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30.6.07

Wie wirken "Karrierefrauen"?

Neulich im Aufzug einer Frankfurter Bank. Ich trage rote City-Loafer und einen dunklen Hosenanzug. Der Lift ist gestoppte voll mit dezent duftenden Bankern im grau-blau-dunklen Einreiher. Da höre ich aus der letzten Reihe ein gerauntes "Ist doch bemerkenswert, Frauen und ihre Affinität zu Schuhen..."

Berufstätige Frauen weichen von der Einreiher-Norm ab. Sie haben lange oder kurze Haare, tragen Rock (Thatcher) oder Anzug (Merkel), sind sexy oder jenseits der Menopause und dürfen dann auch mal einen handfesten Witz riskieren (Madeleine Albright, cojones).

Eine Studie untersuchte vor kurzem, wie erfolgreiche Frauen wahrgenommen werden; die Ergebnisse sind im Journal of Applied Psychology nachzulesen (Heft 1/2007).

Junge Männer und Frauen erhielten die Unterlagen fiktiver Bewerber um eine Führungs-position. Sie sollten Sympathieurteile abgeben und erklären, wen sie sich als Chef wünschen würden. Wenn es sich um männliche Kandidaten handelte, wurden Durchsetzungsfähigkeit, Effizienz und Leistungsorientierung positiv gewertet, nicht aber bei Frauen. Frauen wurden als Führungskräfte abgelehnt, weil sie als unsympathisch, feindlich, intrigant, hart und nicht vertrauenswürdig eingeschätzt wurden. Das Rollenklischee, dass Frauen verständnisvoll, sozial, freundlich und duldsam zu sein haben, wurde also voll und ganz bestätigt. Nur wer als weibliche Führungskraft auch einige dieser "typisch weiblichen" Eigenschaften im Umgang mit den Mitarbeitern zeigt oder Mutter ist, kann laut Studie diese Ablehnung überwinden.

Leider kann ich das Ergebnis aus Sicht meiner Beratungen nur bestätigen, auch wenn Sie jetzt unken, Humbug, meine Statistik fälsche ich selbst. Althergebrachtes Rollendenken ist allgegenwärtig. Es hindert berufstätige Frauen mit "maskulinen Eigenschaften" bei ihrer Karriere ebenso wie Männer mit sogenannt weiblichen Seiten.

Der Bewunderer meiner Fussbekleidung räumte übrigens auf Rückfrage ein, selbst eine Schwäche für Schuhe zu haben...

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22.6.07

Was tun bei Mobbing?

"So wie der arbeitet, möchte ich gern mal Urlaub machen". Ist das noch ein Scherz oder schon Mobbing? Jeder Berufstätige hat Erfahrungen mit scharfzüngigen Kollegen oder Vorgesetzten - aber beim Mobbing geht es um die Systematik, mit der solche Attacken geführt werden.

Der Begriff passt gut, denn er bedeutet eigentlich "pöbeln" (engl. mob = Pöbel). Er wurde u.a. von dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz verwendet, um Angriffe zu beschreiben, die Tiergruppen gegen einzelne Tiere ausüben. Eine treffende Parallele, denn genau darum geht es laut Mobbing-Definition: "Regelmässige destruktive Kommunikation mit dem Ziel, den Adressaten zu beschädigen oder zu vertreiben."

Rechtlich befanden sich Mobbing-Betroffene lange Zeit auf unerkundetem Terrain, da nicht klar war, wie Mobbing juristisch einzuordnen ist. Inzwischen hat sich aber viel getan. Nach einem Urteil am Bundesarbeitsgericht Erfurt (Az. 8 AZR 709/06) z.B. sind Klagen wegen Mobbing nicht automatisch von den Fristen für Schadenersatz- und Entschädigungsansprüchen betroffen. Die Richter sahen die oben genannte Systematik des Mobbing-Geschehens als entscheidend an. Bei solchem "systematischen Mobbing" müssen auch länger zurückliegende Vorfälle berücksichtigt werden. Das Gericht gab damit einem Maschinenbauer Recht, der wegen systematischen Mobbings psychisch erkrankt war und Schadenersatz forderte.

Wenn Sie glauben, von Mobbing betroffen zu sein, ist der Rechtsweg also mittlerweile ein probates und aussichtsreiches Mittel. Aber auch diese Auseinandersetzung kostet Kraft und oft gibt es gerade in der Anfangsphase Möglichkeiten, den Konflikt anders zu lösen. Man muss sich nur zu helfen wissen - oder Hilfe und Unterstützung suchen.

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15.6.07

Es geht um Ihre Zeit - Neues zum Downshifting

Ich schalte das Radio ein, hr2 bringt einen Themenabend über "Meine Firma, mein Leben." Es geht um Unternehmen, deren Mitarbeiter von A bis Z gepampert werden - da gibt es eine Krabbelstube, eine Massage zwischendurch, günstige Fitness-, und Reiseangebote, gemeinsame "Events", Gesundheitschecks, einen Einkaufs-, Wasch-, und Bügelservice. Motto: Wir kümmern uns, verschwenden Sie Ihre Zeit nicht mit Nebensächlichem, geben Sie sie uns. Dieser Pakt, der eine totale Identifikation mit den Unternehmenszielen fordert, hat zwei Folgen: Die Mitarbeiter arbeiten bis zum Umfallen, weil sie meinen, sie hätten gegenüber soviel Freundlichkeit eine Bringschuld. Und ganz nebenbei verlieren sie ihre Urteilskraft, denn wer sich so umfassend identifiziert, hat keine Distanz mehr.

Andere Baustelle: Das OLG München (AZ 25 0 19798/03) urteilte kürzlich, dass eine Versicherung eine Berufsunfähigkeitsrente an einen Manager zu zahlen habe, der genau das getan hat: Arbeiten bis zum Umfallen. Nach 20 Jahren rund-um-die Uhr-Arbeit für einen Finanzdienstleister, der jährlich 14 Milliarden Euro umsetzt, erlitt er 2001 einen Zusammenbruch. Die Versicherung, bei der er eine Berufsunfähigkeits-Police abgeschlossen hatte, weigerte sich, zu zahlen. Die Sache ging durch die Instanzen, jetzt hat der Manager Recht erhalten: Er bekommt rückwirkend 148.00 Euro Rente ausbezahlt und 65.000 Euro Versicherungsbeiträge zurückerstattet.

Und schliesslich noch ein Puzzlestück zum Thema. Was, meinen Sie, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO zur grössten Gesundheitsgefahr für das 21. Jahrhundert erklärt? HIV? Die Vogelgrippe, den Rinderwahn, sonstige Seuchen? Nein, die Antwort lautet Stress. Die volkswirtschaftlichen Folgen von stressbedingten Krankheiten und Ausfällen sind enorm. Und was lernt die Volkswirtschaft daraus?

Solange die Gleichung "je grösser der Zeitmangel, desto wichtiger die Person" gilt, recht wenig, fürchte ich. Aber viele haben erkannt, dass Arbeitszeit Lebenszeit ist, und das nicht erst seit es das Label "Downshifting" gibt. Sie schalten zurück und nehmen weniger Einkommen in Kauf, für mehr Zeit, Selbstverantwortlichkeit und Sinn in ihrem Leben.
Auch ein Pakt, der eine Überlegung wert ist, finden Sie nicht?

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8.6.07

Auslandsaufenthalt: Machen Sie was draus

An dieser Stelle habe ich Ihnen schon öfters empfohlen, die Gelegenheit zu nutzen, wenn Sie beruflich ins Ausland gehen können. Egal, welchen Blickwinkel Sie auf die momentan viel diskutierte Globalisierung haben: Eine Erweiterung Ihres kulturellen Horizonts wird Ihnen nicht nur zu neuen Einsichten, sondern auch zu neuen Karrieremöglichkeiten verhelfen.
Etwa zwei Drittel der deutschen Personalmanager teilen einer Studie zufolge diese Meinung. Aus der Veröffentlichung geht auch hervor, dass Mitarbeiter in jedem dritten Unternehmen dazu tendieren, nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland den Arbeitgeber zu wechseln oder mehr Gehalt zu fordern.
Wie auch immer - Sie haben die Wahl!

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3.6.07

Deutsche Manager führen - in Bezug aufs Gehalt

Wenn Sie für Ihre Karriere nach den besten Verdienstmöglichkeiten in Europa suchen, gilt die Devise "bleib im Ländle". Ein Beratungsunternehmen hat europäische Managementgehälter aus 3671 Unternehmen in elf Ländern verglichen. Ergebnis: Am besten verdienen deutsche Manager.
Der Geschäftsführer eines Unternehmens mit bis zu 100 Mitarbeitern bekommt in Deutschland mit 274.000 Euro europaweit das höchste Jahresgehalt. 202.000 Euro sind dafür in Großbritannien aufgerufen, am wenigsten verdient ein CEO in dieser Kategorie in Irland (131.000 Euro). Auch in mittleren Unternehmen, die 100 bis 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, stecken deutsche Geschäftsführer das meiste Geld ein. Sie verdienen durchschnittlich 349.000 Euro, wieder gefolgt von Großbritannien mit 339.000 Euro und diesmal Irland mit 304.000 Euro.
Ob alle diese Bestverdiener verdienen, was sie verdienen, ist freilich eine andere Frage

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