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25.5.08

Unternehmenskultur wichtig für den Erfolg

Immer wieder höre ich von meinen Klienten, dass ihre Arbeit "in Schubladen verschwindet", nicht anerkannt oder "enteignet" wird, damit sich andere die Lorbeeren dafür holen können. Gegenseitige Wertschätzung scheint eine Seltenheit in deutschen Unternehmen zu sein.


Eigentlich kontraproduktiv, denn eine faire Unternehmenskultur ist erwiesenermassen ausschlaggebend für den Erfolg von Unternehmen. Besonders wichtig ist die Glaubwürdigkeit und Fairness der Führungskräfte, die berufliche Förderung der Mitarbeiter, deren beruflicher Stolz und Teamgeist und die Flexibilität des Arbeitgebers. Mitarbeiterorientierte und wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen haben durchschnittlich mehr als doppelt so viele aktiv-engagierte Beschäftigte als weniger erfolgreiche Firmen. Im übrigen sind die Führungskräfte wirtschaftlich erfolgreicher Unternehmen 100-prozentig von den Mitarbeitern als Ursache für den Erfolg überzeugt.

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17.5.08

Sich selbst coachen, wie geht das?

Haben Sie mein letztes Posting gelesen, da wo et um Aufschieberitis ging? Ich hatte meinen Lesern da u.a. die Empfehlung gegeben, eine Art individuellen Mantra-Spruch an den Spiegel zu kleben. Neee, kam bald darauf ein Einspruch von einer geschätzten und aufmerksamen Klientin: So geht das nicht. Sobald der Spruch ein paar Tage hängt, meinte sie, wird das Ding zur Dekoration. Man sieht es schlicht und einfach nicht mehr. Viel besser ist es, sagte sie, sich einen individuellen Strategie-Plan zu machen, und den jeden Tag oder bewusst zu einer bestimmten Zeit durchzugehen. Da ist was dran, oder?

Wenn Sie sich also selbst zu Ihren Zielen steuern oder coachen wollen, brauchen Sie zweierlei: Klarheit über Ihre Ziele und Vertrauen in Ihre Selbst-Steuerungskräfte. Das heisst ím Umkehrschluss, Sie dürfen auf Fremdsteuerung weitgehend verzichten. Also haben Sie mit einem Mal eine Menge Rechte:

  • Sie dürfen sich entscheiden, ohne sich zu rechtfertigen.
  • Sie dürfen Fehler machen, wenn Sie bereit sind, die Verantwortung für die Fehler zu übernehmen.
  • Sie dürfen Fragen nicht beantworten.
  • Sie dürfen sich vom guten Willen anderer unabhängig machen.
  • Sie dürfen "logische Argumente" ablehnen, wenn es um die Lösung Ihrer eigenen Probleme geht.
  • Sie dürfen darauf verzichten, auf Ansprüche oder Bedürfnisse anderer Menschen zu reagieren.
  • Sie haben das Recht, sich mit Ihren Charakterfehlern abzufinden und von Ihren Mitmenschen zu erwarten, dass sie das auch tun.

Und wenn ich all das tue, höre ich da einen Zyniker unter Ihnen sagen, bin ich am Ende allein. Tja, liebe Leser, ganz klar: Wie bei dem "Spiegel-Trick" oben geht es bei solchen "Selbst-Steuerungs-Regeln" immer auch um eine situativ angemessene Dosierung, sonst wird alles irgendwie zur sinnlosen Dekoration...

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10.5.08

Lieber morgen als heute - was tun bei Aufschieberitis?

Mein Coaching-Klient lächelt mich zerknirscht an. Die Hausaufgaben habe er nicht geschafft, sagt er - ich wisse ja, er leide unter "Aufschieberitis". Der Wunsch ist klar: Coach, erlöse mich von dem Übel, sagen die Augen, und sie wissen gleichzeitig: Nur er selbst kann das. Aber wie???

Zaubern kann ich nicht, aber es gibt ein paar allgemeine Tipps, hier sind sie:
  1. Gewinnen Sie Klarheit darüber, was Sie wirklich wollen und warum Sie es wollen. Vielleicht hilft es, sich einen "Mantra-Satz" an den Spiegel zu kleben, um daran erinnert zu werden. Oder weihen Sie Freunde, Partner, Mitbewohner oder Ihren Coach ein.
  2. Setzen Sie sich nur Ziele, die für Sie auch erreichen können, planen Sie, wie Sie das Ziel in verdauliche Zwischenetappen einteilen können.
  3. Überlegen Sie vorher, was Sie an der Zielerreichung hindern könnte und welche Blockaden es zu überwinden gilt.
  4. Setzen Sie sich einen Termin und einen Anreiz: Wenn Sie es bis dahin schaffen, belohnen Sie sich!
  5. Wenn nicht, überlegen Sie, woran es gelegen hat: Hatten Sie keinen Antrieb, oder "ist soviel dazwischen gekommen", d.h. Sie haben sich abbringen lassen von Ihrem Ziel? Was für einen Nutzen hatten Sie davon, ihr Ziel doch nicht zu erreichen? Ist der vielleicht wertvoller als der Anreiz, den Sie sich in Aussicht gestellt hatten?
  6. Geben Sie sich auf jeden Fall eine neue Chance. Niemand ändert sich von jetzt auf gleich, lassen Sie sich Zeit.


Am wichtigsten ist natürlich, dass Sie die Ursache für Ihr Aufschiebe-Verhalten finden. Sind Sie ausgebrannt, sehen Sie keinen echten Nutzen in dem, was Sie sich vornehmen, gehört das neue Ziel "eigentlich" gar nicht zu Ihnen? Und wenn Sie "den Wald vor lauter Bäumen" nicht sehen, holen Sie sich Unterstützung für Ihre Ursachen-Forschung!

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4.5.08

Ungenügend: Die Leistungsbeurteilung als Führungsinstrument

"Ich bin völlig falsch beurteilt worden", höre ich im Coaching. Nicht nur, dass dadurch die längst fällige Gehaltserhöhung wieder "verzögert" wird, auch der vom Klienten angestrebte Karriereweg scheint jetzt in den Sternen zu stehen.

Nirgendwo wird so gern und häufig zu Leistungsbeurteilungen als "Führungsinstrument" gegriffen wie in Deutschland. Ganze Abteilungen verwandeln sich in Klassenzimmer, aus Vorgesetzten werden Lehrer Lempels, alle beugen sich vor dem System und kaum jemand fühlt sich wohl dabei.

Das allerbeste ist freilich der "Leistungsvergleich", der veröffentlicht wird, um den "sportlichen Ehrgeiz" zu wecken. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie zeigt, dass die Qualität der geleisteten Arbeit signifikant sinkt, wenn solche Vergleiche allen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden. Noch deutlicher: Die Produktivität eines Unternehmens wird durch die Bekanntmachung eines Leistungsrankings reduziert.

Was ändert es? Reinhard Sprenger ruft seit Ewigkeiten in den Wald deutscher Unternehmen, dass die Leistungsbeurteilung obsolet und nur ein Zeichen für fehlenden Kontakt ist. Gleich dem Liebhaber, der "danach" fragt, "war ich gut?" Und was schallt aus dem Wald der Unternehmen zurück? "Lasst uns das gerecht und objektiv beurteilen...."

Mal ganz unter uns, liebe Leser. Gerechtigkeit ist sowieso ein Kinderglauben. Aber da sind wir wieder, wo wir angefangen haben: Firmen verwandeln sich in Schulen, Mitarbeiter werden zu Kindern. Was bin ich froh, dass ich seit acht Jahren schwänzen darf...

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Dr. Wiebke Sponagel
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