die Auswahl an Jobbörsen ist groß und mitunter unübersichtlich.

Jeder Bewerber benutzt durchschnittlich sechs Online-Stellenbörsen für die Jobsuche.
Auch wird es immer mehr üblich, Bewerberprofile ins Netz zu stellen, um von Personalern gefunden zu werden. Das neue Karriereportal der Süddeutschen Zeitung www.laufbahner.de will diesen Prozess vereinfachen, indem es ihren Kandidaten mithilfe einer ausgefeilten Software passende Stellenanzeigen von Arbeitgebern vermittelt.

Navis im Auto, Bremsassistenten, Einparkhilfen, Partnersuchmaschinen und nun auch automatische Jobfinder. Immer mehr eigenverantwortliche Handlungen werden automatisiert. Aber wie ist es mit dem Bauchgefühl, das Ihnen sagt, das ist genau der richtige Arbeitsplatz? Das wird freilich nicht mitgeliefert.
Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen für Ihre Suche!

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25.10.09

Richtig bewerben

Schon seltsam. Wenn es um uns selbst geht, verlieren wir mitunter ganz schnell den Experten-Status. Gestandene Personal-, und Marketingexperten sind ratlos, wenn es darum geht, ihr Selbst-Marketing in Form einer überzeugenden Bewerbung hinzukriegen.

Das fängt schon bei den Unterlagen an. Die Optik - engzeilig, Flattersatz, ohne Absätze - fordert dem Leser zusammengekniffene Augen ab. Der Inhalt geht nicht auf den Bedarf des potentiellen Arbeitgebers ein, sondern reiht beliebige Ich-Behauptungen aneinander, der Lebenslauf ist nicht auf die Stellenanzeige zugeschnitten und so weiter und so fort.

Auch beim Bewerbungsgespräch können sich ungeahnte Gräben auftun: Man fällt in eine passive Haltung, vergisst wichtige Fragen zu stellen, kommt ins Schwimmen bei Fragen, die aus dem Standard-Repertoire der Personaler kommen und die man längst kennt. Man verliert die Souveränität, gerade weil man sonst auf der anderen Seite gesessen hat und man den Rollenwechsel eben nicht spielerisch meistert.

Damit aus dem Jobwechsel etwas wird, hilft da nur eins: Üben! Trainieren Sie die ungewöhnliche Gesprächssituation, bis Sie Ihnen vertraut vorkommt und optimieren Sie Ihren schriftlichen Ausdruck in Ihren Unterlagen. Und nicht verzagen: Zum Lernen ist es nie zu spät.

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18.7.09

Coaching-Thema: Jobwechsel, aber ordentlich?

Neulich beim Coaching. Mein Klient, Ende zwanzig, denkt laut über einen Jobwechsel nach:
Das sei ja fast wie Schluss machen mit einer Geliebten, meint er. Mir steht ein Fragezeichen auf der Stirn - nicht nur, weil mir einfällt, dass das neuerdings angeblich im Schnellverfahren per SMS erledigt wird.

Er habe ein enorm schlechtes Gewissen, fährt mein Klient fort, es sei doch schließlich sein erster Arbeitgeber nach dem Studium gewesen, die Atmosphäre sei einfach prima, seine Kollegen allesamt seine Freunde und mit seinen Vorgesetzten verstehe er sich auch so gut - allerdings habe er den neuen Vertrag schon unterschrieben, die Konditionen beim neuen Arbeitgeber seien einfach besser. Ob und wie ihm wohl ein ordentlicher Abschied gelingen kann, fragt er und fügt hinzu: Er habe im Internet gelesen, man solle keine verbrannte Erde hinterlassen.

Au weia. Was im Internet alles so steht. Üblicherweise habe ich ja eher mit dem umgekehrten Fall zu tun. Also mit Menschen, deren plötzliche Entlassung nach etlichen Jahren Betriebszugehörigkeit jede Menge verbrannte Erde hinterlässt, nämlich bei ihnen. Es mag ja taktvoll sein, wenn sich jemand weder im privaten noch im beruflichen Bereich per SMS verabschiedet. Aber ein Arbeitsplatzwechsel ist eine ganz normale und besonders bei Karrierebeginn notwendige Sache, die bei diskreter Planung keine Gewissensbisse hervorzurufen braucht. Erst neu orientieren, in der Freizeit, dann Vertrag unterzeichnen, Vorgesetzten informieren und dann meinetwegen den Ausstand feiern. Beziehungen am Arbeitsplatz sind Zweckgemeinschaften, mehr nicht. Gut, wenn man takt- und respektvoll miteinander umgeht, und zwar beiderseitig.

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Dr. Wiebke Sponagel
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