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27.4.08

Hilfe, ich bin zur Führungskraft aufgestiegen

Beim Flirten ist es essentiell, das Gegenüber aufmerksam wahrzunehmen. Zu sehen und zu fühlen, wer da ist und was diese Person einzigartig macht. Genauso ist es, wenn Sie eine neue Position antreten, und um so mehr, wenn es eine Führungsposition ist.

Viele neue Führungskräfte gehen mit einer Art naivem Pragmatismus ans Werk. Sie sagen sich, mein Ziel ist erst mal erreicht, und das wird schon, wenn ich erst mal die Ärmel aufkremple. Dann werden die neuen Aufgaben mit viel Begeisterung angepackt und plötzlich klemmt es überall. Widerstände machen sich bemerkbar, Hindernisse, Verzögerungen - vollkommen unerwartet. (?)

Ist doch eigentlich komisch. Vor Bewerbungsgesprächen scheuen Kandidaten kaum Kosten und Mühen, um sich optimal vorzubereiten. Beim Antritt der ersten Führungsposition im Leben aber gilt mehrheitlich das Beckenbauer-Prinzip "schaun mer mal."

So mancher Karriereknick könnte vermieden werden, wenn die oder der "Neue" den ungewohnten Führungsaufgaben mehr Aufmerksamkeit und Vorbereitung widmen würde. Zum Beispiel sollte sich die neue Führungskraft vorher einen Fragenkatalog erarbeiten, die um eigene Erwartungen und die von Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern kreisen. Sie sollte auch überlegen, welche Erfolgskriterien in dem System möglicherweise relevant sind.

Einfacher ist es freilich, sich wie vor der Bewerbung auch dafür einen Profi zu holen, der mitdenkt und begleitet. Einen Begleitcoach für die neue Führungsposition. Der hat vielleicht noch ein paar Tipps in der Schublade, damit aus Ihrem Flirt mit der neuen Stellung eine dauerhafte Beziehung wird...

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20.4.08

Ziele erreichen, Blockaden überwinden

Die mail wurde irgendwann am späten Nachmittag nordamerikanischer Zeit abgeschickt "danke für Ihre Unterstützung", hiess es darin, "ich habe den Job"!

Meine Klientin hatte ihr Ziel erreicht. Sie hat eine umkämpfte Stelle in den USA bekommen. Obwohl sie hochqualifiziert ist, hatte sie Bedenken - ob sie den dortigen Anforderungen gerecht wird, wie sie die Trennung vom Lebensgefährten bewältigen kann, ob die Sprachkenntnisse reichen, ob sie mit der Mentalität klar kommt. Sie hat diesen Hemmnissen oder möglichen Blockaden ins Auge geschaut und sich mit ihnen auseinander gesetzt.

Systemisch betrachtet hat sie die "schwachen Glieder" in ihrer Selbstbewusstseinskette während dem Coaching wahrgenommen und gestärkt. Ein System wächst solange, bis es durch einen Engpass begrenzt wird, sagt die "Theory of Constraints". Mehr dazu hier. Deshalb gilt es, Engpässe zu "weiten" - erst dann kann das "System", egal ob Mensch oder Unternehmen, wieder ungehindert "fliessen". Als aufmerksamer Leser bemerken Sie, dass ich hier nicht "funktionieren" schreibe, obwohl das zum Wortfeld des Systems besser passen würde. Ich habe halt etwas gegen Technokratendeutsch. Alles ist im Fluss, liebe Leser. Erkennen Sie Ihre Blockaden und kommen Sie gut an Ihre Ziele!

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13.4.08

Schwächen in der Bewerbung: Der "Karriereknick"

Lassen Sie mich mal mit Ihnen kalauern, liebe Leser: "Seien Sie nicht geknickt wegen so einem Karriereknick." Immer wieder erlebe ich Klienten, die im wahrsten Sinne des Wortes "geknickt" vor mir sitzen, weil ihr Lebenslauf an irgendeiner Stelle eine längere Pause, einen Seitwärts-, oder Rückschritt enthält.

So eine Delle im Lebenslauf, gemeinhin "Karriereknick" genannt, ist nichts besonderes. Es gibt keine geradlinigen Karrieren mehr, weil die Arbeitswelt ständig im Wandel ist. "Es gibt keine geradlinigen Lebensläufe mehr", ich weiss nicht, wie oft ich das - auch hier im Blog - schon gesagt habe, es nutzt nichts: Der Mensch mir gegenüber hat den Knick verinnerlicht. Er meint, sich verteidigen zu müssen, dafür, Kinder betreut, den Burnout kuriert oder ähnliches "für sich" getan zu haben.

Da ist natürlich etwas dran. Kein Personaler wird begeistert sein, wenn ein Kandidat zugibt, beispielsweise längere Zeit Erholung vom Burnout gebraucht zu haben. Grundsätzlich gilt die Wahrheitspflicht für die Bewerbungsunterlagen. Wenn Sie Schwächen haben, wegen derer der Arbeitgeber Sie von vornherein ausschließen würde, brauchen Sie diese aber nicht zu nennen. Schwachpunkte sind zum Beispiel chronische Krankheiten. Wenn die keinen direkten Einfluss auf den Beruf haben, brauchen Sie sie nicht zu erwähnen. Und wenn Sie einen burnout hinter sich haben und sich wieder erholt und einsatzfähig fühlen, müssen Sie auch das nicht sagen.

Ich persönlich finde es zwar besser, mit offenen Karten zu spielen und wenn, dann auch die ganze Akzeptanz der Arbeitgebers zu haben. Ein Arbeitgeber, der Menschen für Maschinen und burnout für "unvertretbar" hält, ist meines Erachtens seinerseits unvertretbar.

Also nochmal: Lassen Sie es nicht zu, dass so ein Knick Sie knickt. Knicken Sie?s einfach und sehen Sie mir meine Kalauer-Laune nach....

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6.4.08

Schlechte Erfahrungen im Bewerbungsgespräch

"Es war ein Albtraum," berichtet mein Klient. "Soetwas ist mir noch nie passiert."
Der Mann, der mir gegenüber sitzt, macht einen bodenständigen und kompetenten Eindruck. Er ist, sagen wir, Ende dreissig und hat eine überzeugende Karriere in der IT-Branche absolviert. Er hat immer auf seine "employability" geachtet, sich also trotz zeitfressender Projekte weitergebildet. Vor kurzem wollte er seiner Laufbahn die Krone aufsetzen und hat sich auf einen "Traumjob" beworben.

Ums kurz zu machen: Das Vorstellungsgespräch lief gründlich schief. Es wurden Fragen gestellt, die genau seine Achillesferse trafen - die Frage nach seinem Umgang mit Vorgesetzten war so eine. "Wissen Sie," erklärt er, "mit meinem momentanen Chef komme ich überhaupt nicht klar. Der ist menschlich einfach unfähig und als Führungskraft erst recht. Ich bin froh, dass ich ihm bei den Projekten kaum begegne." Da sei er dann ins Stottern gekommen wie ein Viertklässler und der Traumjob war geplatzt.

Auf der anderen Seite, sagt der Klient, habe er schon bei der Vorstellung "ein komisches Gefühl" gehabt - seine Ansprechpartner waren ihm so unsympatisch, dass er am liebsten "auf dem Absatz kehrt gemacht" hätte. Im Nachhinein ärgere er sich, dass er dem Impuls nicht gefolgt sei, und sich noch so eine Blösse gegeben habe.

Shit happens. Vielleicht ist es schon ungünstig, eine Stelle zum "Traumjob" hochzustilisieren. Hinzu kommt, dass man dummerweise ausser in der Karriereberatung kaum Gelegenheit hat, stressfrei so ein Gespräch zu "üben". Drum fehlt die Souveränität, in einem echten Bewerbunggespräch die "Notbremse" zu ziehen, wenn eine innere Stimme das empfiehlt.

"Das nächste Gespräch wird anders", sagt mein Klient jetzt. "Ich weiss, was ich kann und höre auf mein Bauchgefühl. Und um diesen "Traumjob" ist es nicht schad - hat nicht sollen sein."

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