Neue Gründerjahre?
Schauen wir doch mal, wie es steht mit dem Gründergeist. Eine Studie fand heraus, dass im Jahr 2004 in Deutschland 4,2 Mio Menschen selbstständig waren - mehr als je zuvor. Nehmen wir's positiv: Selbstständigkeit kann eine echte Perspektive für Orientierungssuchende sein. Allerdings standen 3 Mio Männern nur 1,25 Mio selbstständige Frauen gegenüber. Viele dieser Frauen verdienen sich laut Studie "ein Zubrot" mit der Selbstständigkeit - holla, da hat uns die Butterbrotsemantik der Fünfziger wieder! Schnell entsteht da die Gleichung "selbstständige Frau = semiprofessionell."
Im angestellten Erwerbsleben ist es ähnlich: Viele Frauen verdienen "etwas dazu", richten ihren Zeitplan nach Belangen der Familie, immer noch haben Frauen bei gleicher Beschäftigung kleinere Gehälter.
Na klar, liebe Leser, dafür gibt es allerhand Gründe und viele Menschen sind zufrieden mit der Zubrot-Rollenverteilung. Allerdings wird sie zum Hindernis für jede Gründerin, die es ernst meint mit ihrer Geschäftsidee: Sie muss einen doppelten Klimmzug machen, um ihre berufliche Kompetenz unter Beweis zu stellen. Da fällt mir gerade auf: Ein Mann ist ein Profi - und was ist eine Professionelle? Auch eine, die sich ein Zubrot verdient?
Mit herzlichen Grüssen aus der neuen Gründerzeit, Ihr Karrierecoach W. Sp.
Labels: Frauen und Karriere, Selbstständigkeit

