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27.4.07

Karriereberatung: Gratulation zum neuen Job jenseits der 50!

Ab und zu, liebe Leser, läuft einem das Herz über vor Freude, und das würde man am liebsten ganz laut rausposaunen. So geht`s mir momentan - freuen Sie sich doch mit!

Gerade rief eine Klientin an, die ich als Karriereberaterin bei ihrer Stellensuche unterstützt habe. Es war das volle Programm: Vom Check der Bewerbungsunterlagen bis zum Video-Coaching für das Einstellungsgespräch. Und wie fing das Gespräch an? Sie sagte: "Frau Sponagel, gratulieren Sie mir mal!"

Sie hat ihren Traumjob in einer Firma mit prima Firmenkultur gefunden - und mir erlaubt, das hier mitzuteilen. Für sich besehen ist das natürlich noch nicht die grosse Glocke wert, an die ich es hänge, denn erfolgreiche Karriereberatungen gelingen mir durchaus öfters. Aber in ihrem Fall freue ich mich ganz besonders, denn sie hatte sich als Mittfünfzigerin als Problemfall gesehen und wollte meinen Beteuerungen, dass sich der Markt auch für diese Altersgruppe öffnet, nicht recht glauben.

Also, liebe Leser, die Nachricht, die es rauszuposaunen gilt, lautet: Es steht nicht nur in Studien und Statistiken, dass sich etwas tut für die sogenannten "Best Ager" - es passiert wirklich. Vorausgesetzt natürlich, die Mittfünfziger sind kompetent und haben "Schwung und Biss" wie meine Klientin - sonst nützt die beste Beratung nichts.

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19.4.07

Grundfrage im Coaching: Ist mein Coach ein Scharlatan?

Eine Frage wird mir im Erstgespräch nie gestellt: Sind Sie ein Scharlatan? Klar, die Frage ist potentiell gesichtsverletzend und deshalb kaum erwartbar. Aber möglicherweise kursiert sie in den Köpfen vieler Coaching-Interessenten. Und wenn man bedenkt, dass es, trotz oder wegen der Existenz von mittlerweile 24 Coaching-Verbänden, für Coaching keine standardisierten Qualitätskriterien gibt, ist das eine legitime Frage.

In der letzten Ausgabe des Manager Magazins (03/07) wurde über die schwarzen Schafe in der Coaching-Branche berichtet. Als typische Merkmale, auf die man als Klient achten sollte, nannte Autor Klaus Werle:
  1. Überhöhte und vage Honorarauskünfte, nachträglich in Rechnung gestellte aber vorher als kostenfrei angekündigte Erstgespräche, Drängen auf weitere Sitzungen.
  2. Guru-Gehabe: Coach gebärdet sich als allwissender Meister, eine gegenseitige Akzeptanz auf Augenhöhe ist nicht gegeben.
  3. Seelenstriptease: Coach verlangt vom Klienten, intime Dinge preiszugeben und Dinge zu tun, die dieser nicht möchte.

Welche Prinzipien eines soliden Coachings werden hier mit Füssen getreten? Die Transparenz der Prozessgestaltung, gegenseitiges Vertrauen und Freiwilligkeit des Klienten - sie alle sind nötig für den Erfolg der Beratung.

Wenn Sie als Klient Zweifel an der Lauterkeit oder Professionalität Ihres Beraters haben, sollten Sie die ansprechen. Vielleicht werden sie ausgeräumt, vielleicht auch bestätigt - auf jeden Fall gewinnen Sie darüber Klarheit.

Oder sind Sie einer der Klienten, die Scharlatane brauchen? Auch das steht in dem Artikel: Der Markt beantwortet die Nachfrage. Offensichtlich gibt es ein zunehmendes Bedürfnis nach Schaumschlägern und Wundertätern. -Wenn es hilft...

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12.4.07

Coachingthema Zeit: Sagen Sie "nein" zu multitasking!

Liebe Leser aus der Blogosphäre, letzte Woche schrieb Ihr Internet-Coach hier über das downshifting, den Trend zum einfachen Leben mit mehr Zeit für sich. Diese Woche geht es mir auch um Ihre Zeit, nämlich um das vermeintliche Zeitsparen durch "Multitasking".

Gleichzeitig mehrere Dinge tun, das nannte man früher miesepetrig "sich verzetteln". In der heutigen Berufswelt ist das nicht nur schick, sondern ein "must" unserer Gegenwarts-tauglichkeit geworden. Sie haben zwei Ohren und können Sie nicht gleichzeitig an zwei Telefonen reden und dabei in den Computer häckern? Sind Sie etwa ein Dinosaurier?

Selbst da, wo man sich ehedem "Zeit liess", nämlich beim Kennenlernen und Verlieben, ist neuerdings Multitasking angesagt: Speed-Dating heisst die Vorliebe moderner Paarungswilliger, an einem Abend 20 bis 30 Gleichgesinnte zu treffen, um mit möglichst wenig Zeitverlust einen geeigneten Kandidaten für das Lebensglück zu finden.

Zuviel Rennerei und zuwenig Zauber, sagen Sie? Willkommen im Klub der Dinos.
Nach einer im Januar erschienenen Studie sind wir, wenn?s um die Abläufe im Gehirn geht, wirklich eher Dinosaurier. Neurowissenschaftler der Vanderbilt-University zeigen, dass unser Gehirn gleichzeitig sich stellende Aufgaben nacheinander "abarbeitet", indem es sie in einer "neural queue", also einer neuronalen Anstell-Schlange organisiert. Dies bedeutet allerdings "Zeitverlust", beziehungsweise eine verlangsamte Reaktionszeit.

Die Nachricht schlug ein im Herkunftsland der Multitasker: Newscoverage selbst in der New York Times. Artikel darüber wurden sofort mit dem üblichen Warnschuss der "Management-Berater" garniert: Wirtschaftsbosse, überforderte Multitasker kosten Euch Milliardenverluste!!

Wem nutzt´s? Ihnen, liebe Leser, bestimmt. Denn Sie wissen jetzt: Sequenzielles Arbeiten ist besser und nebenbei auch stressfreier. Lassen Sie sich aber nicht zuviel Zeit damit, dieses Wissen auch umzusetzen..!

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5.4.07

Downshifting - einfacher leben als Wert

Machen Sie das auch so gern, einen heissen Espresso schlürfen und dabei Zeitung lesen? So einfach, so schön ist das, ein autoerotischer Moment, der anderswo in unserer Konsumwelt gnädig unter "Du darfst" firmiert.

Das Glück, sich etwas Einfaches zu gönnen, hat schon viele Namen bekommen, der Neueste heisst "downshifting" und kommt ? Sie erraten es, aus den Staaten. Dort hatte man im letzten Jahrhundert den "workaholic" erfunden, den Menschen, der zwanghaft arbeitet und nichts mehr kennt als Arbeit. Grund: Mit sich selbst kann er nur wenig anfangen - er oder sie weiss eigentlich nicht, dass Arbeitszeit Lebenszeit ist und wie man sie sinnvoll füllt.

48 Prozent der Amerikaner gaben laut DER SPIEGEL bei einer Umfrage an, dass sie eine Beförderung abgelehnt, eine Verminderung ihrer Arbeitszeit erwirkt oder gar vollkommen aussteigen sind aus der Überstundenmühle. Sie brechen auf in ein einfaches Leben, verzichten auf die vormals hohen Gratifikationen und nehmen sich Zeit. Sie erkunden, was für sie sinnvoll ist im Leben, bevor sich der Sargdeckel schliesst.

Gut, wenn workaholics auf die Art die Notbremse ziehen noch zu "Sinnen" kommen.
Bedauerlich allerdings, dass Zeit ein Luxusartikel geworden ist, den zu "besitzen" nur dem erlaubt sein soll, der vorher bis zur Selbstverleugnung gearbeitet hat.
Eine erholsame Osterzeit wünscht Ihnen
Wiebke Sponagel

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