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5.4.09

Coachingfrage: Entscheiden bei Stress und Tunnelblick?

Ich habe das Gefühl, ich arbeite so viel, dass ich gar nicht mehr klar denken kann, sagte mein Coaching-Klient. In der Tat zeigte sein Wochenplan, dass bei diesem Zeitmanagement abends gerade noch die Nahrungsaufnahme und, wie er das nannte, ein Absacker vor dem Fernseher möglich war. Gesprächig war er dann nicht mehr, berichtete er, seine Frau kannte das schon.

Nun hatte er aber eine wichtige Entscheidung zu treffen, über eine Beförderung, die ihm angeboten wurde. Ich sage Ihnen, ich weiß gar nicht, was ich davon halten soll. Mal denke ich, mach es, dann wieder, mach es nicht, ich habe überhaupt kein Gefühl mehr dafür, was richtig ist.

Wie meinem Klienten geht es den meisten Stressgeplagten: Sie können nicht mehr Prioritäten setzen, haben kein Bauchgefühl mehr. Sie kennen nur noch eins: Den Tunnelblick, der ihnen sagt, weitermachen, egal wie.

Wer nicht rechtzeitig die Reißleine zieht und Abstand gewinnt, um nachzudenken und zu fühlen, wird ziemlich sicher eine Fehlentscheidung treffen. Entscheidungen mit Tragweite brauchen Zeit. Stressgeplagte können nicht entscheiden, weil sie extrem fremdgesteuert sind und die Kontrolle über ihre eigene Zeit größtenteils verloren haben. Lassen Sie es nicht so weit kommen, liebe Leser - bleiben Sie Ihr eigener Zeitsouverän und retten Sie sich kleine Ruheinseln!

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11.1.09

Gründen oder angestellt sein - eine Frage der Sicherheit?

Kleinwagen haben inzwischen bis zu neun Airbags. Auch das Navi gehört mittlerweile zur Grundausstattung, sicher ist sicher. In Frankfurt ist fast jeder dritte Wagen ein SUV, eine rollende Trutzburg, die den Insassen Sicherheit suggeriert.


Weil Sicherheit hauptsächlich in unseren Köpfen existiert, produziert diese Idee mitunter seltsame Blüten. Zum Beispiel, dass SUV-Pilotinnen ihre Kinder auf der Strassenseite aussteigen lassen, als wenn der Trutzburg-Schutz auch da wirken würde. Oder dass wir die Anstellung in grossen Betrieben für "sicher" halten, obwohl längst klar ist, dass der neue psychologische Vertrag keine gegenseitige Loyalität mehr beinhaltet. Manche meiner Klienten haben längst innerlich gekündigt und haben gute Ideen für eine Gründung. Trotzdem verschieben sie die Entscheidung und halten weiter aus, weil sie meinen, das sei sicherer.


Angestellt "wird"man halt. Die Wenigsten informieren sich vorher über ihre Rechte oder lassen z.B. ihren Arbeitsvertrag rechtlich prüfen, bevor sie unterschreiben. Übers Gründen sollte man aber vorher schon allerhand wissen. Und dieses Wissen ist nicht gerade ein Schulfach. Jeder Selbstständige braucht es, dazu die Fähigkeit, sich selbst zu steuern, ohne Navi. Und da wir im Alltag ja schon Experten für Internet-Kommunikation, Versicherungen, Gesundheitswesen, Miet-, und Eigentumsrecht, kurzum für alles Mögliche sein müssen, ist es verständlich, wenn man auf bestimmten Gebieten Entlasung sucht. Aber die Dienstleistung "Lebensführung" gibt es nicht, die kann man nicht outsourcen. Und deshalb sollten wir unsre "Sicherheitseinstellungen" gelegentlich auch mal überprüfen, es könnten sich ganz neue Perspektiven ergeben.

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26.10.08

Entscheidungscoaching: Die Qual der Wahl beim Rosinenpicken

Mein Gegenüber ist verunsichert, er fängt Sätze an, die ins Leere laufen und nestelt an seinem Uhrenarmband. Fast könnte man ihn für einen Berufsanfänger halten, wären da nicht die tiefen Lachfalten im Gesicht. Er ist ein gestandener Mann Mitte vierzig, mit einer Position im gehobenen Management.

Was ihn so, wie er es nennt, "aus der Rille" gebracht hat, ist ein attraktives Jobangebot. Ein Personalberater hat angerufen und ihm ein verlockendes Angebot gemacht. Dabei ist er erst seit kurzem auf seinem jetzigen Sessel und hat eine Aufgabe, die reizvoll ist und ihn ausfüllt. Auf seiner Stirn steht ein grosses Fragezeichen - was soll er tun?

Der Mann hat, das weiss er, ein Luxusproblem. Wo viele Menschen nach eigener Einschätzung "zwischen Pest und Cholera" wählen müssen, darf er Rosinen picken. Und genau das macht es so schwer. Welche Entscheidung ist besser? Worauf kommt es ihm letztlich, ganz tief drinnen an - Zufriedenheit bei der Arbeit, viel Geld verdienen, bessere Karriere, relative Jobsicherheit, oder alles zusammen und hat er das nicht schon?

Er hat eine Plus-Minus-Liste für beide Optionen mitgebracht, die ihn, wie er betrübt feststellt, auch nicht weiter bringt. Ich frage ihn nach seinem Bauchgefühl. Das Fragezeichen wird grösser - er ist ein Mann, der mit "die Wissenschaft hat festgestellt" mehr anfangen kann. Also erzähle ich ihm von den Erkenntnissen des Entscheidungsforschers Gerd Gigerenzer, der nach langen Analysen fand, dass intuitive Entscheidungen die tragfähigsten sind. Das mag mein Klient gar nicht glauben, obwohl, meint er, so rein gefühlsmässig könnte da was dran sein... Am nächsten Morgen bekomme ich eine mail von ihm. Er habe beim Heimfahren eine Sternschnuppe gesehen, jetzt wisse er, worum es eigentlich geht, ganz tief drinnen.

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27.7.08

Hilft das Internet bei beruflichen Entscheidungen?

"Da hatte ich die Wahl zwischen Pest und Cholera" ist eine beliebte Wendung. Vielen ist das tag-tägliche Entscheiden einfach zu viel - da geht man lieber gleich in ein Restaurant, das nur eine Mahlzeit anbietet, und findet das sehr entspannend.

Auch wenn um es die Gestaltung der Karriere geht, haben wir die Qual der Wahl. Bleiben oder gehen, wo sind die Entwicklungsmöglichkeiten am besten, oder ist weniger mehr oder soll es doch lieber gleich ab in die Selbstständigkeit gehen?

Nun gibt es laut FAZ auch einen "Digitalen Entscheidungsindex", in dem das Internet führt - die häufigste Entscheidungsart ist hier der Kauf von Flugtickets. Hilft das Net aber auch bei beruflichen Entscheidungen? Abgesehen von den Online-Stellenmärkten spielen da wohl die Bewertungsportale eine Rolle. Da gibt es beispielsweise Sites wie www.kunuru.de und www.yourcha.com/de/home, wo Arbeitgeber von Arbeitnehmern beurteilt werden. Inwieweit diese Meinungen zur Entscheidungsbildung von Bewerbern beitragen, ist freilich unentschieden...

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28.10.07

Neue Zeiten, auch im Coaching: Über Berufseinsteiger und Kürbisköpfe

Na, leiden Sie morgen auch unter "Jetlag", weil die Uhren umgestellt sind? Dann tapsen die Berufsmaulwürfe wieder im Dunkeln zur Arbeit und nach Hause, vorbei an leuchtenden Plastik-Kürbisköpfen, die uns noch vor der Weihnachts-Lightshow sagen, es ist Kaufzeit für Pusemuckel-Kram.

Aber ich wollte ja auf etwas ganz anderes hinaus. Ich wollte Ihnen von neuen Zeiten im Coaching berichten, genauer gesagt, von einer Trendwende, die ich bei meinen Klienten beobachte. Als ich vor acht Jahren anfing, war meine Kundschaft überwiegend in meinem Alter, ein paar auch älter. Inzwischen sind sie jünger, viele um die Dreissig. Sie sind der "Generation Praktikum" um ein Haar entkommen, haben erste Berufserfahrungen und erleben, dass sie ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans: Überstunden noch und nöcher und dabei anspruchslose Inhalte, die nur langweilen. Vorgesetzte, die bei der Frage nach Feedback nur die Schultern zucken und sagen, ist doch alles in Ordnung. Erste Führungsaufgaben, die mit Elan angepackt werden, aber im Getriebe der innerbetrieblichen Unlust-Kultur versanden. Aus der Generation Praktikum ist eine Generation Arbeitsfrust geworden, scheint mir.

Woran liegts, am Umfeld oder an den Erwartungen? Vielleicht an beidem. Zum Schluss noch eine Meldung für diejenigen, die meinen - wie die meisten, die sich für das Lehramt entscheiden - als Lehrer ideal Beruf und Familie verbinden zu können: Es gibt jetzt eine Studie der Uni Potsdam, nach der viele Lehramtsabsolventen die falsche Entscheidung getroffen haben und als Lehrer schlicht untauglich sind. Um das fürterhin zu vermeiden, haben der Beamtenbund (?!) und die Tarifunion einen Fragebogen entwickelt, mit dem Interessenten angeblich ihre Eignung für den Lehrerberuf testen können.

Tja, dann kann ja nichts mehr schief gehen und wir können unsere Kürbisköpfe leuchten lassen...

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16.9.07

Karriere: Wie finde ich den passenden Arbeitgeber?

Sind Sie firm in den Paarungsritualen der Gegenwart? Speed-Dating heisst eine beliebte Variante. Männlein und Weiblein treffen sich in Rudeln und vermischen sich zwecks Informationsaustausch im Fünfminutentakt. Diese fünf Minuten müssen reichen, um Wesentliches herauszufinden über die Eignung der "Kandidaten" als LAP (Lebensabschnittspartner): Ist er "romantisch", Sitz-, oder Stehpinkler, verdient er genug für den Nestbau... usw.

Was in aller Welt haben solche Fragen in einem Coaching-Blog zu suchen? Ganz einfach. Wenn Menschen bei ihrer Partnersuche so systematisch und effizient zu Werk gehen - egal, ob das nun der emotionalen Verbandelung dienlich ist oder nicht - wenn sie also so gezielt vorgehen, warum tun sie das nicht auch bei der Suche nach einem Arbeitgeber?
Immer wieder erlebe ich in der Beratung irritierte Blicke auf meine Frage "was für Arbeitsbedingungen brauchen Sie"? Oft kommen dann Negativ-Antworten: Bitte kein Grossraumbüro, keine unfähigen Chefs, keine endlosen Überstunden.

Gut, negative Auslese ist ein Anfang. Aber auf die Idee, eine Checkliste anzulegen mit den für den Klienten wichtigen Kriterien, also die Rahmenbedingungen des Arbeitsplatzes, Arbeitsklima, Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten, Karrieremöglichkeiten, Firmenkultur etc. kommt kaum jemand. Und der Witz ist ja, dass eine solche Checkliste sich nicht verallgemeinern lässt. Jeder Bewerber hat andere Wünsche an den künftigen Arbeitgeber, ganz wie die jungen Paarungswilligen unterschiedliche Vorstellungen vom "Traumpartner" haben. Erst wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist, können Sie den richtigen Partner für Ihr Vorhaben finden.

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3.8.07

Entscheidungscoaching: Wie soll ich mich entscheiden?

Der Mann sprach im Staccato. Es gehe um eine wichtige Personalentscheidung, die er zu treffen habe, und zwar subito. Ob wir wohl einen Termin ausmachen könnten für ein Entscheidungscoaching, heute oder morgen?

So hört sich das oft an, liebe Leser, wenn Menschen glauben, in Entscheidungsnöten zu sein. Da muss erst mal der Dampf raus - Zeit gewinnen heisst die Devise. Dann kann man sich, adagio, adagio, mit der Entscheidung befassen.

Die klassische Methode, eine Entscheidung anzugehen, habe, so sagen Management-Mythen, der amerikanische Aufklärer Benjamin Franklin erfunden: Machen Sie eine Pro- und Kontra-Liste und gehen Sie nach dem grössten Nutzen. Moralische Algebra nennt man dieses Vorgehen heutzutage. Sie unterstellt, dass wir Menschen logisch und kühl planend vorgehen. - Tun wir das?

Etliche Untersuchungen belegen inzwischen, dass dem nicht so ist. Wir entscheiden intuitiv, nach Bauchgefühl. Und was kaum jemand auf Anhieb glauben mag: Die Bauchentscheidung ist besser als die moralische Algebra. Sie lässt bewusst Informationen weg und konzentriert sich auf ein wichtiges Kriterium, "take the best" sagen die Entscheidungsforscher dazu.

In umfangreichen Tests wurde das intuitive Entscheiden einem komplizierten Rechenmodell, der multiplen Regressionsmethode, gegenüber gestellt. Ergebnis: Das Bauchgefühl hatte eine höhere Trefferquote als die langwierige Rechenmethode. Mehr zu den neuesten Erkenntnissen über Entscheidungen hier.

Schön und gut, sagte mein schnell sprechender Klient. Aber mein Bauchgefühl zieht mich mal hier, mal da hin...Auch dem Mann konnte geholfen werden. Coaching ist dazu da, neue Wege aufzuzeigen. Auch, um beispielsweise mit der inneren Unstimmigkeit umzugehen.

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4.9.06

Coachingthema Entscheidungen in Karriere-und Lebensfragen.

Die Stimme klingt angeregt und heiter, was wenig zu dem passt, was ich sonst höre. Sie brauche unbedingt Hilfe bei einer Entscheidung, sagt die junge Frau in munterem Stakkato, sie habe momentan drei Studienplätze zur Auswahl: Einen in Frankreich, für den es eigentlich schon zu spät sei, und zwei in Deutschland, für die auch bald die Frist ablaufe. Sie habe den Samstag mit gepacktem Koffern auf einem Bahnhof verbracht und Züge mit Ziel Frankreich an sich vorbeiziehen lassen. Immer wieder lacht sie, wenn sie ihre Unentschlossenheit beschreibt: Eigentlich müsse sie mit Anfang zwanzig ja wissen, was zu tun ist, meint sie noch in mütterlichem Ton.

Ein amerikanischer Psychologe und Marktforscher, Christoph B. Melchers, hält eine Erklärung bereit für solches Zögern, das nach seiner Diagnose eine Neurose der westlichen Gesellschaft ist: Eine ganze Generation leide nämlich an "Abulie", krankhafter Willensschwäche. Das sei auch nicht weiter verwunderlich, sondern eine Folge des im Westen seit Jahrzehnten geltenden Gleichheitsgrundsatzes: Der Einzelne habe so viele Wahlmöglichkeiten in der Konsumwelt und für die Lebensplanung, dass er schliesslich davor kapituliere und im Stadium ewigen Beginnens verharre. Menschen könnten zwischen Lebensstilen genauso locker hin- und herwechseln wie zwischen Markenprodukten.

Ach ja, die Amerikaner. Sie sind einfach grandios darin, neue Märkte für Psychologen zu erschliessen: Klasse, wenn man bedenkt, dass der letzte Trend, der "shrink" für den Hund, nun auch hier bei zahllosen schlecht bezahlten Tiertherapeuten für Aufwind sorgt. Nur, was hilft es der jungen Frau, wenn ich ihr sage, dass es einer ganzen Generation von Amerikanern genauso geht ?

Unentschlossenheit kann viele Gründe haben und, wenn es sich um eine limitierte Phase im Leben handelt, auch sinnvoll sein. Man kann sie auch umkonnotieren in eine Zeit des Nachdenkens und Abwägens, was sich natürlich schlecht verträgt mit dem anglo-amerikanischen Mythos des schnellen "decision-making". Manche Entscheidungen brauchen eben Zeit. Was meinen Sie, soll ich dieses Posting jetzt veröffentlichen oder lieber noch ein bisschen damit warten....?

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28.7.06

Coachingthema "Berufliche Entscheidung"

Gerade bereite ich mich auf ein Coaching vor, bei dem es um eine berufliche Entscheidung geht. Da kommt mir ein Satz meiner Freundin und Supervisorin in den Sinn, "wer sich entscheiden muss, weiss nicht, was er will".

Das klingt prägnant und provokativ, und ruft erst mal heftige "ja, aber...-Reaktionen" hervor. Vielleicht fehlen ja ein paar Worte in diesem Satz, und er müsste heissen, "wer lange Zeit für eine Entscheidung braucht, weiss (vorübergehend) nicht, was er will."

Entscheidungen für oder gegen etwas sind unser täglich Brot, sie fallen leicht, wir denken gar nicht mehr lang darüber nach. Aber eine Entscheidung für oder gegen einen Job, den beruflichen Umstieg oder ähnliches sprengt den Rahmen unserer Entscheidungsroutinen.

Eine solche Entscheidung schüttelt man nicht unbedingt aus dem Ärmel, es sei denn, man hat schon lange auf sie hingearbeitet. Wer kontinuierlich eine bestimmte Position angestrebt hat, wird sie ohne langes Zögern annnehmen, wenn das Angebot da ist. Von diesen Menschen heisst es dann, sie wissen, was sie wollen - sie sind auf die Entscheidungssituation vorbereitet.

Manche Entscheidungen brauchen einfach Zeit. In dieser Phase der Abwägung dürfen wir ruhig auch mal nicht wissen, was wir wollen. Nehmen wir uns die Zeit, es herauszufinden.

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20.4.06

Karriereentscheidung Gehalt: Frauen sicherheitsbewusster

John Grays unterhaltsame und oft zitierte Feststellung, dass Frauen und Männer von unterschiedlichen Planeten kommen, scheint sich wieder mal zu bestätigen:

In einem Laborversuch mit 240 Probanden hat das Institut zur Zukunft der Arbeit der Uni Bonn jetzt herausgefunden, dass Frauen lieber ein Fixgehalt bekommen als leistungsabhängige Bezahlung, auch wenn sie damit mehr verdienen könnten. Männer dagegen sind risikobereiter und ziehen die leistungsabhängige Honorierung vor. Aber Geld soll ja nicht alles sein, auf unserem Planeten ...

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4.4.06

Karriere: Schriftliche Bewerbung, eindeutig mehrdeutig.

Der Wunsch nach Eindeutigkeit ist so alt wie die Menschheit. Wieviele Auseinandersetzungen entzünden sich täglich an dem, was "gemeint" ist, egal ob das politische, religiöse oder alltagsweltliche Inhalte sind.

Und nachdem sogenannte Kommunikationsratgeber uns weismachen, es gebe ein Gleichung, die da lautet "ein Satz = eine Bedeutung", überrascht es nicht, dass Klienten in der Karriereberatung den Wunsch äussern, am Ende des Beratungsprozesses z.B. einen "eindeutigen Lebenslauf" zu haben.

Was meinen Sie, liebe Leser, lässt sich das machen?

Ich glaube kaum, denn so ein Lebenslauf ist ist ein persönlicher Entscheidungsweg und jede Entscheidung für etwas ist auch eine gegen etwas, mindestens.

Jemand macht eine Bankausbildung, obwohl er vom Abschluss her auch Jura, Pharmakologie oder sonst etwas hätte studieren können. Seine Wahl mag unterschiedliche Gründe haben, die sich nicht unbedingt aus dem CV erschliessen. Vielleicht hat ein Schulfreund dasselbe gemacht, vielleicht hat ein Bekannter den Ausbildungsplatz vermittelt, vielleicht lockte die Aussicht auf "eigenes Geld", vielleicht hatte der Kandidat ein echtes Interesse am Banking. Oft wird die "Motivation", einen bestimmten Beruf zu ergreifen, im Bewerbungsgespräch thematisiert, und natürlich erwartet der potentielle Arbeitgeber hier was? - Eine eindeutige Entscheidung für den eingeschlagenen Weg. Vagheit oder gar Zufälligkeit passen nicht ins Bild eines "gradlinigen, zielstrebigen Bewerbers".

Meiner Erfahrung nach ist diese Gradlinigkeit beim Lebensentwurf ein Mythos aus der Managementliteratur. Menschen, die ihm nacheifern, fallen in ein tiefes Loch, wenn sie mal konfrontiert werden mit jenen Lebenskrisen, die sie nicht "einplanen" konnten. Ausserdem schneiden sie sich jede Menge Lebensfreude ab, die jeder kennt, der schon mal zufällig auf etwas "Unerwartetes" gestossen ist. Verspätete Züge sollen bei Wartenden ja schon manche Freund-, oder Partnerschaft "gestiftet" haben.

Aber zurück zu dem Wunsch nach einem eindeutigen Lebenslauf. Vor mir lag neulich ein wunderbar gradliniger Lebenslauf, der über zwei Jahrzehnte direkt in die Führungsetage eines Unternehmens mündete. Um diese Gradlinigkeit darzustellen, eignete sich ein chronologischer CV hervorragend. Nun sollte man meinen, die Botschaft eines solchen CVs sei klar: Da hat jemand zielstrebig die Karriereleiter erklommen. Aber halt, auch hier gibt es wieder eine Auslegungsvariante: Dieser jemand habe sich immer wieder "befördern" lassen, sei immer seiner Firma zu "treu" geblieben, ohne mal die Initiative zu ergreifen und sich auf dem Markt nach anderen Optionen und Herausforderungen umzuschauen. Fazit: Eindeutigkeit gibt's keine - am besten, Sie sind darauf vorbereitet.

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27.10.05

Karriereentscheidungen im Rückspiegel: Lieber was anderes!

Was mich in der Karriereberatung und im Coaching immer interessiert, ist das Verhältnis meiner Klienten zu ihrem Job. War Ihre Berufsentscheidung eine "Liebesheirat", oder eher eine "Vernunft-Ehe"? Wenn Sie heute nochmal anfangen könnten, würden Sie sich noch einmal für die gleiche Laufbahn entscheiden?

Genau diese Frage hat die amerikanische Personalberatung Korn/Ferry International in einer Studie 1700 Managern aus 96 Ländern gestellt.

Heraus kam, dass mehr als die Hälfte der befragten Manager ein anderes Fachgebiet wählen würden, wenn sie "nochmal von vorn" anfangen könnten. Bevor sie in den Ruhestand gehen, halten deshalb 62 Prozent auch einen einschneidenden Karrierewechsel für "höchst wahrscheinlich" und immerhin noch 26 Prozent für "wahrscheinlich".
Wahrscheinlich hin oder her - ein Karrierewechsel in der Lebensmitte ist aus verschiedensten Gründen erwartbar. Bekanntlich haben weder Liebesheirat noch Vernunftehe eine "eingebaute Haltbarkeitsgarantie"...

Informationen zur Studie

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