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30.8.07

Kameratraining mal anders - mein ZDF-Interview über downshifting

"Die Palme etwas mehr links, jaaa, so... und gib mir mal ein bisserl Weiss..."
Der Tontechniker gähnt und hält ein weisses Blatt vor die Linse, der Kameramann ist hier zu Hause und gibt lässig Regieanweisungen. Die Journalistin vom ZDF rückt die Sessel zurecht und macht es sich bequem.

Nur ich fühle mich plötzlich unkommod und frage mich, ob das jetzt eine Neuauflage des Lindemann-Sketches von Loriot wird. Sie wissen schon, der Rentner mit dem Lottogewinn und der Boutique für die Tochter, der das Kamerateam zur Weissglut bringt, weil er sich ständig verhaspelt...

Aber da geht?s auch schon los. Frau Schmehl sagt aufmunternd "Interview?" - als wenn ich jetzt noch eine Wahl hätte! - und ich werde gefragt zu meinem Beratungsangebot für Berufstätige, die downshiften wollen. Ein paar Minuten später ist die Kassette voll, der Dreh ist fertig, alle Gerätschaften sind beseitigt und Hände werden jovial geschüttelt.

Der Beitrag ist am Dienstag abend im Heute-Journal gelaufen. Hier können Sie ihn im Internet sehen, wenn Sie vorher den "RealPlayer" aufrufen: www.zdf.de/ZDFmediathek/content/Runterschalten_baut_auf/228/225702

Inzwischen steht die Palme wieder an ihrem Platz und der Kameramann wohnt nicht mehr hier. Ich mache wieder mein Bewerbertraining mit der kleinen Videokamera und meinen Klienten, die sich vielleicht ein wenig unwohl dabei fühlen...

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24.8.07

Neue Perspektiven - auch für PERSPECTIVE COACHING

Dies ist mein hundertstes Posting, liebe Leser, und im September beginnt für mein Coaching-Unternehmen das achte Geschäftsjahr - die Gelegenheit, um Ihnen mal wieder in eigener Sache zu schreiben!

Mein Firmenjubiläum fängt prima an - nachdem ich bisher den Beratungsraum mit einer Kollegin geteilt hatte, bin ich jetzt in mein eigenes Beratungszentrum umgezogen. Ich erlebe also das, worum es meinen Klienten so oft geht: Einen Neuanfang.

Meine erste Klientin in den neuen Räumen beglückwünschte mich spontan ? hier kann man sich wohlfühlen, sagte sie. Auch wenn das ein bisserl wie bei einer Oskar-Verleihung klingt, muss ich das hier mal loswerden: Ich danke meinen Klienten für ihr Vertrauen und ihre Empfehlungen. Auf diesem Fundament konnte ich mein Kerngeschäft - Orientierungs- und Entscheidungscoachings, Begleitung in Führungspositionen, Downshifting-, und Karriereberatung - solide ausbauen und diesen Schritt machen.

Dass das Vertrauen auch in den neuen Räumen zuhause ist, da bin ich mir sicher. Und für alle Klienten, die bisher mit dem Zaunpfahl gewunken haben und sich aus dem Grüneburgweg einen Becher Kaffee mit zu mir in die Beratung nahmen: Nicht mehr nötig! Sie bekommen jetzt bei mir einen frischen Espresso oder Cappuccino - und den gesunden Tee gibt`s natürlich auch noch...!

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18.8.07

German Angst - besonders vor der Arbeitslosigkeit

Wir Deutschen haben englische Wörter übernommen, weil sie nützlich oder einfach nur "trendy" sind. Deutsche Wörter im Englischen sind eher selten - zu ihnen gehören "Kindergarten", "the Blitz" und "Angst". Das englischsprachige Wörterbüch erklärt, Angst sei eine akute aber unspezifische Furcht oder ein Begriff aus dem Existenzialismus, der aus der Bewusstheit resultiere, dass die Zukunft nicht vorherbestimmt sondern wähl-, bzw. planbar sei.

Inwieweit können wir die Zukunft planen - schon darüber würde es sich lohnen, ein posting zu schreiben, aber heute will ich auf etwas anderes hinaus.
Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung hat 12000 Bürger in Europa zu ihren Ängsten vor Arbeitsplatzverlust befragt. Raten Sie mal, wer die Liste anführt? Richtig, unter allen Europäern sind die Deutschen am besorgtesten, was ihre Arbeitsplatzsicherheit anbelangt. Zwei Drittel der Deutschen betrachten die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als eine der wichtigsten Aufgaben. In England sind es nur zwei Prozent. Was glauben Sie: Ist diese Angst vor dem Verlust der Arbeit eine gute Grundlage für Verhandlungen über Beförderung, Gehalt und sonstige Karrierefragen?

Mit anderen Vorzeichen versehen, könnten wir freilich sagen, wir sind halt sicherheitsbewusst. Nicht umsonst kommen von hier die schweren Limousinen und die Bausparer. Nur eine "Zukunfts-Versicherung" gibt es hierzulande noch nicht. Obwohl: So ab und zu habe ich den Eindruck, Coaching und Karriereberatung hätten irgendwas damit zu tun ...

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12.8.07

Karriere: Wie stehen Ihre Einstellungschancen? Zero Drag?

Gerade lese ich eine Studie aus den USA: "Keine Zeit", von der Soziologin Arlie Russel Hochschild. Leicht und locker geschrieben, hat sie bei der Ersterscheinung im Jahr 2002 in Deutschland eine lebhafte Diskussion losgetreten. Die Studie untersucht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der globalisierten Arbeitswelt, auch hier ein heisses Eisen.
Ich kann Ihnen die Lektüre nur empfehlen, denn erfahrungsgemäss verkosten wir Deutschen in unserer Managementkultur gern, was uns in den Staaten vorgekocht wird.

Ein Beispiel: Hochschild berichtet von einem neuen Modebegriff, der sich, ausgehend von Silicon Valley, in amerikanischen HR-Abteilungen ausbreitet: "Zero Drag", also zu Deutsch, Null Reibung. Sie denken an qualmende Reifen oder schräge Drag-Queens?

Nein, "Zero Drag" bedeutet soviel wie "ungebunden" und "ohne Verpflichtungen". Bewerber werden nach "Drag-Koeffizienten" eingestuft und eingestellt. Sie haben jeden Tag eine Stunde Fahrzeit zur Arbeit? Dann bekommen Sie eine Drag-Einheit. Sie sind verheiratet? Noch eine Einheit. Sie haben auch noch Kinder oder pflegebedürftige Familienangehörige? - Das kommt einem unterirdischen Drag-Konto gleich. Ein perfekter Zero-Drag-Beschäftigter ist ein junger Single-Mann ohne Kinder oder ein Vierzigjähriger, der mit einer Nur-Hausfrau verheiratet ist.

Ich weiss nicht, ob es Ihnen auch so geht, aber ich habe für eine solche Personalpolitik zero acceptance.

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3.8.07

Entscheidungscoaching: Wie soll ich mich entscheiden?

Der Mann sprach im Staccato. Es gehe um eine wichtige Personalentscheidung, die er zu treffen habe, und zwar subito. Ob wir wohl einen Termin ausmachen könnten für ein Entscheidungscoaching, heute oder morgen?

So hört sich das oft an, liebe Leser, wenn Menschen glauben, in Entscheidungsnöten zu sein. Da muss erst mal der Dampf raus - Zeit gewinnen heisst die Devise. Dann kann man sich, adagio, adagio, mit der Entscheidung befassen.

Die klassische Methode, eine Entscheidung anzugehen, habe, so sagen Management-Mythen, der amerikanische Aufklärer Benjamin Franklin erfunden: Machen Sie eine Pro- und Kontra-Liste und gehen Sie nach dem grössten Nutzen. Moralische Algebra nennt man dieses Vorgehen heutzutage. Sie unterstellt, dass wir Menschen logisch und kühl planend vorgehen. - Tun wir das?

Etliche Untersuchungen belegen inzwischen, dass dem nicht so ist. Wir entscheiden intuitiv, nach Bauchgefühl. Und was kaum jemand auf Anhieb glauben mag: Die Bauchentscheidung ist besser als die moralische Algebra. Sie lässt bewusst Informationen weg und konzentriert sich auf ein wichtiges Kriterium, "take the best" sagen die Entscheidungsforscher dazu.

In umfangreichen Tests wurde das intuitive Entscheiden einem komplizierten Rechenmodell, der multiplen Regressionsmethode, gegenüber gestellt. Ergebnis: Das Bauchgefühl hatte eine höhere Trefferquote als die langwierige Rechenmethode. Mehr zu den neuesten Erkenntnissen über Entscheidungen hier.

Schön und gut, sagte mein schnell sprechender Klient. Aber mein Bauchgefühl zieht mich mal hier, mal da hin...Auch dem Mann konnte geholfen werden. Coaching ist dazu da, neue Wege aufzuzeigen. Auch, um beispielsweise mit der inneren Unstimmigkeit umzugehen.

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Dr. Wiebke Sponagel
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