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30.12.05

Zum Jahreswechsel

Bevor Sie sich an's Feiern machen, liebe Leser, noch schnell etwas Sinnhaftes für Ihren Weg ins neue Jahr: Ein Gedicht von dem in diesem Jahr verstorbenen F. K. Waechter, dessen Zeichnungen und Gedichte so wunderbar aus dem prallen Leben kommen.

Die Gans erwacht' im fremden Forst
und lag in einem Adlerhorst
Sie sah sich um und sprach betroffen:
"Mein lieber Schwan! War ich besoffen!"

Na dann:
Kommen Sie gut ins Neue Jahr und die besten Perspektiven in 2006 wünscht Ihnen
Ihr Personal Coach Wiebke Sponagel

21.12.05

Weihnachtszeit, Zeit zum Nachdenken, vielleicht über Zeit?

Liebe Leser, bald haben Sie's geschafft: Der Vorweihnachtsstress ist vorbei und Sie können einen Takt langsamer leben, für ein paar Tage wenigstens. Ich mache das auch und habe Ihnen hier ganz faul ein paar Fragen aus meiner Tool-Kiste zusammengestellt: Fragen zum Umgang mit der Zeit, die, wie ich finde, gut in diese Zeit passen.

1.Will ich überhaupt Zeit haben? Bin ich bereit, Zeit als mein Gut oder unser Gut
zu betrachten?
2. Was ist mir wirklich wichtig?
4. Tue ich Dinge, die eigentlich andere tun sollten?
Wenn ja, warum? Was würde ich vermissen, wenn ich etwas nicht mehr täte?
5. Denke ich genügend nach, bevor ich handle? Oder beeile ich mich?
6. Lasse ich mich leicht unterbrechen? Wehre ich mich gegen Unterbrechungen?
z.B. mit Sprechstunden?
7. Schiebe ich Dinge immer wieder auf? Was spricht dagegen, etwas einfach zu tun?
8. Habe ich zuviel Kleinkram am Hals? Wer halst mir den denn auf? Kann ich dagegen
etwas tun?
9. Will ich perfekte Arbeit machen? Ist "gut genug" nicht manchmal auch ausreichend?
10 . Was will ich jetzt unternehmen, um meinen Umgang mit der Zeit zu verbessern?

Eine erholsame Weihnachtszeit wünscht Ihnen Wiebke Sponagel

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17.12.05

Übung zum Selbst-Coaching: Nach welchen Regeln ticken Sie?

Was, glauben Sie, hat Coaching mit Grammatik zu tun - nichts, auf den ersten Blick. Grammatik ist ein Regelsystem, nach dem Sprache funktioniert. Und Mentalgrammatik?

Damit meine ich das System von inneren Regeln, dem wir mehr oder weniger bewusst folgen. Oft werden sie auch "Glaubenssätze", "Lebensregeln" oder "mentale Konstrukte" genannt. Es sind grundlegende Annahmen, die unser Verhalten stark beeinflussen.

Sätze wie "Ich muss stark sein" oder "Ich muss anderen gefallen" oder "Ich muss perfekt sein". Sie zu erkennen ist wesentlich im Coaching, denn sie gehören zu den Grundpfeilern einer Persönlichkeit - mit ihnen gilt es zu arbeiten, wenn es um Veränderung geht.

Wenn Sie Ihre Leitsätze reflektieren möchten, schlage ich Ihnen folgende Übung vor:
1) Notieren Sie zwei bis drei der Regeln, die bisher für Sie unumstösslich waren.
2) Schreiben Sie jetzt zu jeder Regel das Gegenteil auf.
3) Stellen Sie sich das Reizvolle am gegenteiligen Verhalten vor. Welche Vorteile hätte es z.B., wenn Sie sich erlauben würden, auch mal Schwächen zu zeigen? Was würden Sie empfinden, wenn Sie die Alternativen ausleben würden?

Viel Erfolg beim Entdecken neuer Leitsätze wünscht Ihnen Wiebke Sponagel

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8.12.05

Über Maulwürfe, Burn Out und Arbeitsmarktfitness

Oft treffe ich in meiner Beratung auf Klienten, die von sich sagen, dass sie "mit Leib und Seele im Job aufgehen", bis Leib und Seele sich drastisch melden: Mit Burn-Out-Symptomen (Erschöpfung, Schlafstörungen etc.), die eine abrupte Pause angezeigt sein lassen.

Diese Pause ist dann der Moment, wo ich meine Klienten kennen lerne - das Warnsignal wird genutzt als Einstieg in die Reflektion der beruflichen Situation.

Diese Menschen fanden es bis dahin in Ordnung, täglich 12 Std. zu arbeiten. Plötzlich stellen sie fest, dass dieser Einsatz mittlerweile für selbstverständlich genommen und weder finanziell honoriert noch sonstwie anerkannt wird. Dass sie an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Kräfte gekommen sind. Sie fragen sich, ist es das wert?

Ich nenne diese Klienten meine Maulwürfe - sie buddeln unentwegt und wenn sie mal ans Tageslicht kommen, blinzeln sie verstört.

Bei all dem Buddeln haben viele von ihnen den Bezug zu sich selbst und Freunden und Familie verloren. Und noch etwas kann auf der Strecke bleiben: Die Arbeitsmarktfitness. Viele schuften so viel, dass sie vergessen, Ihren eigenen Wert am Markt hin und wieder zu überprüfen: Welche anderen Firmen/Tätigkeitsfelder kämen für mein Profil in Frage? Ist mein Gehalt noch realistisch? Wohin kann ich mich entwickeln?

Deshalb meine Empfehlung an alle Maulwürfe: Vergesst nicht Eure eigenen Belange und bleibt mit der Welt jenseits Eures Maulwurf-Baus in Kontakt.

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2.12.05

Weihnachtszeit - Hochsaison für Coaches und Therapeuten.

Weihnachten, in Deutschland das Fest der Familie, naht, und bei mir und Kollegen in Beratung und Therapie steppt der Bär.

Die Nachfrage für Beratung ist gross - woran liegt das?

Ein Grund, zumindest im Bereich Karriereberatung und Coaching ist wohl, dass mit dem Jahresende bei vielen Kündigungsfristen ablaufen - höchste Zeit also, sich neu zu orientieren. Aber es gibt auch weniger pragmatische Auslöser - z.B. das Jahresende, das üblicherweise mit guten Vorsätzen begangen werden will, soll, kann oder könnte...
Die Flut von "Jahresrückblicken" in den Medien, die viele von uns spiegeln mit der Frage "wie war dieses Jahr für mich und was könnte im Nächsten anders und besser laufen?"

Immer seltener wird die Weihnachtszeit religiös als Zeit der "inneren Einkehr" gefeiert - trotzdem, die Tage sind kürzer, die Zeit ist einfach introvertierter als der Sommer. Und gerade die hohen Erwartungen an ein harmonisches Familienfest werden notorisch enttäuscht - Weihnachten ist Konfliktzeit, statistisch Hochsaison für Familientherapeuten.

Die grundlegenden Veränderungen unserer Arbeitswelt haben deutliche Wirkungen im Familienleben: Es gibt keine Garantien mehr für Ausbildungsplätze, Arbeitsplatzerhalt und Rente. Unsicherheit kriecht ins familiäre Gefüge, das jenseits von Gefühlsbindungen zugleich eine Wirtschafts- und Planungseinheit ist. Die finanziellen Karten innerhalb einer Familie müssen unter Umständen schnell neu gemischt werden, wenn ein Ertragsbringer zeitweise ausfällt - entsprechend ändern sich die Rollen.

Wir müssen und können viel mehr entscheiden als in Zeiten, die eine "klassische Rollenverteilung" forderten. Wir könnten uns auch dafür entscheiden, auf die Heile-Welt-Inszenierung zu Weihnachten zu verzichten und Konflikte nicht unter den Teppich kehren zu wollen - aber das wäre noch so ein Aufbruch ins Ungewisse... neee, muss das sein, ausgerechnet zu Weihnachten?

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