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28.7.06

Coachingthema "Berufliche Entscheidung"

Gerade bereite ich mich auf ein Coaching vor, bei dem es um eine berufliche Entscheidung geht. Da kommt mir ein Satz meiner Freundin und Supervisorin in den Sinn, "wer sich entscheiden muss, weiss nicht, was er will".

Das klingt prägnant und provokativ, und ruft erst mal heftige "ja, aber...-Reaktionen" hervor. Vielleicht fehlen ja ein paar Worte in diesem Satz, und er müsste heissen, "wer lange Zeit für eine Entscheidung braucht, weiss (vorübergehend) nicht, was er will."

Entscheidungen für oder gegen etwas sind unser täglich Brot, sie fallen leicht, wir denken gar nicht mehr lang darüber nach. Aber eine Entscheidung für oder gegen einen Job, den beruflichen Umstieg oder ähnliches sprengt den Rahmen unserer Entscheidungsroutinen.

Eine solche Entscheidung schüttelt man nicht unbedingt aus dem Ärmel, es sei denn, man hat schon lange auf sie hingearbeitet. Wer kontinuierlich eine bestimmte Position angestrebt hat, wird sie ohne langes Zögern annnehmen, wenn das Angebot da ist. Von diesen Menschen heisst es dann, sie wissen, was sie wollen - sie sind auf die Entscheidungssituation vorbereitet.

Manche Entscheidungen brauchen einfach Zeit. In dieser Phase der Abwägung dürfen wir ruhig auch mal nicht wissen, was wir wollen. Nehmen wir uns die Zeit, es herauszufinden.

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21.7.06

Coaching: Über richtige Zeitpunkte, trotz Hitze

In England sind Sandstreuwagen unterwegs, um den schwimmenden Asphalt zu binden. Europa brütet unter einer Hitzeglocke, das Arbeiten wird anstrengend. Ich habe nun schon ein paar Anfragen bekommen, die in die freundlichen Worte gekleidet waren "Könnten Sie, trotz Hitze...?"

Trotz Hitze schreibe ich also einen Blog, ein P.S. zu meinem letzten Posting. Unser Nationalcoach hat die Nation inzwischen verlassen. Die Klinsmann-Verbrater von der Bild-Zeitung waren mit der Kamera dabei, als er durch eine Sperre ging - vielleicht am Flughafen, vielleicht am Dienstag, vielleicht auch irgendwo und irgendwann. Bilder sprechen, was man ihnen "unterstellt."

Das Klinsmann-Thema hat wie auf meiner Site auf vielen Coaching-Foren und Seiten ein Echo gefunden. Überwiegend heisst es, der Mann macht's richtig, er geht im richtigen Moment. Aber woher wissen die das? Sind alle "Insider", die die Ränke im DFB beurteilen können und Auguren, die die Zukunft sehen, dazu? Und selbst wenn es prognostizierbar wäre, dass "so ein Erfolg nicht wiederholbar" ist, was macht das? Würde ein Misserfolg bei der EM unseren Helden vom Sockel reissen?

Klinsi hätte bleiben sollen. Genau wie wir seinen Glückstaumel geteilt haben, teilen wir die Angst vorm Scheitern und die Hoffnung, es meistern zu können. Im Titel "Weltmeister der Herzen" ist das Misslingen schon mitgedacht, verziehen und bewundert. Der Mann hätte es uns weiter zeigen können, wie man mit Mann und Maus untergeht und wieder auftaucht, um weiter zu machen. Denn dass zu lernen ist die eigentliche "Coaching-Aufgabe" im Leben, oder?
Lassen Sie es sich gut gehen, trotz Hitze!

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13.7.06

Coaching durch Vertrauen - Wir sind Klinsmänner

Kaum ein Auge blieb trocken, als Klinsmann gestern auf allen Kanälen seinen Abschied erklärte. Er murmelte etwas von Burn-Out, sagte immer wieder "danke" ans Team, an die Nation. Da war auch dem Letzten klar: Der ist einer von uns, wir sind Klinsmänner.

Jeder deutsche Teamleiter hatte in den vergangenen Wochen eine Projektionsfläche für's eigene berufliche Freud und Leid: Der Betrieb wurde zum Spielfeld, die Vorgesetzten zu grantelnden DFB-Herren. Der schafft noch nicht mal die Vorrunde, hiess es, als die Weltmeisterschaft begann, und dann "fliegt" er. Genau jene Art von Misstrauen, die viele in ihrem Arbeitsumfeld erleben, ohne dass es einer offen ausspricht.

Der schwäbelnde Familienvater schaffte, wovon alle träumen: Er hatte Erfolg, Sympathien und am Ende noch absolute Entscheidungsfreiheit. Wieso? Vermutlich, weil er seinen "Jungs" vertraute, ihnen einen absoluten Erfolgs-Kredit gab - Vertrauen verleiht Flügel.

Was wäre also die lesson to be learnt fürs deutsche Management? - Bleibt Klinsmänner und vertraut Euren Mitarbeitern, anstatt Angst-Management zu betreiben und mit Entlassungen und anderen Repressalien zu drohen.
Der schwäbelnde Traum kuriert jetzt seinen Burn-Out aus. Und die Teamleiter in deutschen Unternehmen...?

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