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28.7.07

Schwächen zeigen im Bewerbungsgespräch?

Der neueste Schrei im "HR-Marketing" heisst "employer branding". Falls Sie das jetzt nicht auf Anhieb verstehen, hier nochmal ohne Anglizismen: In der Vermarktung der Personalarbeit legt man neuerdings Wert darauf, das Unternehmen als "Arbeitgeber-Marke" darzustellen.

Dabei sollen die Stärken des Unternehmens in Bezug auf seine Arbeitskultur betont und in der Werbung bzw. in Stellenanzeigen "kommuniziert" werden. Der Zweck der Übung? Bewerber sollen wissen, was auf sie zukommt, und sich nur bewerben, wenn sie ins Unternehmen passen. Das wiederum will die mühselige Auswahlarbeit auf ein Minimum reduzieren.

Was dabei so alles publiziert wird, ist mitunter überraschend. Die Post zum Beispiel teilt in einer Broschüre über ihre Karrierechancen mit, dass nach einer Mitarbeiterbefragung zwei Drittel der Befragten mit ihren Vorgesetzen unzufrieden seien.

Kommentar des BWL-Professors Christoph Beck in managerseminare: Genauso suspekt, wie inzwischen ein gradliniger Lebenslauf sei, sei doch eine Firma ohne Makel. Schwächen einzugestehen sei doch charmant.

Naja, werden Sie sagen, wenn ein Riese wie die Post Schwächen zugibt, ist das bei genauem Hinsehen nicht verwunderlich - jeder Postkunde kennt die Horrorseiten des snailmail-Lieferanten. Aber kann ich das auch, als Bewerber?

Ich finde schon, freilich in Massen. Einer meiner Klienten beantwortete die Gretchen-Frage nach den Schwächen mit dem Eingeständnis, ein Langschläfer-Gen zu haben, dies aber abends ausgleichen zu können. Er wurde eingestellt und hatte bis 10 Uhr Zeit, am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Aber was ich Ihnen eigentlich sagen wollte: Schneiden Sie sich ein Scheibchen ab vom employer branding. Nennen Sie es "employee branding" oder einfach "Profil" und arbeiten Sie vor dem Interview Ihre fachlichen Stärken und Schlüsselkompetenzen heraus.
Dann können Sie so richtig mit Ihren Pfunden wuchern, ohne zu "charmant" sein zu müssen...

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21.7.07

Kann ich als Bewerber den Arbeitsvertrag mitgestalten?

Ob und inwieweit Sie das tun können, hängt von vielen Faktoren ab, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. Im Allgemeinen gilt, je höher die Qualifikation, je verantwortungsvoller die Position und je kleiner der Betrieb, desto grössere Einflussmöglichkeiten hat der Bewerber.

So konnten beispielsweise FH-und Uniabsolventen in 43 Prozent der Unternehmen ein Wörtchen bei der Vertragsgestaltung mitreden. Allerdings haben nur 14 Prozent der Angestellten in Deutschland einen solchen Abschluss. Ganz schlecht sind die Einfluss-möglichkeiten der Bewerber in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten: Bei 73 Prozent der befragten Firmen haben selbst Akademiker kaum eine Chance, eigene Vorstellungen in den Arbeitsvertrag einzubringen.

Das soll Sie aber nicht davon abbringen, eine Mitgestaltung zu versuchen. Nach meiner Erfahrung ist das Verhandlunggeschick des Bewerbers ausschlaggebend. Beispielsweise kann ein Unternehmen eine passende Stelle für einen Bewerber schaffen, wenn der die ausgeschriebene Position ablehnt, aber Interesse am Unternehmen zeigt - alles schon vorgekommen!

Und falls Sie Zweifel an Ihren Verhandlungskünsten haben, denken Sie an den guten alten Demosthenes, der - mit und ohne Kiesel im Mund - übte und übte, bis er einer der besten Redner im alten Griechenland war. Es gibt Fachleute, die Sie dabei unterstützen!

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14.7.07

Wie kann ich Stress abbauen? - Übung: Hören, wie der Moment klingt.

Geht es Ihnen manchmal so, dass Sie nach der "Abwicklung" eines möglichst reibungslosen Tagesablaufs abends gar nicht mehr wissen, wohin die Zeit gegangen ist?

Wenn Sie sich dann wünschen, sich und Ihre Zeit zu "sammeln", probieren Sie mal diese kleine Übung:
  • Suchen Sie sich einen ruhigen Ort zum innehalten und schliessen Sie die Augen. Konzentrieren Sie sich auf den Moment und auf sich.
  • Fragen Sie sich, in welcher Beziehung Sie momentan zu Ihrer Umwelt stehen und wer und was Sie jetzt gerade sind. Achten Sie auf Ihren Atem, auf die Geräusche um Sie herum. Gehen Sie mit Ihren Ohren ein bisschen in der Nachbarschaft spazieren und geben Sie sich dem Augenblick hin.

Wunderbar, wie gut so ein Moment klingen kann...

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6.7.07

Wie gesund sind Ihre Arbeitsbedingungen?

Hat Ihr Unternehmen einen hohen Krankenstand? Wenn ja, liegt das vielleicht an den Führungskräften. Das jedenfalls geht aus einer Studie hervor, die an der Uni Wuppertal für die Barmer Ersatzkasse erarbeitet worden ist. Nur gute Führung schafft Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit der Mitarbeiter erhält - und davon profitiert wieder das Unternehmen. Aber klar ist das ja schon lange...

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