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26.4.09

An Stressgeplagte: Macht bloß kein Coaching!

Manche haben Kreislauf, andere haben Stress.
Als Coach mit Downhifting-Beratung im Angebot treffe ich regelmäßig auf Menschen der letzteren Kategorie. Immer die Uhr und diverse elektronische Spielzeuge im Blick, eröffnen sie mir im Stakkato ihre Stress-Situation und hasten weiter.

Sie möchten einen Ausweg finden aus ihren Zeit-, und Belastungsnöten, aber schnell stellt sich heraus: Der Coaching-Termin ist Stress!
Beim Coaching muss man körperlich anwesend sein und kann so gar nichts anderes gleichzeitig machen! Ausserdem gibt es je nach Absprache auch noch Hausaufgaben, irgendwelche Reflektionsfragen oder was auch immer - wann soll man das denn machen, bitteschön??

Coaching bei Stress ist eine Paradoxie. Wer meint, keine Zeit zu haben, will meist auch keine investieren, um irgendwann mal welche zu haben. Der Tunnelblick der Stressgeplagten verhindert, Prioritäten in eigener Sache zu setzen. Stressbetroffene sehen nicht mehr, was gut für sie ist. Da hilft nur eins: Der Zusammenbruch, der den Stress zwangsweise beendet.

Wilhelm Busch wusste schon vor über einem Jahrhundert, was da auf uns zukommt:

Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah,
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,
Keine Stunde hatt er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
War er richtig auch dabei.

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19.4.09

Paradox oder gut beraten mit Bewerbungsratgebern?

Hin und wieder fragen meine Klienten nach Lesetipps für Bewerbungsratgeber. Da hat man die Qual der Wahl, es gibt ein paar, die einen aus jeder Buchhandlung angrinsen, also von ihren Verlagen optimal beworben werden. Bei näherem Hinsehen gibt es noch viele andere, die sich als Experten für Teilgebiete beim Bewerben anpreisen: Das Anschreiben, die Selbst-Präsentation, das Assessment-Center - es ist alles da, was das Herz begehrt.

Der Soziologe Stephan Voswinkel hat Ratgeber für Personaler und Kandidaten untersucht und meint, ein Paradox entdeckt zu haben: Während seiner Ansicht nach die Bewerbungs-Ratgeber eine offene, authentische Selbstdarstellung empfehlen, würden Ratgeber für Personalmanager zu Misstrauen und Kontrollstrategien raten. Demnach müsse ein Personaler hauptsächlich die Fassadentechniken des Kandidaten entlarven.

Was, fragt man sich nun, ist neu oder paradox daran?
Ist doch klar, dass im Vorstellungsgespräch mit unterschiedlichen Waffen gekämpft wird, dass überwiegend eine Seite geprüft wird und die andere prüft. So sind die Spielregeln, und beiden Seiten sind sie bekannt, darauf basiert die Rollenverteilung. Und außerdem gibt es einige Ratgeber, die auf das sogenannte Stress-Interview, also auf die entlarvenden Fragen von Seiten der Personaler, eingehen. Falls Sie also dem wissenschaftlichen Rätsel noch auf den Grund kommen, informieren Sie mich doch bitte....

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5.4.09

Coachingfrage: Entscheiden bei Stress und Tunnelblick?

Ich habe das Gefühl, ich arbeite so viel, dass ich gar nicht mehr klar denken kann, sagte mein Coaching-Klient. In der Tat zeigte sein Wochenplan, dass bei diesem Zeitmanagement abends gerade noch die Nahrungsaufnahme und, wie er das nannte, ein Absacker vor dem Fernseher möglich war. Gesprächig war er dann nicht mehr, berichtete er, seine Frau kannte das schon.

Nun hatte er aber eine wichtige Entscheidung zu treffen, über eine Beförderung, die ihm angeboten wurde. Ich sage Ihnen, ich weiß gar nicht, was ich davon halten soll. Mal denke ich, mach es, dann wieder, mach es nicht, ich habe überhaupt kein Gefühl mehr dafür, was richtig ist.

Wie meinem Klienten geht es den meisten Stressgeplagten: Sie können nicht mehr Prioritäten setzen, haben kein Bauchgefühl mehr. Sie kennen nur noch eins: Den Tunnelblick, der ihnen sagt, weitermachen, egal wie.

Wer nicht rechtzeitig die Reißleine zieht und Abstand gewinnt, um nachzudenken und zu fühlen, wird ziemlich sicher eine Fehlentscheidung treffen. Entscheidungen mit Tragweite brauchen Zeit. Stressgeplagte können nicht entscheiden, weil sie extrem fremdgesteuert sind und die Kontrolle über ihre eigene Zeit größtenteils verloren haben. Lassen Sie es nicht so weit kommen, liebe Leser - bleiben Sie Ihr eigener Zeitsouverän und retten Sie sich kleine Ruheinseln!

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