"Tut mir leid," höre ich manchmal in meinen Beratungen, "da bin ich nicht zu gekommen".
Kombiniert mit einem freundlichen Dackelblick und ebensolchen Worten heisst das oft im Klartext, "Coach, kannst Du das für mich machen?"
Delegation ist prima, Delegation entlastet, und wenn ich als Coach bestimmte Dienstleistungen anbiete, die über die Beratung hinausgehen, ist das okay. ABER, liebe Leser, nicht okay ist es, wenn Sie als Klienten nur noch Ihrer eigenen Zeit "hinterher" rennen, nur noch "funktionieren" als Rädchen im Getriebe und kaum noch einen eigenen Gedanken fassen wollen oder können.
Immer wieder gibt es bestürzende Meldungen über die Zeit, die in Partnerschaften zum Miteinander Reden genutzt wird: Je nach Untersuchung variiert das von täglich sechs bis neun Minuten. Elektronische Zeitplaner verfügen über uns, nicht wir über sie: Jede Minute ist verplant, das gute alte Gespräch als Gedankenaustausch passt wohl nicht mehr ins Konzept. Es ist gekommen, wie Hannah Arendt es vor 50 Jahren in ihrer "vita activa" vorhergesagt hat: Wir leben in einer Arbeitsgesellschaft, die sich in Arbeit und Konsum erschöpft. Ein bisschen "vita contemplativa", zur Wiederherstellung unserer geistigen Integrität würde uns manchmal gut stehen.
Also, liebe Leser, denken Sie mal darüber nach und nehmen Sie sich Zeit dafür...
Labels: Coaching, Zeitmanagement