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31.5.09

Umgang mit der Krise - durch Angst und Mobbing?

In Deckung gehen ist ein bewährtes Krisenverhalten: Man macht sich klein, fällt nicht weiter auf, und taucht erst wieder auf, wenn die Bedrohung vorüber ist. Das kann lebensrettend sein. Schwierig wird es allerdings, wenn die geduckte Haltung in eine Gliederstarre übergeht, die einem das Blut abschnürt.

Ein Klient berichtete mir neulich von der, wie er es nannte, Schockstarre in seinem Arbeitsumfeld. Er arbeitet in einer Bank und beobachtet, wie seine Kollegen seit Monaten in Deckung gehen, um den allgegenwärtigen Umstrukturierungen zu entgehen. Selbst ein Großmaul, der sich gern mal mit seinen Vorgesetzten angelegt habe, sei momentan auffallend zahm nach oben. Mit seinen Kollegen und Mitarbeitern allerdings nicht, sagt er - die hätten zur Zeit allerhand auszuhalten. Wie lang, fragte er, ist so eine Atmosphäre noch zu ertragen?

Die Krise, die als Subprimekrise, dann als Finanzkrise und schließlich als Weltwirtschaftkrise daher kam, hält an. Jeder einzelne von uns spürt, wie sehr unser Einzelschicksal von dem komplizierten Netz der globalen Marktverhältnisse abhängt. Viele, die jetzt an ihren Arbeitsplätzen in Schockstarre verharren, kehren aus Angst vor einem Jobverlust Konflikte unter den Teppich oder suchen sich Unbeteiligte als Blitzableiter. Ein ideales Umfeld für Mobbing. Der Druck steigt, das Hauen und Stechen wird stärker.

Bedauerlich. Es gibt nämlich viele Möglichkeiten, mit innerbetrieblichen Konflikten umzugehen, vorausgesetzt, man schaltet das Gehirn wieder an und kommt aus der Schockstarre - Coaching ist eine davon.

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18.5.09

Junge Führungskräfte - Offensive der Generation Doof?

Dass ich einen neuen Vorgesetzten bekommen würde, erfuhr ich so nebenbei erst
eine Woche vorher
, erzählte mir meine Klientin. Sie hat drei Abteilungen unter sich und beschreibt sich als gestandene Führungskraft, die seit 15 Jahren im Unternehmen ist.
Um genau diese fünfzehn Jahre ist der neue Chef nun jünger, genauso wie der Alte, das Unternehmen setze offenbar auf die Jung-Dynamischen, obwohl die keine Ahnung von Führung hätten, bemerkte meine Klientin verdrossen.

Einfühlung. Eine Fähigkeit im Repertoire der Persönlichen Entwicklung, die nicht jedem Menschen und nicht in allen Situationen gegeben ist. Wenn wir uns angegriffen fühlen, schon gar nicht. Meine Klientin fühlte sich angegriffen und konnte sich schon deshalb kaum vorstellen, warum ihr Chef sich so verhielt. Ihr Urteil: Diese Generation ist halt so - taktlos und rücksichtslos - und in dem Buch Generation Doof geben sie es ja auch noch zu.

Das Buch kann ich übrigens empfehlen - es ist gut recherchiert, mit Witz beobachtet und geschrieben, und liefert einen Einblick in das Daseinsempfinden der jetzt Anfang bis Mitte Dreissigjährigen - die Autoren sind im selben Alter. Ihre Generationsgenossen beschreiben sie abwechselnd als doof, ahnungslos, naiv oder ignorant. Einfühlung scheint zum Inventar dieser Generation nicht zu gehören.

Aber vielleicht können sie es ja lernen. Sowohl die Alten wie die Jungen. Dann sehen die Älteren möglicherweise mal, dass die Nichtachtung des Alters für die Jungen oft die einzige Möglichkeit ist, mit solchen gestandenen Führungskräften umzugehen. Und die Jungen, dass die doch noch Lernpotential haben....

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10.5.09

Karriereknick wegen fehlender Vorgesetzten-Pflege?

Die Entscheidung kam aus heiterem Himmel - Andreas P. bekam einen neuen Chef vor die Nase gesetzt, die sonstigen Strukturen blieben gleich. Ganz klar, das war ein Karriereknick. Er fühlte sich wie vor den Kopf geschlagen, und hatte schlaflose Nächte, in denen er sich fragte, was er trotz aller Überstunden und positiver Beurteilungen falsch gemacht hatte.

Dabei hatte er von Anfang an eine Ahnung. Wenn das Ganze etwas mit ihm und nicht mit undurchsichtigen und unabänderlichen Umstrukturierungen zu tun hatte, lief es nur auf eins hinaus: Er hatte das versäumt, was man neudeutsch manage your boss nennt. Ein paar Warnsignale hatte er wohl empfangen: Einladungen zu meetings, die er wegen der überbordenden Arbeit ausgeschlagen hatte. Im Kreis der Alphatiere hatte er sich zu selten gezeigt, auch die Kommunikation mit seinem bisherigen Vorgesetzten aufs Fachliche beschränkt. Sonst hätte er merken können, dass da manchmal Gesprächsbedarf bestand, der über das Tagesgeschäft hinaus ging - dass der Chef sich Entlastung wünschte, die er hätte organisieren können, oder wer weiß was für Erwartungen hatte. Wäre der Draht besser gewesen, dann hätte er dem Chef auch besser vermitteln können, wie hart er arbeitet, welche Erfolge er erzielt hat und welche Ziele er erreichen will.

Dass zu den vielen Tagesaufgaben, die der Job mit sich bringt, nun auch noch der Auftrag der Vorgesetztenpflege kommt, war ungewohnt für Andreas P. Das ist ja Stress pur, sagte er.
Schon möglich, aber das ist es auch, wenn man Fahrrad fahren lernt. Irgendwann kann man es und fällt nicht mehr auf die Nase.

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