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30.8.06

Karriere: Lebensläufe optimieren - wann ist es Urkundenfälschung?

Eines der Kernstücke im Bewerbercoaching ist die Optimierung des Lebenslaufs. Dabei ist es wichtig, die persönlichen Daten optisch ansprechend, inhaltlich aussagekräftig und adressatenorientiert zu gestalten: Ihre besondere Eignung für die zur Disposition stehende Position muss klar erkennbar sein.
Klar, da fragt sich manchmal, wie weit geht das Optimieren und wann fängt die "Fälschung" an?

Obgleich das von Fall zu Fall zu entscheiden ist, erlaubt das Magazin "KARRIERE" jetzt Einblicke, wie es die Deutschen mit der Wahrheit im CV halten. Eine Überprüfung von 5000 Lebensläufen zeigte, dass bestimmte Berufsgruppen wie PR- und Werbefachleute ihre Lebensläufe gern fantasievoll ausschmücken, aber nicht so weit gehen, sie zu fälschen. Solche strafbaren Manipulationen kommen kaum vor.

Gern beschönigt werden Phasen der Arbeitslosigkeit: Arbeitszeiten werden verlängert, "Pausenzeiten" verkürzt. Auch Sprachkenntnisse sind ein weites Feld für Schönfärberei. Peinlich freilich, wenn man fliessende Englisch-Kenntnisse angibt und beim nicht angekündigten englischen Einstellungsgespräch ins Stottern kommt...
Meine Empfehlung: Lassen Sie jemanden vom Fach ein Auge auf Ihre Unterlagen werfen, damit Sie nicht zu "dick auftragen" und Erfolg haben!

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21.8.06

Rollen und Karriere: Frauen von Chefs überwiegend zu Hause

War das nicht amüsant, wie zu Beginn von Angela Merkels Kanzlerschaft im deutschen Blätterwald spekuliert wurde, welche Funktion nun ihr Mann habe? Erinnern Sie sich, wie bei ihrer Amtseinführung die Häme losging, dass ihr Mann präsent sein müsse? Im "Spiegel" wurde der führende Wissenschaftler als "Phantom" abgewatscht - die Rolle der "dekorativen Kanzlergattin" sollte nach allgemeiner Erwartungshaltung auf das maskuline Gegenstück eins zu eins übertragen werden.

Dass das nicht funktioniert, belegt jetzt auch ein Kurzbericht über das Rollenverhalten deutscher Führungskräfte.
Danach sind die Partnerinnen von männlichen Führungskräften überwiegend nicht berufstätig oder haben Teilzeitbeschäftigungen. Nur sieben Prozent von ihnen führen selbst. Umgekehrt aber sind die Partner von Frauen in Führungspositionen mehrheitlich vollzeiterwerbstätig oder selbst Führungskräfte.

Müssig, darüber zu spekulieren, wer es einfacher hat, eine Führungsposition in Deutschland zu bekommen - Männer oder Frauen. Aber ohne Zweifel gibt es noch viel zu tun im Rollendenken hierzulande.

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14.8.06

Coachingthema Wert(e)arbeit

Im Coaching geht es immer auch um Werte: Welche Werte bestimmen das Leben meiner Klienten, wie beieinflusst der allgemeine Wertewandel uns als Einzelne, Werte-Arbeit eben.

Unter "deutscher Wertarbeit" verstehen wir freilich etwas anderes, nämlich die Qualität und Wertbeständigkeit der Resultate unsrer Arbeit. Besonders wir Deutschen, heisst es immer, sind bereit, den Wert guter Arbeit anzuerkennen - wir legen gern etwas drauf für ökologische Produkte, für nachhaltig erzeugte Holzprodukte, für gute Dienstleistungen usw.

Schade nur, dass kaum jemand bereit zu sein scheint, die Wert-Arbeiter selbst angemessen zu honorieren und ihre Arbeitsplätze zu sichern. Eine ganze hochqualifizierte "Generation Praktikum" (Der Spiegel 31/06) arbeitet zu Minimalpreisen, ohne je eine Festanstellung zu. bekommen. Löhne und Gehälter in Deutschland stagnieren oder entwickeln sich nur schwach. Es heisst, einfache und mittlere Angestellte könnten froh sein, überhaupt noch Arbeit zu haben. Als Dankeschön erhalten Unternehmen regelmässig Geschenke von von ihrer Belegschaft: Überstunden, von denen nur noch 15 Prozent gezahlt werden.

Die Verantwortlichen für diese Prozesse haben inzwischen für sich eine "Anpassung an internationale Managergehälter" erreicht: Nach Angaben der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. sind die Gehälter der DAX-Vorstände von 2003 bis 2005 von 401 auf 486 Millionen Euro gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 21 Prozent. Einzelne Stimmen, z.B. Prof. Joachim Schwalbach von der Humboldt-Universität, mahnen an, dass es nur zwei Indikatoren für die Angemessenheit von Vorstandsgehältern gebe: Das Verhältnis zur Leistung der Unternehmen und das zu den restlichen internen Firmen-Gehältern - von beidem sind diese Zahlungen "abgekoppelt". Mit anderen Worten: Schizophren ist normal geworden.

Warum erzähle ich Ihnen das? Sie, meine Klienten und Leser, wissen das ja längst: Es sind genau diese Prozesse, die Sie dazu bewegen, Beratung in Anspruch zu nehmen und inmitten widersinniger Verhältnisse neue Perspektiven zu suchen. Ich glaube, ich wollte Ihnen einfach mal sagen, dass ich in dieser Hinsicht parteiisch, nämlich auf Ihrer Seite bin.

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5.8.06

Karriereberatung und Coaching: Gemeinsamer Klimmzug aus der Krise

In letzter Zeit ertappe ich mich gelegentlich dabei, dass ich die beiden Beratungstypen aus meinem Angebot, Coaching und Karriereberatung, zusammenbringe. "Eigentlich" hat jede Beratungsart eigene Schwerpunkte und Techniken.

Coaching, so wie ich es verstehe, ist ein Ansatz, der die Stärken meiner Klienten nutzt, um Langzeitperspektiven für's Leben zu entwickeln. Um das zu verdeutlichen, frage ich gern, "Stellen Sie sich vor, Sie sind am Ende Ihres Lebens angelangt und blicken zurück. Wie glauben Sie, sollte Ihr Leben dann aussehen?" Gut, liebe Leser, Sie wenden ein, dass ein Leben, auch wenn man es mal genau plant, nie genau nach Plan läuft. Stimmt. Dann kann man den Plan anpassen oder ändern. Aber die Wenigsten haben einen Lebensentwurf - sie leben vor sich hin und fragen irgendwann "wo bin ich jetzt eigentlich und wo soll?s mit mir noch hingehen?"

Karriereberatung dagegen konzentriert sich ziemlich pragmatisch auf kürzere Zeiträume. "Wo will ich beruflich in etwa 5 Jahren sein," so ist die Grundfrage. Dazu steht mir als Beraterin ein anderer "Werkzeugkoffer" zur Verfügung, z.B. Unterstützung für die Selbstpräsentation in der Bewerbungsphase.

Manchmal ist eine Kombination von beiden Ansätzen nötig und sinnvoll. Dann nämlich, wenn ein Klientenleben aus irgendeinem langfristig motivierten Grund beruflich in eine Krise gekommen ist. Eine Bankerin zum Beispiel gesteht sich ein, den Beruf nur aus Zweckgründen ergriffen zu haben und ist mittlerweile angeödet und frustriert. Sie weiss, dass ihr Job ihr relative Sicherheit bietet, sehnt sich aber nach einer Herausforderung auf einem ganz anderen Gebiet. Für so jemanden ist es sinnvoll, die Stärken beider Beratungstypen zu vereinen, um eine langfristige Perspektive mit "Hand und Fuss" zu entwickeln. Ich finde, gut ist, was nützt - Sie nicht auch?

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Dr. Wiebke Sponagel
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