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6.10.08

Glosse: Zeiten ohne Sinn, Karrieren für Frauen?

Sicher ist nichts in diesen Zeiten. Nicht der Arbeitsplatz, nicht die rollende SUV-Trutzburg, Beziehungen und alte Rollenschemata sowieso nicht und Finanzen auch nicht. Der Begriff "Vertrauen" wird nachhaltig umkonnotiert von Bankern, die eigentlich Spieler sind. Es wird gemunkelt von der "Psychologie" der Märkte und dass sowas erschreckendes ja sonst im Business nicht vorkommt.

Genau der richtige Moment, um sich der Psychologie der neuesten Stellenkampagne des Volkswagen-Konzerns zu widmen: Mit der Schlagzeile "Innovation ist weiblich" wird dort um Ingenieurinnen geworben, weil es angeblich an männlichen Vertretern dieses Berufs mangelt. Die "Psychologie" hinter diesem Karriereangebot: Wir finden keine Männer, also nehmen wir halt Frauen.

Ich schlage vor, dass die Bundesregierung einen Werbefeldzug mit dem Titel "Sicherheit ist weiblich" lanciert -aus Steuermitteln selbstverständlich- und sämtliche Vorstände in den Banker-Spielhallen mit Frauen besetzt. Neue Männer für diese Führungspositionen werden sie wohl kaum finden, aber halt: Es sucht sie ja auch keiner. Also, faites vos jeux, das Spiel geht weiter, oder, liebe Leser, geniessen Sie die Sinnfreiheit dieser Zeit. Immer "Sinn machen" ist ja auch eine Bürde. Machen Sie es zum Beispiel wie der Brite Ken Bannister, der 17000 Objekte sammelte, die mit Bananen zu tun haben - ist sowieso alles Banane.

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13.7.08

Bewerbungsgespräch: Dumme Fragen, kluge Antworten

Eine sportliche Frau um die fünfzig sitzt mir gegenüber. Mit festem Blick und ebensolchem Händedruck und einem Lachen, das ein paar Oktaven durchklingelt. Sie weiss, was sie kann, sagt sie, deutlich und ausdrucksstark. Nur die andern, ob die das auch wissen, in ihrem Alter?

Ein paar Wochen später sehen wir uns wieder, sie hat den neuen Job in der Tasche, das Lachen klingelt hell und leicht. Aber was ihr bei der Jobsuche so alles begegnet ist, darüber, meint sie, könnte sie jetzt ein Buch schreiben.

Da war zum Beispiel dieser Personaler, der ihr dumme Fragen gestellt hat. Die seltsamste war, wie ihr Mann sie sehen würde. Was soll man auf sowas antworten?

Ich musste sofort an "Männer" von Doris Dörrie denken. Kennen Sie auch die Szene, wo Möchtegern-Aufsteiger Uwe Ochsenknecht vom arrivierten Heiner Lauterbach bei einem Wein "trainiert" wird für das Bewerbungsgespräch am nächsten Tag? Nimm mal die Zeitung, sagt der Arrivierte. Falt mal ein Schiffchen daraus. Setz es Dir auf und steig auf den Tisch. Als Ochsenknecht alles gemacht hat, zuckt Lauterbach mit den Schultern: "Siehste, kein echter leader würde sich so verhalten."

Es gibt viele Möglichkeiten, auf Fragen, die ins Private zielen, zu antworten. Mit Ironie, ohne, aber vage, oder mit dem deutlichen Hinweis, dass man gern beschreibt, wie die Kollegen und Vorgesetzten eine/n sehen. Aber klar, da muss man erst mal drauf kommen.

Schade nur, dass Personaler offenbar selbst gegenüber überzeugend auftretenden Kandidaten mit 1A Portfolio in ihre Mottenkiste greifen und Spielchen spielen. Bei guter Menschenkenntnis sollte man, finde ich, auf so einen Tanz auf dem Tisch verzichten können.

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6.1.08

Neues Jahr, neuer Arbeitsplatz?

Wenn es zu Ihren Plänen fürs Neue Jahr gehört, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen,
werden Sie sich sicher auch auf den zahlreichen Jobbörsen im Net umtun. Dort finden Sie neben den grossen Anbietern jetzt immer mehr spezialisierte Jobbörsen, die ein ausgesuchtes Marktsegment anpeilen. Wer beispielsweise in den Kommunikationsbranchen Event-Management, PR, Vertrieb und Werbung tätig ist, wird vielleicht bei der neuen Wiesbadener Jobbörse www.marketingjobboerse.de fündig.

Interessant auch, dass der Personalvermittler Profiplaza (www.profiplaza.de) jetzt eine Jobbörse mit der Zielgruppe "hochqualifizierte Mütter" entwickelt hat. Das Angebot richtet sich an Akademikerinnen mit Berufserfahrung, die eine Kinderpause gemacht haben und wieder einsteigen möchten, aber auch an weibliche Selbständige und Gründerinnen.
Das ist doch eine gute Nachricht zu Beginn des Neuen Jahres, oder?

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29.9.07

Frauen und Karriere: Womit haben Frauen als Gründerinnen zu rechnen?

Im letzten Jahr hatten Industrie- und Handelskammern eine nie dagewesene Nachfrage nach Beratungen zum Thema Selbstständigkeit von Frauen.Vorgezeichnet ist offenbar, in welcher Branche fast alle Frauen (85 Prozent) gründen:

Im Dienstleistungsbereich, wo vergleichsweise wenig Startkapital nötig ist. Nach Erkenntnissen der IHK ist für Frauen der Schritt in die Selbstständigkeit vergleichsweise schwer: Viele Frauen haben eine Kinderpause hinter sich, haben, wie wir wissen, als Berufstätige sowieso kleinere Gehälter als Männer in einer vergleichbaren Position und können also nicht in gleichem Mass Kapital ansparen wie Männer. Die Folge: Banken sind weniger spendabel, die Kreditaufnahme ist für Frauen schwieriger als für Männer.

Wenn Sie, liebe Leserinnen, vorhaben, sich selbstständig zu machen, sollten Sie also gut vorbereitet sein: Es braucht nicht nur einen wasserdichten Businessplan, eine tragfähige Geschäftsidee und gute Kontakte, sondern auch ein solides finanzielles Fundament und ein überzeugendes Auftreten als Geschäftsfrau - egal, ob Kunden oder Bankern gegenüber.

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30.6.07

Wie wirken "Karrierefrauen"?

Neulich im Aufzug einer Frankfurter Bank. Ich trage rote City-Loafer und einen dunklen Hosenanzug. Der Lift ist gestoppte voll mit dezent duftenden Bankern im grau-blau-dunklen Einreiher. Da höre ich aus der letzten Reihe ein gerauntes "Ist doch bemerkenswert, Frauen und ihre Affinität zu Schuhen..."

Berufstätige Frauen weichen von der Einreiher-Norm ab. Sie haben lange oder kurze Haare, tragen Rock (Thatcher) oder Anzug (Merkel), sind sexy oder jenseits der Menopause und dürfen dann auch mal einen handfesten Witz riskieren (Madeleine Albright, cojones).

Eine Studie untersuchte vor kurzem, wie erfolgreiche Frauen wahrgenommen werden; die Ergebnisse sind im Journal of Applied Psychology nachzulesen (Heft 1/2007).

Junge Männer und Frauen erhielten die Unterlagen fiktiver Bewerber um eine Führungs-position. Sie sollten Sympathieurteile abgeben und erklären, wen sie sich als Chef wünschen würden. Wenn es sich um männliche Kandidaten handelte, wurden Durchsetzungsfähigkeit, Effizienz und Leistungsorientierung positiv gewertet, nicht aber bei Frauen. Frauen wurden als Führungskräfte abgelehnt, weil sie als unsympathisch, feindlich, intrigant, hart und nicht vertrauenswürdig eingeschätzt wurden. Das Rollenklischee, dass Frauen verständnisvoll, sozial, freundlich und duldsam zu sein haben, wurde also voll und ganz bestätigt. Nur wer als weibliche Führungskraft auch einige dieser "typisch weiblichen" Eigenschaften im Umgang mit den Mitarbeitern zeigt oder Mutter ist, kann laut Studie diese Ablehnung überwinden.

Leider kann ich das Ergebnis aus Sicht meiner Beratungen nur bestätigen, auch wenn Sie jetzt unken, Humbug, meine Statistik fälsche ich selbst. Althergebrachtes Rollendenken ist allgegenwärtig. Es hindert berufstätige Frauen mit "maskulinen Eigenschaften" bei ihrer Karriere ebenso wie Männer mit sogenannt weiblichen Seiten.

Der Bewunderer meiner Fussbekleidung räumte übrigens auf Rückfrage ein, selbst eine Schwäche für Schuhe zu haben...

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17.5.07

Karriere: Sparfaktor Managerin

Ein Dauerbrenner auf meinen Seiten ist er mittlerweile, der Hinweis auf die Benachteiligung von berufstätigen Frauen. Männer verdienen bei gleicher Position ein Viertel bis ein Drittel mehr, das ist bekannt. Wer aber annimmt, dass sei zumindest bei Spitzenpositionen anders, ist im Irrtum.

Zunächst einmal: Nur vier Prozent der Geschäftsführer in deutschen Unternehmen sind überhaupt Frauen. Dafür gibt es manche Gründe, unter anderem Männernetzwerke, die Frauen ausschliessen.

Die wenigen Topmanagerinnen verdienen nun durchschnittlich fast ein Drittel weniger als Männer in ähnlicher Position. Geschäftsführerinnen im sogenannten branchen- und grössenunabhängigen Durchschnitt aller Unternehmen bekommen jährlich 183 000 Euro, ihre männlichen Kollegen dagegen 259 000 Euro.

Eigentlich seltsam, dass nicht mehr Frauen in Spitzenpositionen eingestellt werden, wo Unternehmen dabei doch so schön sparen können....

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28.3.07

Für Ihre Bewerbung: Wie entscheiden Personalmanager?

In meinen Bewerbungscoachings höre ich diese Frage häufig: Wie entscheiden Personalmanager eigentlich? Das Bewerbungsgespräch wurde rundum vorbereitet und lief gut und dennoch, die Stelle bekam ein anderer Kandidat. Woran lag das?
Möglicherweise an den Mitbewerbern, möglicherweise aber auch am "human factor", also an den Entscheidern selbst, die bekanntermassen Sympathien und Antipathien empfinden wie wir alle. Eine vor kurzem erschienene Studie über betriebliche Entscheidungsprozesse gewährt überraschende Einblicke in diese Auswahlmechanismen.

Sie zeigt beispielsweise, dass Entscheider dazu tendieren, ihrem eigenen Geschlecht den Vorzug zu geben. Wenn also weibliche Personaler das Gespräch führen, haben Frauen eine grössere Chance und umgekehrt.

Und so haben wir, ganz nebenbei, noch einen Grund gefunden, warum hierzulande nur jede vierte Führungskraft weiblich ist: Oft führen Männer die Einstellungsgespräche....

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18.3.07

Vorsichtige Karriereplanung von Frauen

Woran liegt's, habe ich an dieser Stelle schon öfters gefragt, dass Frauen beruflich die schlechteren Karten haben, also weniger in Führungspositionen vertreten sind und schlechtere Gehaltsabschlüsse machen? Nach einer jetzt veröffentlichten Studie starten Frauen ihre Karriere schon mit anderen Erwartungen als Männer.

Während mehr als ein Drittel der männlichen Berufsanfänger sich später in einer Führungsposition sehen, glauben nur 15 Prozent ihrer weiblichen Kollegen an einen solchen Aufstieg. Später im Berufsleben gibt es eine Annäherung der Erwartungen: 43 Prozent der Männer gehen dann davon aus, in weniger als zwei Jahren aufzusteigen und immerhin 33 Prozent der Frauen sind der gleichen Ansicht.

Nun fragt sich freilich, sind die Frauen einfach realistischer oder sollten Sie sich von ihren männlichen Konkurrenten das Prahlen abgucken? Oder beides?

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26.10.06

Selbstmarketing für Frauen: Wissen, was frau wert ist

Meine Stammleser wissen, dass das Thema "Gehälter für Frauen" mir ein wichtiges Anliegen ist. Deshalb mache ich es heute kurz: Wenn Sie mögen, schauen Sie mal unter www.frauenlohnspiegel.de vorbei. Die Hans-Böckler-Stiftung bietet dort einen Gehalts-Überblick zu über 130 Berufen, eine gute Grundlage für Gehaltsverhandlungen. Das Angebot richtet sich besonders an Frauen, die immer noch die schlechteren Gehaltsabschlüsse machen. Auch sonst bietet die Seite viel Wissenswertes zum Thema "Frau und Beruf".

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27.9.06

Eine Chance für Entrepreneure: Nachfolger werden

Führungskräfte mittleren Alters haben normalerweise zwei Karriere-Optionen im Blick: Sich weiter angestellt nach oben arbeiten oder mit einer eigenen Business-Idee Gründer werden. Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit, an die viele nicht denken, nämlich "Nachfolger" zu werden in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen. Jedes Jahr bereiten zwischen 4000 und 5000 Unternehmen in Deutschland mit Hilfe von Beratern einen Generationswechsel an der Spitze vor.
Oft wird ein externer Nachfolger gesucht - nicht etwa, weil Kinder fehlten, sondern weil die Kinder das Unternehmen ihrer Eltern meiden. Immerhin 17 Prozent der betroffenen Nachfolgeneration meinen, dass ihre Eltern ihnen die Nachfolge nicht zutrauten - schade, dass es gerade hier an Vertrauen fehlt.
Näheres erfahren Sie beim Institut für Mittelstandsforschung in Bonn und bei www.nexxt-change.de.

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20.9.06

Ein Jahr Coachingnews, frisch eingebloggt

Jetzt im September, liebe Leser, ist mein weblog ein Jahr alt. Anfangs dachte ich, es wird schwierig sein, regelmässig so über Coaching- und Karrierethemen zu schreiben, wie ich das vorhatte. Viele meiner Kollegen machen das ja auch, aber da ist mir Einiges zu "ratgeberisch", Manches zu persönlich, Manches nicht persönlich genug und Vieles ohne Unterhaltungswert.

Mein Blog sollte anders sein. Ich wollte Ihnen schmackhafte Miniaturen zum Thema Beratung bieten, aus meinem persönlichen Blickwinkel und mit einer Prise Ironie, dazu ein paar Informations-Happen, die für Sie nützlich sein könnten.

Inzwischen laufe ich mit Blog-Antennen durch die Gegend: Ideen für meine Postings begegnen mir überall, denn überall gibt es Veränderungen und Raum für neue Sichtweisen. Meine Webeinträge sind ein Ausguck geworden - egal, ob ich mir da alltagsweltliche Frauen und Männer (Merkel, Klinsmann) anschaue oder arbeitsweltliche Themen wie Zeitmanagement, Karriereentscheidungen und verallgemeinerbare Probleme aus meinen Beratungen.

Ich danke Ihnen, liebe Leser, dass Sie hier immer wieder vorbei schauen und mir teils persönlich, teils per e-mail Rückmeldungen und Anregungen zu meinen Veröffentlichungen geben. Neulich fragte jemand, wollen Sie das nicht mal ordnen nach Themengebieten? Darüber denke ich gerade nach - was meinen Sie, wäre mehr Ordnung hilfreich oder ist es gut, sich weiter von einer bunten Mischung überraschen zu lassen?

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21.8.06

Rollen und Karriere: Frauen von Chefs überwiegend zu Hause

War das nicht amüsant, wie zu Beginn von Angela Merkels Kanzlerschaft im deutschen Blätterwald spekuliert wurde, welche Funktion nun ihr Mann habe? Erinnern Sie sich, wie bei ihrer Amtseinführung die Häme losging, dass ihr Mann präsent sein müsse? Im "Spiegel" wurde der führende Wissenschaftler als "Phantom" abgewatscht - die Rolle der "dekorativen Kanzlergattin" sollte nach allgemeiner Erwartungshaltung auf das maskuline Gegenstück eins zu eins übertragen werden.

Dass das nicht funktioniert, belegt jetzt auch ein Kurzbericht über das Rollenverhalten deutscher Führungskräfte.
Danach sind die Partnerinnen von männlichen Führungskräften überwiegend nicht berufstätig oder haben Teilzeitbeschäftigungen. Nur sieben Prozent von ihnen führen selbst. Umgekehrt aber sind die Partner von Frauen in Führungspositionen mehrheitlich vollzeiterwerbstätig oder selbst Führungskräfte.

Müssig, darüber zu spekulieren, wer es einfacher hat, eine Führungsposition in Deutschland zu bekommen - Männer oder Frauen. Aber ohne Zweifel gibt es noch viel zu tun im Rollendenken hierzulande.

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20.4.06

Karriereentscheidung Gehalt: Frauen sicherheitsbewusster

John Grays unterhaltsame und oft zitierte Feststellung, dass Frauen und Männer von unterschiedlichen Planeten kommen, scheint sich wieder mal zu bestätigen:

In einem Laborversuch mit 240 Probanden hat das Institut zur Zukunft der Arbeit der Uni Bonn jetzt herausgefunden, dass Frauen lieber ein Fixgehalt bekommen als leistungsabhängige Bezahlung, auch wenn sie damit mehr verdienen könnten. Männer dagegen sind risikobereiter und ziehen die leistungsabhängige Honorierung vor. Aber Geld soll ja nicht alles sein, auf unserem Planeten ...

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10.3.06

Karrierecoaching: Gehälter und der Weltfrauentag

Die Blumensträusse sind eingesammelt, die Protestplakate auch, Krawatten blieben diesmal unversehrt - der "Weltfrauentag" hatte sich kurz ins öffentliche Bewusstsein geirrlichtert und jetzt ist wieder business as usual.

Viele haben wieder öffentlich beklagt, dass Frauen in Deutschland nach wie vor bei gleicher Position weniger Gehalt bekommen und kaum in Führungspositionen vertreten sind.

Gründe dafür gibt es viele, rationale und emotionale, allgemeine und individuelle, auf letztere lohnt es sich besonders im Karrierecoaching einzugehen. Aber lassen Sie uns doch mal einen Augenblick phantasieren, was man mit so einem Weltfrauentag alles hätte anfangen können. Mit einer Aktion, die nicht nur sanft im Medienwald an uns vorbeirauscht . Schmunzeln Sie nur, liebe Leser - ich bekenne gern, dass ich als Kind der sechziger Jahre manchmal den Ideenreichtum und die Irritation vermisse, die "Protestaktionen" damals auslösen konnten.

Was wäre zum Beispiel, wenn am Weltfrauentag, ähnlich wie am WPIS-Day, Frauen überall auf der Welt bei ihren Vorgesetzten ein angemessenes Gehalt fordern würden? Eine weltweite DMP - Kampagne (demand more pay) würde die Aktion medial begleiten, den Frauen im Vorfeld Tipps für die Gehaltsverhandlung geben, Arbeitgeber an die Gesetzeslage zur Gleichstellung erinnern, nachher Fälle erfolgreicher Aktionen dokumentieren und so weiter...

Ach ja. Erst mal, wer würde die Kosten tragen? Für die intellektuelle Magerquark-Kampagne "Du bist Deutschland" mit Vorläufern in der Nazi-Zeit liessen sich 32 Mio Euro locker machen, aber für sowas? Da wirken Symptom und Ursache zusammen - es gibt keine weibliche Industriemagnaten-Lobby, die hier als Sponsor auftreten könnte. Überhaupt, sollten die Mütter der Nation den "Industriestandort Deutschland" auch noch zusätzlich gefährden? Und schliesslich, so eine Aktion in Deutschland, wo Gehaltstransparenz sowieso ein Fremdwort ist? Undenkbar.

Na dann, hören wir auf zu träumen und freuen wir uns auf den nächsten Weltfrauentag mit Blumensträussen und Protestplakaten.

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17.2.06

Karriereberatung: Karrieresprung für Sie: Werden Sie Unternehmensnachfolger

Eins wird bei der Diskussion über die demographische Entwicklung in Deutschland gern vergessen: Sie birgt nicht nur Nachteile - Stichwort "Überalterung" der Gesellschaft - sondern auch Chancen:

Rund 71.000 Unternehmen stehen jedes Jahr vor der Frage, wer dem aus Altersgründen ausscheidenden Chef nachfolgen soll. Oft kann das Problem nicht familienintern gelöst werden, folglich müssen jährlich um die fünftausend Unternehmen schliessen. Rund dreiunddreissigtausend Arbeitsplätze gehen dabei verloren.

Wo sind die unternehmerisch und innovativ denkenden Männer und Frauen, die diesen Trend stoppen?

Wenn Sie meinen, dazu zu gehören, können Sie sich bei der Unternehmens-Nachfolgebörse "nexxt-change" über Vakanzen für Nachfolger informieren: Momentan sind dort über 10 000 Such-Anzeigen geschaltet. Eine hervorragende Option für alle, die ihrem Leben noch einmal jenseits des Angestellten-Daseins eine verantwortungs- und reizvolle Wende geben wollen, meine ich.

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27.1.06

Neue Gründerjahre?

Überall irrlichtern momentan Vergleiche mit den 50-er Jahren, auch die Kanzlerin hat die Wirtschaftswunderzeit zum Vorbild ausgerufen: Gründergeist im Deutschland des Jahres 2006? Brauchen wir jetzt Trümmerfrauen und Industrie-Partiarchen und das weisseste Weiss unseres Lebens?

Schauen wir doch mal, wie es steht mit dem Gründergeist. Eine Studie fand heraus, dass im Jahr 2004 in Deutschland 4,2 Mio Menschen selbstständig waren - mehr als je zuvor. Nehmen wir's positiv: Selbstständigkeit kann eine echte Perspektive für Orientierungssuchende sein. Allerdings standen 3 Mio Männern nur 1,25 Mio selbstständige Frauen gegenüber. Viele dieser Frauen verdienen sich laut Studie "ein Zubrot" mit der Selbstständigkeit - holla, da hat uns die Butterbrotsemantik der Fünfziger wieder! Schnell entsteht da die Gleichung "selbstständige Frau = semiprofessionell."

Im angestellten Erwerbsleben ist es ähnlich: Viele Frauen verdienen "etwas dazu", richten ihren Zeitplan nach Belangen der Familie, immer noch haben Frauen bei gleicher Beschäftigung kleinere Gehälter.

Na klar, liebe Leser, dafür gibt es allerhand Gründe und viele Menschen sind zufrieden mit der Zubrot-Rollenverteilung. Allerdings wird sie zum Hindernis für jede Gründerin, die es ernst meint mit ihrer Geschäftsidee: Sie muss einen doppelten Klimmzug machen, um ihre berufliche Kompetenz unter Beweis zu stellen. Da fällt mir gerade auf: Ein Mann ist ein Profi - und was ist eine Professionelle? Auch eine, die sich ein Zubrot verdient?

Mit herzlichen Grüssen aus der neuen Gründerzeit, Ihr Karrierecoach W. Sp.

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11.10.05

Karriereentscheidung: Männer wollen Geld, Frauen Sicherheit

Nu isses raus: Wir kriegen eine Kanzlerin!
Was meinen Sie, liebe Blog-Leser, wird jetzt der vielbeschworene Ruck durch die Führungsetagen deutscher Unternehmen gehen, der mehr Frauen an die Macht bringt? Wird das Land aufmerkeln :-)?

Ich habe mich mal nach dem Status Quo umgesehen. Die folgenden Artikel zum Thema Karriereentscheidungen von Männern und Frauen und deren "Wert-Schätzung" lassen in dieser Hinsicht wenig Veränderung vermuten.
Früher hätte ich gesagt, Frauen, kommt in die Puschen. Mittlerweile frage ich mich, ob das so erstrebenswert ist. Ich sehe in meinen Beratungen, was selbst vergleichsweise bescheidene Macht u.U. mit Menschen macht - als Stichworte seien nur burnout und Selbstverlust genannt.
Aber vielleicht würden mehr Frauen das System ja ändern - was meinen Sie?

Frauen orientieren sich bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes völlig anders als Männer. Für knapp die Hälfte der befragten Männer ist eine überdurchschnittliche Vergütung einer der Hauptgründe für einen Jobwechsel. Bei den weiblichen Berufstätigen spielt dagegen eine Gehaltssteigerung nur bei einem Drittel eine wichtige Rolle. Sie legen ebenso viel Wert auf einen Job, bei dem sie sich persönlich entfalten können. Für jede Fünfte ist bei der Arbeitgeberwahl auch die Sicherheit des neuen Arbeitsplatzes entscheidend; bei den Männern geben nur 12,5 Prozent die Jobsicherheit als Auswahlkriterium an. Das schlägt sich beim Verdienst nieder: Weit über die Hälfte der jungen Betriebswirtinnen (57 Prozent) verdient zwischen 30.000 und 50.000 Euro pro Jahr. Das Gros der jungen männlichen Berufstätigen kommt dagegen auf 40.000 bis 60.000 Euro. Ein Grund für das Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern liegt in der Wahl der bevorzugten Branchen: Junge Frauen arbeiten am liebsten bei Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie. Bei den Männern stehen Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, Unternehmensberatungen, IT-Branche und Investmentbanking hoch im Kurs - Branchen, in denen vergleichsweise gut gezahlt wird.
Quelle: KARRIERE -Newsletter OKT 05 unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Recruiting-Dienstleisters Access. Für dieYoung-Professionals-Studie 2005 hat Access 1.614 junge Berufstätige aus dem kaufmännischen Bereich befragt.

Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere, 31. August 2004:
Mehr als die Hälfte der weiblichen Führungskräfte im mittleren Management verdient aktuell weniger als 50.000 Euro im Jahr. Damit ist das Gehalt für Frauen in Führungspositionen auf das Niveau von 1986 zurückgefallen. Bei den männlichen Kollegen ist der Rückgang wesentlich weniger prekär: Nur rund ein Viertel der Männer in Führungspositionen muss sich zurzeit mit einem vergleichbar niedrigen Verdienst zufrieden geben. Nicht nur beim Gehalt, sondern auch bei der Besetzung von Führungspositionen fallen deutsche Frauen im internationalen Vergleich zurück. Gerademal ein Zehntel der berufstätigen Frauen schafft es hierzulande auf den Chefsessel. Knapp die Hälfte der Deutschen macht dafür dieUnternehmen und männlich dominierte Führungsetagen verantwortlich.

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