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22.3.09

Downshifting: Ziele erreichen, die für Sie passen.

Führungsposition, Firmenwagen, Geschäftsreisen, irgendwie ist mir das alles gar nicht mehr wichtig, sagt mein Klient. Vor drei, vier Jahren wollte ich es noch allen beweisen, aber inzwischen brauche ich das nicht mehr. Was ich brauche, ist mehr Zeit für mich und Zeit für Freunde und Familie.

Eine klare Ansage. Geht es Ihnen auch so, dass Sie merken, meine Werte haben sich geändert, aber draußen im Alltag ist alles noch gleich? Dass Sie gern Ihr Innen und Außen wieder ins Gleichgewicht bringen möchten?

Im neuen Sprachgebrauch nennt man das Downshifting oder Runterschalten auf das Wesentliche. Es wird gern missverstanden als Mittel gegen Stress - was auch stimmt, aber nur im Nebeneffekt. Runterschalten bedeutet, dass Sie erkennen, was Ihnen im Leben wichtig ist. Sie fragen also nicht mehr, passe ich in diese Firma?, sondern umgekehrt, passt diese Firma und dieser Job zu mir? Wenn Sie dabei konsequent sind, werden Sie sowieso weniger Stress erfahren, denn dann ist Ihr Innen und Außen im Einklang und Sie haben mehr selbstgesteuerte Zeit.

Ein Luxusproblem in diesen Zeiten, sagen Sie? Man hat ja keine Wahl mehr? Genau das ist der Punkt. Wenn Sie das glauben, haben Sie auch keine andere Wahl mehr. Wer tagtäglich in der sogenannten Mühle steckt, hat einen Tunnelblick. Da ist es hilfreich, mal Abstand zu nehmen und auf die Suche nach dem eigentlich Wichtigen zu gehen. Sich Ziele zu setzen, die für Sie passen - gerade in diesen Zeiten!

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15.3.09

Was passiert im Assessment-Center?

Immer beliebter scheint das Assessment-Center zu werden: Um sich auf sogenannt objektive Art von Menschen zu trennen, die in umstrukturierten Firmen keinen Platz mehr haben, oder um auf sogenannt objektive Art Bewerber anzuheuern. Die Methode soll fair und objektiv sein, übrigens geht sie auf Rekrutierungsverfahren der deutschen Wehrmacht und später der US Army zurück.

Das Verfahren ähnelt sich in allen größeren Unternehmen, aber worum es bei den einzelnen Übungen genau gehen soll, wird den Teilnehmern nicht mitgeteilt. Ist der Sinn und Zweck der Gruppendiskussion beispielsweise, Überzeugungskraft zu zeigen, also Führungskompetenz, oder die Fähigkeit, zuzuhören? Oder etwa Teamfähigkeit oder Schlagfertigkeit oder....? Für Teilnehmer ist das wie ein Hundertmeter-Lauf, bei dem derjenige siegt, der den besten Hüftschwung hat.

Wissenschaftlich ist die Methode umstritten ? siegen wirklich die Besten oder nur Streber, die sich gut vorbereitet haben? Würde ein Firmenchef oder eine Firmenchefin in einem solchen Test gut abschneiden? Vermutlich nicht. Wenn Sie an einer solchen Prüfung teilnehmen sollen, hilft nur eins: Gut vorbereiten und gute Miene machen zum undurchsichtigen Spiel!

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8.3.09

Coachingfrage: Fehlendes Vertrauen bei der Arbeit - Schein-Kultur

Ein Unternehmen im Umstrukturierungsprozess. Es geht um die sogenannte Effizienz, also darum, noch mehr Arbeit auf noch weniger Menschen zu verteilen. Eine Abteilung ist besonders betroffen: Alle Mitarbeiter, auch diejenigen, die seit langem dabei sind, sollen ein Assessment Center durchlaufen. So wird die Zukunftstauglichkeit der Mitarbeiter festgestellt. Es gibt offenbar niemanden, der nach all der Zeit eine individuelle Leistungsbeurteilung machen kann .
Das Urteil über Bleiben oder Gehen wird auf ein für die Geprüften undurchsichtiges Verfahren geschoben. Objektiv soll es sein. Ein offenes Misstrauensvotum ist es und noch dazu ein Beleg für die Unfähigkeit der Führungskräfte.

Wir lassen uns nach Norm xy zertifizieren , höre ich von einem Sprecher eines Weiterbildungsunternehmens. Dann können wir die staatlichen Fördergelder für das xyz-Programm beanspruchen. Wieder ein Standard-Verfahren, das Qualität belegen soll, aber im Grunde nur wirtschaftlichen Interessen dient. Dabei sollte doch spätestens nach dem allgemein bekannten Desaster mit den triple-a-rankings bekannt sein, was von solchen über einen Kamm geschorenen Qualitäts-Einstufungen zu halten ist: Nichts. Mehr Schein als Sein.

Fragen Sie sich nicht auch manchmal, was diese Schein-Kultur eigentlich soll? Einmal erzählte mir ein Coaching-Klient aus dem Personalmanagement, daß er sich selbst nicht einstellen würde: Er mache einen Job, für den er gar nicht die geeigneten Scheine und Qualifikationen mitbringe. So what? , würde man in England fragen, wo sich Menschen durch Learning by doing beweisen dürfen. Er macht seinen Job gut. Aber bei einer Umstrukturierung hätte er vermutlich das Nachsehen.

Die globale Wirtschaftskrise ist eine Vertrauenskrise, heißt es allenthalben. Sie kommt aus dem Kredit-Sektor. Credo bedeutet ich glaube. Aber niemand glaubt irgendwem mehr, vor allem vertraut niemand mehr dem eigenen Urteil. Oder ist keiner mehr in der Lage, selbst zu urteilen? Menschen in Prozessen haben sich das Selber-Denken abgewöhnt, sie laufen auf Auto-Pilot. Sie übernehmen auch keine Verantwortung für das, was sie tun. Schade ums Vertrauen. Denn Vertrauen ist ein Kredit auf die Zukunft.

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1.3.09

Kündigung, Neuorientierung: Soll ich eine Outplacement-Beratung machen?


Eine Freundin am Telefon. Aufgeregt erzählt sie, dass man ihr nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit einen Aufhebungsvertrag mit Outplacementberatung angeboten hat. Sie ist empört und sagt, sowas habe sie nicht verdient. Der Betriebsrat habe ihr auch abgeraten.

Nur etwa fünf Prozent der entlassenen deutschen Manager nutzen Outplacementberatung, obwohl die Erfolgsaussichten nach Aussagen der Branche bei 96 Prozent liegen. Das heisst, spätestens nach einem Jahr finden 96 Prozent der Beratenen eine neue, teils besser bezahlte Position. Je nach Anbieter umfasst die Leistung der Beratung die folgenden Elemente:

  • Bewerbungscoaching
  • Weiterbildungsberatung
  • Qualifizierungsmassnahmen
  • Existenzgründungsberatung
  • Unterstützung bei der Jobsuche
  • Bei unbefristetem outplacement: Beratung bis zum Bestehen der Probezeit

Dass Betriebsräte abraten, ist nicht verwunderlich. Sie finden, diese Massnahme verführe Einzelne zur Unterschrift des Aufhebungsvertrags und unterhöhle so die Solidarität und Organisiertheit. Was für eine Solidarität, mag man fragen, wenn man sich in der heutigen Arbeitswelt umschaut. Aber gut, das mag aus gewerkschaftlicher Sicht so sein. Für den einzelnen Betroffenen aber sind die Vorteile verlockend: Die Trennung vom bisherigen Arbeitgeber wird abgemildert, er bekommt vielseitige Unterstützung, kann den Einblick des Anbieters in den Arbeitsmarkt nutzen, und kommt nach relativ kurzer Zeit (momentan max. etwa 6 Monate) nahtlos in eine neue Position.

Beweglichkeit ist das Motto unsrer Zeit. Dazu gehört, Hilfsangebote annehmen zu können, egal, ob sie vom Unternehmen oder vom Coach oder Karriereberater kommen. Gutes Gelingen für Ihre Neuorientierung!

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