Karriere: Arbeitszeit im Wandel: Binge-Working
Die System-Gastronomie, damit wir systematischer essen, work-life-balance, weil Ausgeglichenheit uncool klingt, JIT, damit mehr Laster unseren Strassenverkehr und Toll Collect bereichern.
Seit geraumer Zeit gibt es nun wieder einen schönen Begriff für unser Management-Vokabular, binge-working. Hoppla, sagen die Anglophilen unter Ihnen, das kannte ich doch bisher nur als binge-drinking, zu deutsch Koma-Saufen! Richtig assoziiert, aber hier geht es um Arbeit bis zum Umfallen, um maximalen Arbeitsaufwand mit - später! - maximalem Freizeitausgleich.
Zum Beispiel, manche von Ihnen kennen das aus der Projektarbeit, man arbeitet ein halbes Jahr dauernd, 12-14 Std. täglich, auch an Samstagen, und hat dann ein halbes Jahr frei. Oder, man arbeitet nur an drei Tagen die Woche 12 Std. und hat dafür ein verlängertes Wochenende, oder, oder, oder.
Offensichtlich gibt es quer durch unterschiedliche Altersgruppen eine Nachfrage nach solchen "flexiblen" Arbeitskonzepten, die periodisch extremen Arbeitseinsatz fordern. Firmen, heisst es, "kommen dem entgegen" und schaffen diese Arbeitsmodelle. Oder war es umgekehrt?
Flexibel sein ist eine Forderung unserer Zeit. Sie hat durchaus gute Seiten, wenn sie uns befähigt, aktiv am Wandel teilzunehmen.
Aber beim binge-working muss ich mein Coach-Haupt schütteln - das ist bedingungslose, temporäre Selbstaufgabe. Der Rhytmus arbeiten-schlafen-arbeiten bringt nur eins, er züchtet Maschinenmenschen ohne Sozialkontakte und ohne Bezug zu den eigenen Bedürfnissen.
Und was macht man, wenn die ganze work-life-balance eh beim Teufel ist? Binge-drinking. Vielleicht finden sich ein paar andere anonyme workaholics dafür....
Labels: Persönliche Entwicklung, Zeitmanagement

