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22.2.09

Mehr Stress, mehr Konflikte: Mobbing

Die Einschläge kommen immer näher, so beschrieb unlängst ein Klient aus der Bankenbranche die Situation an seinem Arbeitsplatz. Die Folge: Die Angst geht um. Übrigens ein Wort, das wie Kindergarten und Blitz zu den wenigen gehört, die ins Englische importiert worden sind. So einen kurzen, knackigen Begriff für Existenzangst, der zudem alles mitbringt, wofür wir Deutschen aus Sicht der Briten gern stehen, kannte man auf der Insel nicht.

Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst, aufzumucken, Angst vor der Zukunft. Die Folge dieser kollektiven Duckhaltung? Es wird mehr Stress ertragen, es werden mehr Gesundheitsrisiken in Kauf genommen, der Druck steigt. Ein Ventil für den Druck sind Konflikte am Arbeitsplatz. Je weniger Ressourcen vermeintlich vorhanden sind, desto mehr ?Hauen und Stechen? gibt es am Job.

Schön wäre es, wenn in so einer Lage alle Betroffenen mehr zusammen halten würden. Ab und zu kommt das auch vor, aber nur, wenn sich einer findet, der das organisiert. Streik oder gemeinsames Handeln über den Betriebs-, oder Personalrat ist die eine Variante, Mobbing die andere. Wenn Sie glauben, dass Sie rausgemobbt werden sollen, dass sich also eine Gruppe von Kollegen oder ein Vorgesetzter darauf verlegt hat, Sie systematisch und beständig zu attackieren, hier ein paar Empfehlungen, die Ihnen im Umgang mit der Krise helfen könnten:
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, möglichst mit Zeugen für die einzeilen Vorfälle
  • Machen Sie sich ein klares Bild von den Beweggründen des/der Angreifer
  • Analysieren Sie genau das betriebliche Kräfteverhältnis: Welche Schwächen und Stärken haben Sie als Betroffener? Welche Macht und Schwächen hat/haben der/die Angreifer? Welche betrieblichen Probleme ermöglichen dieses Verhalten?
  • Entwerfen Sie aus dieser Analyse eine Kosten/Nutzen-Rechnung für sich: Lohnt es sich, in dem Verein zu bleiben und zu kämpfen oder ist ein neuer Arbeitsplatz für Sie persönlich die bessere Lösung?

Gutes Gelingen!

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15.2.09

Probezeit überstehen, wie geht das?

Gratulation. Sie haben den Arbeitsvertrag. Nur ein Ziel ist jetzt noch zu erreichen: Die Probezeit überstehen. Aber bedenken Sie: Es ist eine Probezeit für beide Seiten: Auch Sie als Firmen-Neuling oder Abteilungs-Neuling bekommen die Gelegenheit, zu testen, ob dieses Umfeld für Sie stimmt und ob es die gewünschten Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Für die Probezeit gibt es ein paar einfache Tipps - so einfach, dass sie bisweilen ignoriert werden.
  • Achten Sie auf die Sach- und auf die Beziehungsebene. Es kommt zum Beispiel nicht gut an, fachlich zu brillieren, also die übrigen Kollegen alt aussehen zu lassen und nur den Vorgesetzten zu beeindrucken. Wo viele Kollegen zusammen arbeiten, ist es wichtig, sich gut ins Team zu integrieren, um nicht gleich als Streber dazustehen.
  • Klären Sie möglichst früh die unausgesprochenen Erwartungen an Sie: An wen sollen Sie berichten? Welche Informationskanäle gibt es? Gibt es Konfliktparteien, zwischen deren Fronten Sie geraten könnten? Was ist für Sie ein ausgewogenes Arbeitspensum? Welche stillschweigenden Regeln gibt es? Wie ist die Firmensprache - eher locker oder eher förmlich?
  • Lassen Sie sich während der Probezeit Rückmeldungen vom Vorgesetzen geben, und nicht erst am Ende. So können Sie noch gegensteuern, falls etwas aus dem Ruder läuft.
  • Beobachten Sie die Mikropolitik und die sozialen Vernetzungen in der Firma. Gibt es Menschen, die viel Einfluss haben und die Sie in der Einarbeitungszeit - und bei Ihrer weiteren Karriere - unterstützen können?

Alles Gute für Ihren Einstieg in den neuen Job!

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8.2.09

Der Jobmarkt aus Sicht einer Personalerin oder einfach: Neue Ziele setzen!

Für gewöhnlich hängt die multimedial trainierte Menschheit ja an den Lippen von Wirtschaftsweisen und Psychologen, um sich die Welt erklären zu lassen. Aber keine Domäne bleibt unangefochten. Aus Amerika, dem Ursprungsland der modernen Wirtschaftsweisheiten, meldet sich dieser Tage via newsletter eine Personalberaterin namens Becky Regan zu Wort, um uns die Zukunft vorher zu sagen. Was verkündet die Augurin der weltweiten Wirtschaftskrise?

Erstens, dass Arbeitgeber gleichzeitig Personal abbauen und neu einstellen werden. Und dass Entlassungen das Hauptwerkzeug für Kostensenkungen seien. Bei einem Blick in Ihren Kaffeesatz heute morgen wäre Ihnen das möglicherweise auch eingefallen.

Zweitens, dass es mehr Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern geben wird. In einer Wirtschaftskrise seien Arbeitnehmer nämlich gestresst und besorgt um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Auch sei zu erwarten, dass das Arbeitspensum mit weniger Mitarbeitern zu erledigen sei, und auch daher würden Konflikte resultieren. Immer noch nichts Neues, sagen Sie? Dann werden Sie auch mit der dritten Betty-Regan-Vorhersage kaum zufrieden sein:

Das Jahr 2009 würde für viele HR-Professionals - also Personalverantwortliche - zur Nagelprobe, denn der Umgang mit Bewerbern und Mitarbeitern würde das Leben vieler dieser Menschen unmittelbar beinflussen. Und schliesslich würde wohl auch mit einer überdurchschnittlichen Fluktuation von Personalern zu rechnen sein. Hätten Sie´s gedacht? Frau Regan wollte einfach nur sagen, ich bin dann mal weg.

In Delphi soll ja auch viel heisser Dampf aufgestiegen sein. Ich frage Sie, wozu brauchen wir solche Botschaften? Um zu wissen, dass wir nichts wissen, aber jederzeit gern darüber reden? Weniger Schaumschlägerei und mehr Substanz würde gut tun, momentan. Die Arme hochkrempeln, Blockaden überwinden und neue Ziele setzen. Mut haben. Und rückblickend sagen, geht doch!

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1.2.09

Motivationstief Innere Kündigung - versauern Sie am Job?


Wie geht es Ihnen mit Ihrer Arbeit? Sind Sie rundum zufrieden, oder nur teilweise, oder fehlt Ihnen die Motivation ganz? Eines jener Beratungsunternehmen, die eigene Studien als PR-Instrument nutzen, sagt: Zwei Drittel der Deutschen machen Dienst nach Vorschrift, haben die Innere Kündigung seit langem fertig. Gründe: Fehlende Anerkennung, schlechte Personalführung. Folgen: Riesige gesamtwirtschaftliche Schäden von bis zu 109 Milliarden Euro im Jahr. Schöne Zahl, nebenbei bemerkt, klingt so fundiert. 100 Milliarden dagegen hätte etwas Erfundenes an sich. Botschaft zwischen den Zeilen: Manager, macht in Schadensbegrenzung und nutzt unsere Berater für eine Optimierung eurer Fruststrukturen.

Aber wozu schreibe ich das hier? Als Coach interessiert mich, was Motivationskrisen auslöst. Interessant ist aber auch die Frage, wieso Menschen den Zustand der Frustration so ergeben ertragen. Viele würden lieber heut als morgen den Job wechseln, wenn, ja wenn:

  • die Krise nicht wäre
  • es garantiert einen besseren Job gäbe
  • die Ehefrau nicht dagegen wäre
  • das Haus nicht abbezahlt werden müsste
  • Sie wüssten, wozu Sie sich in Ihrem Alter noch bewerben sollten

Das mögen aus Sicht der Betroffenen ernst zu nehmende Gründe sein, die gegen eine Veränderung sprechen. Aber was, wenn man diese Blockaden überwinden könnte? Wenn man die Ehefrau mit ins Boot nehmen könnte, um noch mal etwas zu wagen? Wenn man das Wagnis durch gute Planung und kluges Kalkül minimieren könnte? Man weniger Manschetten vor Bewerbungen hätte? Dann würden nicht so viele Menschen am Job versauern und manche Beratungsunternehmen hätten ein Rechtfertigungsproblem...

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