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14.3.10

Gehaltsfrage: Was ist Ihre Mitarbeit wert?

Sie glauben ja nicht, was momentan in meinem Unternehmen los ist.... so beschrieb ein Klient neulich die Veränderungen in seiner Firma. Bisher, meinte er, seien die Kündigungswellen immer an ihm vorbei gegangen, aber jetzt habe er wieder ein sehr mulmiges Gefühl. Das Unglaubliche in seinem Unternehmen war aus seiner Sicht, dass bewährte und erfolgreiche Mitarbeiter seines Alters gekündigt und an ihre Stelle Frischlinge von der Uni gesetzt wurden. Einsparung: Dreißig bis vierzig Prozent, auf dem Papier. Besonders beliebt für Neueinstellungen seien Frauen, sagte er, die seien ja noch mal günstiger zu haben...

Auf den ersten Blick scheint auch bei Gehältern das Schnäppchen-Prinzip zu gelten: Je preiswerter, desto besser. Das liegt zum Teil aber auch daran, dass Stelleninhaber zu wenig darauf achten, während ihrer Berufstätigkeit den relevanten Entscheidern immer mal wieder ihren eigenen Wert zu vermitteln. Man hat schließlich genug um die Ohren und dieses sogenannte Selbstmarketing...? Muss das wirklich sein?

Es muss. Auch Bewerber sollten nicht davor zurück schrecken, ihren Marktwert prägnant und überzeugend darzustellen - wie das geht, das kann man unter anderen in einem Coaching lernen. Aber zu sagen, ich verkaufe mich billig, dann habe ich erst mal die Stelle und dann schauen wir weiter, schwächt nur Ihre Ausgangsposition und bestärkt Ihren inneren Schweinehund: Der wird das Weiter Schauen dann nämlich auch gern vergessen

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18.7.09

Coaching-Thema: Jobwechsel, aber ordentlich?

Neulich beim Coaching. Mein Klient, Ende zwanzig, denkt laut über einen Jobwechsel nach:
Das sei ja fast wie Schluss machen mit einer Geliebten, meint er. Mir steht ein Fragezeichen auf der Stirn - nicht nur, weil mir einfällt, dass das neuerdings angeblich im Schnellverfahren per SMS erledigt wird.

Er habe ein enorm schlechtes Gewissen, fährt mein Klient fort, es sei doch schließlich sein erster Arbeitgeber nach dem Studium gewesen, die Atmosphäre sei einfach prima, seine Kollegen allesamt seine Freunde und mit seinen Vorgesetzten verstehe er sich auch so gut - allerdings habe er den neuen Vertrag schon unterschrieben, die Konditionen beim neuen Arbeitgeber seien einfach besser. Ob und wie ihm wohl ein ordentlicher Abschied gelingen kann, fragt er und fügt hinzu: Er habe im Internet gelesen, man solle keine verbrannte Erde hinterlassen.

Au weia. Was im Internet alles so steht. Üblicherweise habe ich ja eher mit dem umgekehrten Fall zu tun. Also mit Menschen, deren plötzliche Entlassung nach etlichen Jahren Betriebszugehörigkeit jede Menge verbrannte Erde hinterlässt, nämlich bei ihnen. Es mag ja taktvoll sein, wenn sich jemand weder im privaten noch im beruflichen Bereich per SMS verabschiedet. Aber ein Arbeitsplatzwechsel ist eine ganz normale und besonders bei Karrierebeginn notwendige Sache, die bei diskreter Planung keine Gewissensbisse hervorzurufen braucht. Erst neu orientieren, in der Freizeit, dann Vertrag unterzeichnen, Vorgesetzten informieren und dann meinetwegen den Ausstand feiern. Beziehungen am Arbeitsplatz sind Zweckgemeinschaften, mehr nicht. Gut, wenn man takt- und respektvoll miteinander umgeht, und zwar beiderseitig.

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25.1.09

Deutschland, ade! Leben und Arbeiten im Ausland

Auf gehts, wir packen die Koffer und arbeiten in Norwegen, Spanien, Kanada oder Australien. Deutschland ist vielen zu eng, zu teuer, zu unsicher und zu kompliziert. Go global heisst das Motto auch für individuelle Lebensentwürfe, es steigert die Arbeitsmarktfähigkeit.

Kürzlich bot ein australisches Internetportal im Rahmen einer PR-Aktion den Posten eines Insel-Hausmeisters an, der ein halbes Jahr lang eine leerstehende Millionärsvilla mit Grundstück und Strand hüten sollte, Reisekosten und grosszügiges Taschengeld inbegriffen. Die Internetseite brach in kürzester Zeit zusammen, Bewerbungen kamen sogar aus der Mongolei.

Das Fernsehen berichtet gern von Menschen, die planlos nach irgendwohin aufbrechen. Die zurückgebliebenen Couchpotatoes freuts, da schmecken die Chips noch mal so gut, wenn die Neuanfänger so richtig auf dem Bauch landen. Aber auch im richtigen Leben scheint der Insel-Traum ein Hauptantreiber zu sein. Also wolkige Vorstellungen vom besseren Leben ohne den alten Chef, die verstopften Strassen, das marode Gesundheitssystem, die lästigen Nachbarn. Aber ein neues Leben auf Knopfdruck gibt es nicht, zu der Erkenntnis kommt man auch ohne Fernsehen. Gute Vorbereitung auf Kultur und Sprache des Ziellands braucht`s, damit das Vorhaben gelingt. Und wenn Sie dann noch in Ihre neue Heimat verliebt sind, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Suchen Sie neue Perspektiven in Norwegen? Dann schauen Sie mal hier, da warten Jobs auf Sie.

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16.11.08

Ein Quäntchen Trost - neue berufliche Perspektiven für Sie

Nichts ist mehr, wie es war: James Bond ist blond, rachsüchtig und witzlos, die Äktschen ist so opulent, dass das Kinopublikum reihenweise einschläft. Derweil kollabieren draussen virtuell die Bankentürme, Soll und Haben stehen mit aufgerissenen Flanken da. Das grosse Zittern geht durch die Nation, aber Läbbe geht weiter.

"Die Einschläge kommen näher", erzählt mir ein Klient aus jenen Bankentürmen. Ein Kriegsszenario auf Büroetagen mit Trittschalldämmung. Echte Kriege sehen anders aus, aber es sind wohl gerade die medial und durch Gerüchte vermittelten Schreckenszahlen, die uns glauben machen, wir sind im falschen Film. Angst ist kein guter Berater, das wissen wir alle.

Durch die Finanzkrise entlassen etliche Finanzdienstleister Mitarbeiter. Aber ein Karriereknick muss das nicht sein und schon gar nicht das Ende der Möglichkeiten. Im Rückblick ist so eine individuelle Krise oft ein Anfang, der neue Perspektiven birgt. Auch momentan gibt es in der Finanzbranche Vakanzen: Zum Beispiel suchen viele Private-Equity-Gesellschaften und Fusionsberater Leute. Aber davon abgesehen: Es gibt ein Leben nach dem Angestellen-Dasein, und viele Wege, dorthin zu kommen. Einer davon ist die Unterstützung durch Karriereberatung oder Coaching. Es nützt nichts, vor dem weltwirtschaftlichen Getöse die Augen zu schliessen. Behalten Sie lieber Ihre Arbeitsmarktfähigkeit im Blick und haben Sie keine Angst vor Neuanfängen - man lebt nur zweimal.

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9.11.08

Karrierechancen für Finanzdienstleister

Ende des Jahres gibt es noch zwei Karriermessen, die Ihnen auf die Sprünge helfen könnten, wenn Sie einen Einstieg im Banking-Sektor suchen. Einmal die JOBcon Finance in München, wo Personal- und Fachvertreter der teilnehmenden Unternehmen für Informations-, und Bewerbungsgespräche zur Verfügung stehen. Eine Woche später, am 11. und 12.12. dann in Brüssel die "Careers in Europe Fall Event", bei der sich Finanzdienstleister aus ganz Europa präsentieren. Viel Glück!

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6.4.08

Schlechte Erfahrungen im Bewerbungsgespräch

"Es war ein Albtraum," berichtet mein Klient. "Soetwas ist mir noch nie passiert."
Der Mann, der mir gegenüber sitzt, macht einen bodenständigen und kompetenten Eindruck. Er ist, sagen wir, Ende dreissig und hat eine überzeugende Karriere in der IT-Branche absolviert. Er hat immer auf seine "employability" geachtet, sich also trotz zeitfressender Projekte weitergebildet. Vor kurzem wollte er seiner Laufbahn die Krone aufsetzen und hat sich auf einen "Traumjob" beworben.

Ums kurz zu machen: Das Vorstellungsgespräch lief gründlich schief. Es wurden Fragen gestellt, die genau seine Achillesferse trafen - die Frage nach seinem Umgang mit Vorgesetzten war so eine. "Wissen Sie," erklärt er, "mit meinem momentanen Chef komme ich überhaupt nicht klar. Der ist menschlich einfach unfähig und als Führungskraft erst recht. Ich bin froh, dass ich ihm bei den Projekten kaum begegne." Da sei er dann ins Stottern gekommen wie ein Viertklässler und der Traumjob war geplatzt.

Auf der anderen Seite, sagt der Klient, habe er schon bei der Vorstellung "ein komisches Gefühl" gehabt - seine Ansprechpartner waren ihm so unsympatisch, dass er am liebsten "auf dem Absatz kehrt gemacht" hätte. Im Nachhinein ärgere er sich, dass er dem Impuls nicht gefolgt sei, und sich noch so eine Blösse gegeben habe.

Shit happens. Vielleicht ist es schon ungünstig, eine Stelle zum "Traumjob" hochzustilisieren. Hinzu kommt, dass man dummerweise ausser in der Karriereberatung kaum Gelegenheit hat, stressfrei so ein Gespräch zu "üben". Drum fehlt die Souveränität, in einem echten Bewerbunggespräch die "Notbremse" zu ziehen, wenn eine innere Stimme das empfiehlt.

"Das nächste Gespräch wird anders", sagt mein Klient jetzt. "Ich weiss, was ich kann und höre auf mein Bauchgefühl. Und um diesen "Traumjob" ist es nicht schad - hat nicht sollen sein."

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9.3.08

Karriere und Kinderwunsch - geht das?

Immer wieder ist die Rede vom "Muttermythos" in Deutschland, der Frauen davon abhalte, Karriere zu machen und Männern ihre Karriere erst ermögliche. Mag das sein, wie es will - auf der Sachebene hat sich jedenfalls einiges getan: Die neue Elternzeit wird verstärkt von jungen Vätern wahrgenommen, das Rollenverständnis ist im Wandel.


Um es Mitarbeitern möglichst früh nach der familienbedingten Pause zu ermöglichen, wieder berufstätig zu sein, haben Bundesfamilienministerium und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft jetzt umfassende Informationen in einer Broschüre zusammengestellt. Erläutert werden viele notwendige Schritte, vom ersten Planungsgespräch über rechtliche Regelungen bis zur familienfreundlichen Arbeitsorganisation nach der Rückkehr.
Kostenloser download hier

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17.2.08

Karrieretipp: Weiterbildung für Eilige

"Keine Zeit für Weiterbildung" ist auch im stressgeplagten mittleren Management keine Ausrede mehr. Es gibt längst Bildungs-Konzepte, die in minimaler Zeit Wissensmodule vermitteln. In dem immer grösser werdenden Markt für Berufstätige mit kleinem Zeitbudget schwimmt das Angebot der Open University ganz vorn mit. 1969 als staatliche Universität in UK gegründet, operieren die OU und ihr Ableger OU Business School inzwischen in ganz Europa.

Für das Segment der "Kompakt-Lerner" bietet die OU zum Beispiel ein 30 Stunden-Online-Programm an, bei dem mit persönlichem Tutor gelernt werden kann. Im sogenannten CPD-Programm (Continuing Professional Development) gibt es Kurse zu den Themen Führungsverhalten, Personalentwicklung, Finanzwirtschaft, IT, Gesundheitswesen - you name it, they have it, und anfangen kann man jederzeit. Mehr dazu hier .

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10.2.08

Vom Luxus, nachdenken zu dürfen

"Sie glauben gar nicht, wie ich mich auf diese Zeit mit Ihnen freue," verriet mir neulich ein Coaching-Klient. "Ich komme sonst gar nicht zum Nachdenken, ich funktioniere nur noch."
Modern Times. Zeit zum Reflektieren ist ein Luxusgut geworden.

Dazu passt die Meldung, dass Geisteswissenschaftler - wider Erwarten! - nützlich sein sollen für Unternehmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult befragte 106 grosse Unternehmen mit weltweiten Geschäftsbeziehungen und 108 Nichtregierungs-organisationen, wie sie es mit der Beschäftigung von Geisteswissenschaftlern halten. Demnach arbeiten in zwei Drittel der international tätigen deutschen Unternehmen keine Geisteswissenschaftler. In denjenigen Firmen aber, in denen diese Akademiker angestellt sind, werden sie hochgeschätzt, da ihre interkulturellen Kompetenzen als äußerst nützlich fürs Geschäftsleben gelten. So meinen rund drei Viertel der Unternehmen, die Fähigkeit der Geisteswissenschaftler, mit Menschen aus anderen Kulturen angemessen zu kommunizieren, sei bei Vertragsabschlüssen mit ausländischen Partnern entscheidend für den Erfolg.

Na bitte. Weltfremde, fabulierende und profitaverse Geisteswissenschaftler tragen endlich dazu bei, dass der Rubel rollt. Man weiss nicht, ob das nun eine gute Nachricht ist.
Mehr dazu.

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11.11.07

Karriere: Was kann ich vom Arbeitgeber erwarten?

Vergangene Woche habe ich bei angestellten Bekannten eine unrepräsentative Umfrage gemacht und sie nach dem Begriff "psychologischer Vertrag" gefragt. Überwiegend bekam ich darauf ein Achselzucken. Nur Menschen aus dem Personalmanagement wussten, was gemeint ist. Komisch eigentlich, denn in der Schweiz gibt es offenbar einen regen öffentlichen Diskurs dazu.

Aber gut, hier ist des Rätsels Lösung: Beim "psychologischen Vertrag" geht es um die unausgesprochenen Erwartungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Und klar, genau darin liegt jede Menge Konfliktpotential. Z.B. Weiterbildungen, von denen der Arbeitnehmer annimmt, dass sie ihm angeboten werden, von denen der Arbeitgeber aber glaubt, der MA müsse sich selbsttätig darum kümmern. Resultat: Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Hätte einer von beiden seine Erwartungen ausgesprochen, wäre - rein theoretisch - eine zufriedenstellende Lösung möglich.

Allein die Tatsache, dass heutzutage so eine nicht sichtbare Grösse im Angestelltenverhältnis vorausgesetzt wird, mag bei manchen Mitarbeitern Irritationen hervorrufen. Aber auch früher gab es sowas, sagen die Arbeitswissenschaftler, nur anders. Da wurde gegenseitige Loyalität als gegeben angesehen, während heute vom Mitarbeiter Eigenverantwortung für seine Arbeitsmarktfähigkeit und die Akzeptanz von Unsicherheit erwartet wird (mehr dazu hier.)

Im Klartext: Das Unternehmen hat sich aus der Verantwortung für seine Mitarbeiter weitgehend zurückgezogen. Es kann dadurch schneller auf Veränderungen am Markt reagieren, wird aber auch mehr "brain drain", also Verlust an qualifizierten Arbeitskräften erleiden.

Mitarbeiter sollten also selbst auf ihre "Arbeitsmarktfähigkeit" achten, oder sich dazu in einem Orientierungscoaching einen Überblick verschaffen. Selbst wenn das Unternehmen Weiterbildungen anbietet, müssen diese nicht zwangsläufig zur Arbeitsmarktfähigkeit des Einzelnen führen. Möglicherweise werden da nur unternehmensspezifische Kompetenzen vermittelt. Aber wer hat eigentlich die Kristallkugel, die uns genau sagt, welche Fähigkeiten in Zukunft gefordert sind?

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