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30.11.08

Glosse: Sparsame Vorgesetzte

Es gibt ja nichts, was es nicht gibt. So erzählt man sich hin und wieder von Vorgesetzten, die so sparsam sind, dass sie morgens aufs Grüssen verzichten. Ist ja bekannt, dass die viersilbige Buchstaben-Kombination "Guten Morgen" einiges an Energie verzehrt, was anderswo effizienter eingesetzt werden kann. Führung ist schliesslich eine anspruchsvolle Aufgabe, ein Spiegel der Firmenkultur.

Neulich hörte ich von einem besonders energiebewussten Vorgesetzen aus der Finanzdienstleistungsbranche. Der ersparte sich gegenüber einem leitenden Angestellten, nennen wir ihn Christian S., das Kündigungsgespräch. Er schickte einen Kollegen zu Christian S., der am nächsten Tag seinen Urlaub antreten wollte, mit der Botschaft, er solle nach dem Urlaub nochmal einen Tag kommen und klar Schiff machen, er werde nicht mehr gebraucht. Jetzt werden Sie wahrscheinlich sagen, solche Chefs braucht auch keiner. Kannten Sie die Pointe schon? Christian S. kam drei Wochen später aus dem Urlaub zurück, um seinen Arbeitsplatz zu übergeben. Da war sein Vorgesetzter verschwunden - man hatte ihm gekündigt. Sparsamkeit lohnt sich wohl doch nicht immer....

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23.11.08

Suboptimales Gehalt - mehr Geld verhandeln

Erst letztens habe ich kapiert, warum das Phänomen, das jetzt als "Vertrauenskrise" firmiert, zuerst "subprime"-Krise genannt wurde. Sub heisst ja bekanntlich "unter", aber was hatte es mit dem "prime" auf sich? Ein Grundanstrich gegen Rost ..? Natürlich ist damit "von bester Qualität" gemeint und in Verbindung mit sub ist es so zu verstehen wie unser "suboptimal" - also als Beschönigung für "unterirdisch". Die Sub-prime Kunden in den USA waren unterirdisch, weil ohne Einkünfte, ohne Job und ohne Rücklagen.

Suboptimal ist in der hiesigen Arbeitswelt auch einiges, dazu gehört für einige, besonders, wenn sie weiblich sind, das Gehalt. Immer noch arbeiten Frauen in gleicher Position wie ihre männlichen Kollegen für 20 bis 25 Prozent weniger als Männer. Vielleicht sind Frauen ja einfach klüger und sagen sich, dafür arbeite ich dann auch nicht bis zum Umfallen, aber in vielen Fällen tun sie genau das, bei schlechterer Bezahlung. Wer glaubt, für seine Leistung unterirdisch entlohnt zu werden, kann das ändern: In einem Gespräch mit dem Vorgesetzten.

Manche Klienten, egal ob männlich oder weiblich, berichten mir von einem "mulmigen Gefühl", das sie vor so einem Gespräch haben. Ich finde es ja prima, auf die eigenen Gefühle zu achten, denn sie leisten nützliche Dienste, zum Beispiel zu warnen, aber manchmal hindern sie eine/n auch. Gehaltsverhandlungen sind eine von vielen Sportarten, die man beherrschen sollte im Berufsleben. Die Regeln und Hürden, die es dafür gibt, kann jeder "Professional" kennen lernen, und noch besser trainieren, zum Beispiel beim Coach. Es schadet nichts, gut vorbereitet in den Ring zu steigen, dann ist das Ergebnis bestimmt alles andere als suboptimal.

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16.11.08

Ein Quäntchen Trost - neue berufliche Perspektiven für Sie

Nichts ist mehr, wie es war: James Bond ist blond, rachsüchtig und witzlos, die Äktschen ist so opulent, dass das Kinopublikum reihenweise einschläft. Derweil kollabieren draussen virtuell die Bankentürme, Soll und Haben stehen mit aufgerissenen Flanken da. Das grosse Zittern geht durch die Nation, aber Läbbe geht weiter.

"Die Einschläge kommen näher", erzählt mir ein Klient aus jenen Bankentürmen. Ein Kriegsszenario auf Büroetagen mit Trittschalldämmung. Echte Kriege sehen anders aus, aber es sind wohl gerade die medial und durch Gerüchte vermittelten Schreckenszahlen, die uns glauben machen, wir sind im falschen Film. Angst ist kein guter Berater, das wissen wir alle.

Durch die Finanzkrise entlassen etliche Finanzdienstleister Mitarbeiter. Aber ein Karriereknick muss das nicht sein und schon gar nicht das Ende der Möglichkeiten. Im Rückblick ist so eine individuelle Krise oft ein Anfang, der neue Perspektiven birgt. Auch momentan gibt es in der Finanzbranche Vakanzen: Zum Beispiel suchen viele Private-Equity-Gesellschaften und Fusionsberater Leute. Aber davon abgesehen: Es gibt ein Leben nach dem Angestellen-Dasein, und viele Wege, dorthin zu kommen. Einer davon ist die Unterstützung durch Karriereberatung oder Coaching. Es nützt nichts, vor dem weltwirtschaftlichen Getöse die Augen zu schliessen. Behalten Sie lieber Ihre Arbeitsmarktfähigkeit im Blick und haben Sie keine Angst vor Neuanfängen - man lebt nur zweimal.

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9.11.08

Karrierechancen für Finanzdienstleister

Ende des Jahres gibt es noch zwei Karriermessen, die Ihnen auf die Sprünge helfen könnten, wenn Sie einen Einstieg im Banking-Sektor suchen. Einmal die JOBcon Finance in München, wo Personal- und Fachvertreter der teilnehmenden Unternehmen für Informations-, und Bewerbungsgespräche zur Verfügung stehen. Eine Woche später, am 11. und 12.12. dann in Brüssel die "Careers in Europe Fall Event", bei der sich Finanzdienstleister aus ganz Europa präsentieren. Viel Glück!

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2.11.08

Karriereplanung in Krisenzeiten: Keine Angst vor hohlen Kürbissen!

Was wären wir Europäer ohne amerikanische Rachegeschenke - bekamen wir Ende des Mittelalters die Syphilis und das Goldfieber, so dürfen wir uns heute mit Halloween und der US-Managementkultur herumschlagen.

So, liebe Blog-Leser, habe ich vor einem Jahr, am 27.10.07 mein Posting begonnen. Vergleichsweise harmlos, die Rachegeschenke damals, aus heutiger Sicht. Inzwischen ist aus dem hohlen Kürbis eine riesige Schreckensfratze geworden, die doch so klein und niedlich begonnen hatte: Erst als Subprime-Krise (rein amerikanisch!), dann wurde eine Banken-Krise draus (nur die Banken!), dann eine Finanzkrise (auch Ihre Finanzen!) und schliesslich eine Strukturkrise (auch die "Realwirtschaft", au weia!). Gibt es also irgendwo eine Irrealwirtschaft, die all das ausgelöst hat? Offenbar. Das Derivate-Handeln, also Luftnummern-Handeln in Echtzeit, also nicht wahrnehmbarer Zeit, hat schon etwas extrem Irreales. Das macht, jetzt, wo viele davon wissen, Angst. Dabei ist es Tag für Tag präsent, nur eben unsichtbar. Wie sagt Nassim Nicholas Taleb so schön, der im "Schwarzen Schwan" (so nennt er ein unerwartbares Ereignis) die Finanzmisere hat kommen sehen: "Die Logik des Schwarzen Schwans macht: das, was wir nicht wissen, viel bedeutungsvoller als das, was wir wissen."

Auch kein Trost, sagen Sie? Doch. Gerade für Ihre individuelle Lebens-, und Karriereplanung ist das tröstlich. Das heisst nämlich, dass unglaublich vieles nicht planbar ist. Es heisst, dass wir Adam Smith und all jene vergessen können, die behaupten, dass freie Märkte funktionieren, weil sie die Kompetenten und Wissenden zum Wohlstand befördern. Irrtum. Das Dilbert-Prinzip obsiegt. Intuiitiv zu wissen, was sich nicht zu wissen lohnt , darin besteht Lebenskunst in einer Welt der Informationsüberflutung. Und am besten überleben können die, die beweglich sind und möglichst viel ausprobieren und Chancen, wenn sie sich bieten, ergreifen. Also, liebe Leser, macht was aus Eurem Nicht-Wissen und lasst Euch von dem hohlen Kürbiskopf keine Angst einjagen!

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