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26.6.06

Coachingtrend "Störungen" - jenseits des Kanals

Was gibt's Neues im Heimatland des Coachings, frage ich mich ab und zu, und stöbere dann auf den Webseiten und -logs englischer Kollegen. Weshalb? Ganz einfach, weil viele dieser Trends mit etwas Verspätung in Deutschland als neues Geheimrezept ankommen.

So fand ich jetzt bei Tom Peters folgende Schlagzeile: "Re-Imagine. Business Excellence in a Disruptive Age". Aufhänger dieses Coaching-Konzepts sind die "disruptions", Störungen also, die von aussen oder innen kommen und den normalen Betriebsablauf vereiteln. Mehr noch, Peters nennt unser ganzes Zeitalter "disruptive", also mit Störungen durchsetzt.

Holla, welch ein kultureller Unterschied. Bei dem von der Kicker-WM verschriebenen Stimmungshoch hierzulande ist schon der Gedanke an Störungen störend. Politik? Streikende Ärzte? Hoher Krankenstand im Betrieb? Ineffiziente Prozesse im Projekt? Ehekrach? Stört alles. Nehmen wir ein paar Schlucke aus der Budweiser-Dose und geben wir uns der Fussball-Party hin.

Störungen als konstruktiv zu sehen und mit bzw. an ihnen zu arbeiten, davon sind viele von uns meilenweit entfernt. Störungen "gehören abgeschafft" - sie ins Daseins-Konzept zu integrieren, wäre hier wirklich neu. Na, mal sehen, was unsere Coaching-Gurus in ein paar Monaten verkünden, wenn die Sommerpause vorüber und business as usual ist ... vielleicht ein neues Coaching-Programm, das " Störungen als Plus im Leben" heisst?

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20.6.06

Karrierefaktor Jobzufriedenheit. Ältere sind zufriedener.

Wenn Sie mit Freude an die Arbeit gehen, gehören Sie zu den 64 Prozent der Deutschen, die das von sich behaupten. Jedoch scheint der Grad der Zufriedenheit vom Alter abzuhängen: Einer Studie zufolge sind Jüngere oft unterfordert und bemängeln , dass ihnen wenig Raum für die Verwirklichung eigener Ideen gelassen wird. Daraus folgt, dass Jüngere sich ihrem Unternehmen weniger verbunden fühlen und eher zum Jobwechsel bereit sind.

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12.6.06

Coaching: Mit klaren oder erreichbaren Zielen in die Zukunft?

Kennen Sie auch diese Paradoxien des Alltags?
Ein Laden propagiert "Kundenfreundlichkeit", und die Verkäuferin zuckt mit den Achseln, wenn Sie nach einer Variante fragen "wenn's da nicht dabei ist..." Eine Firma pocht darauf, dass ihre Mitarbeiter ihr "grösstes Asset" sind, und setzt ein Drittel davon frei. Jemand hat einen Unfall an Ihrem Wagen verursacht und fordert von Ihnen Schadensersatz... es gibt unzählige Beispiele.

Eine Paradoxie, die mir beruflich immer wieder begegnet, ist die in der Ratgeberliteratur verbreitete Erwartung, jeder Mensch müsse jederzeit in seinem Leben über einen genauen "Lebens- oder Zielplan" verfügen. Gerade liegt mir eine Stellenanzeige vor, die werbewirksam titelt "Mit klaren Zielen in die Zukunft". Als wenn das Leben ein Schaltplan wäre, der nur die richtigen "Einstellungen" braucht.

Bei den Lebensläufen, die ich kennen lerne, ist manches von Zufällen abhängig gewesen. Was vor fünf Jahren mal ein Lebensziel war, ist es jetzt vielleicht nicht mehr, weil sich inzwischen die Rahmenbedingungen geändert haben. Wer dem Wandel im Leben mit einem rigiden Zielplan begegnet, wird ins Straucheln kommen, egal wie klar die Ziele sind. Aber stellen Sie sich die Stellenanzeige mal mit dem Titel "Mit erreichbaren Zielen in die Zukunft" vor - klingt irgendwie gar nicht mehr nach dem üblichen Management-Verbalschaum.. .

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6.6.06

Karriere: Neue Generation in Führungspositionen

Vorbei die Zeiten, als Topmanager, wenn sie "ihren Hut nahmen", dies überwiegend aus eigener Initiative taten. Auch für CEOs ist die Leistungsorientierung spürbar gestiegen. Im vergangenen Jahr mussten weltweit mehr CEOs als je zuvor ihre Sessel räumen (s. Studie).
Im deutschsprachigen Raum wurde jeder zweite Geschäftsführer wegen angeblich mangelnder Leistung "gegangen", die wackeligsten Stühle waren in den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnologie zu finden. Über die Kosten dieser mit "golden handshake" abgemilderten Führungswechsel schweigt die Untersuchung. Bemerkenswert ist aber noch, dass jetzt eine völlig neue Generation in Deutschland in Führungspositionen ist: Waren die Vorstandschefs im Jahr 2003 noch durchschnittlich 52 Jahre alt, so sind sie in 2005 nur noch 45,8 Jahre. Ob hinter diesen "neuen" Managern auch neue Coaches stehen...?

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