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27.10.05

Karriereentscheidungen im Rückspiegel: Lieber was anderes!

Was mich in der Karriereberatung und im Coaching immer interessiert, ist das Verhältnis meiner Klienten zu ihrem Job. War Ihre Berufsentscheidung eine "Liebesheirat", oder eher eine "Vernunft-Ehe"? Wenn Sie heute nochmal anfangen könnten, würden Sie sich noch einmal für die gleiche Laufbahn entscheiden?

Genau diese Frage hat die amerikanische Personalberatung Korn/Ferry International in einer Studie 1700 Managern aus 96 Ländern gestellt.

Heraus kam, dass mehr als die Hälfte der befragten Manager ein anderes Fachgebiet wählen würden, wenn sie "nochmal von vorn" anfangen könnten. Bevor sie in den Ruhestand gehen, halten deshalb 62 Prozent auch einen einschneidenden Karrierewechsel für "höchst wahrscheinlich" und immerhin noch 26 Prozent für "wahrscheinlich".
Wahrscheinlich hin oder her - ein Karrierewechsel in der Lebensmitte ist aus verschiedensten Gründen erwartbar. Bekanntlich haben weder Liebesheirat noch Vernunftehe eine "eingebaute Haltbarkeitsgarantie"...

Informationen zur Studie

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20.10.05

Eine Übung für Sie: Neue Perspektiven entdecken

Diese Woche bin ich über eine Meinungsumfrage unter der Schirmherrschaft von Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker gestolpert, Perspektive Deutschland heisst sie. Da hebt ein altväterlich lächelnder Herr den Zeigefinger und raunt uns zu "und sagen Sie nicht, es hätte Sie keiner gefragt."
Na, wenn mich demnächst eine Firma zum Bungee-Jumping einlädt, weil ich artig geantwortet und angekreuzt habe " risikobereit", weiss ich, woher das kommt...

Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Deutschland sucht Perspektiven und viele Deutsche auch.
Nicht umsonst heisst mein Coaching- und Beratungsangebot seit fünf Jahren "PERSPECTIVE COACHING" : Ich unterstütze meine Klienten bei ihrer Suche nach neuen Berufs-und Lebensperspektiven.
Nun geht die Fähigkeit, neue Perspektiven zu finden einher mit der, individuelle Sichtweisen erweiteren und verändern zu können - Sie ahnten es schon.

Wenn Sie ausprobieren wollen, wie sich das anfühlt, biete ich Ihnen die folgende Übung in drei Schritten an. Nehmen Sie sich Zeit dafür- nur net hudele, wie die Schwaben sagen.
  1. Denken Sie an ein berufliches Problem, mit dem Sie vor Kurzem zu tun hatten. Was haben Sie unternommen?
  2. Machen Sie einen Gedankensprung und stellen Sie sich vor:
    - Sie sind eine/r Ihrer Kollegen/innen. Schlüpfen Sie in dessen Haut. Betrachten Sie das Problem aus seinen/ihren Augen.
    - Sie sind Ihr eigener Vorgesetzter/Ihre Vorgesetzte. Schlüpfen Sie in seine/ihre Haut. Betrachten Sie das Problem aus seiner/ihrer Sicht.
    - Sie sind ein Freund/eine Freundin. Betrachten Sie das Problem aus dessen/deren Blickwinkel.
    - Sie sind ein "externer Berater" - jemand, der Abstand zu Ihren Dingen und einen Blick für?s Wesentliche hat. Wie hätte er/sie das Problem angepackt?
  3. Gehen Sie zurück an den Ausgangspunkt und überlegen Sie: Welche Art von Denken zeichnet diese Menschen aus? Was an deren Sichtweisen haben Sie bisher "übersehen" und könnte für Sie nützlich sein? Wie können Sie diese "Denke" für sich selbst nutzbar machen?

Viel Erfolg beim Perspektiven entdecken wünscht Ihnen
W.Sp.

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17.10.05

Denken Sie, was Sie wollen!

Oder: Ich denke, also bin ich erfolgreich!

Neulich sagt eine Klientin zu mir, ich weiss gar nicht, was und wie ich noch denken soll: Die ständige Miesmacherei der Kollegen geht mir auf den Geist, aber Positive Thinking ist auch irgendwie out...

Wie recht sie hat. Ein Artikel im SPIEGEL, (31/05) belegt, dass diese Haltung nicht bei jedem funktioniert. Ein Potsdamer Psychologe, Thomas Langens, liess Studenten wochenlang ihre Erfolgsphantasien aufschreiben und fand heraus, dass Menschen mit grosser Misserfolgsangst durch die Positivtaktik eher gehemmt als angespornt werden.

Auch die in Hamburg und New York arbeitende Psychologin Gabriele Oettingen unterstützt dieses Ergebnis. Oettingen bat ihre Teilnehmer - Studenten beim Start ins Berufsleben - ihre positiven und negativen Tagträume während der Jobsuche festzuhalten. Das Resultat: Bewerber, die glaubten, ohne weitere Probleme eine interessante, gutbezahlte Stelle zu bekommen, erhielten deutlich weniger Angebote und später auch weniger Gehalt als Skeptiker.

Langens rät zu Selbsterkenntnis statt zu Positive Thinking. Wer sich lieber ein worst-case-scenario vorstellt, sollte dabei bleiben, denn er kann damit durchaus erfolgreich sein. Die Forschung kennt diesen Effekt von Schülern. Diejenigen, die vor einer Klassenarbeit "Das wird sowieso nichts" stöhnen, bringen oft die besten Ergebnisse zustande. Der Trick ist, nebenbei zu denken, "Also probiere ich es einfach mal."

Na dann, liebe Blog-Leser - denken Sie einfach, was Sie denken wollen und schauen Sie, ob das Ergebnis passt!

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11.10.05

Karriereentscheidung: Männer wollen Geld, Frauen Sicherheit

Nu isses raus: Wir kriegen eine Kanzlerin!
Was meinen Sie, liebe Blog-Leser, wird jetzt der vielbeschworene Ruck durch die Führungsetagen deutscher Unternehmen gehen, der mehr Frauen an die Macht bringt? Wird das Land aufmerkeln :-)?

Ich habe mich mal nach dem Status Quo umgesehen. Die folgenden Artikel zum Thema Karriereentscheidungen von Männern und Frauen und deren "Wert-Schätzung" lassen in dieser Hinsicht wenig Veränderung vermuten.
Früher hätte ich gesagt, Frauen, kommt in die Puschen. Mittlerweile frage ich mich, ob das so erstrebenswert ist. Ich sehe in meinen Beratungen, was selbst vergleichsweise bescheidene Macht u.U. mit Menschen macht - als Stichworte seien nur burnout und Selbstverlust genannt.
Aber vielleicht würden mehr Frauen das System ja ändern - was meinen Sie?

Frauen orientieren sich bei der Wahl eines neuen Arbeitsplatzes völlig anders als Männer. Für knapp die Hälfte der befragten Männer ist eine überdurchschnittliche Vergütung einer der Hauptgründe für einen Jobwechsel. Bei den weiblichen Berufstätigen spielt dagegen eine Gehaltssteigerung nur bei einem Drittel eine wichtige Rolle. Sie legen ebenso viel Wert auf einen Job, bei dem sie sich persönlich entfalten können. Für jede Fünfte ist bei der Arbeitgeberwahl auch die Sicherheit des neuen Arbeitsplatzes entscheidend; bei den Männern geben nur 12,5 Prozent die Jobsicherheit als Auswahlkriterium an. Das schlägt sich beim Verdienst nieder: Weit über die Hälfte der jungen Betriebswirtinnen (57 Prozent) verdient zwischen 30.000 und 50.000 Euro pro Jahr. Das Gros der jungen männlichen Berufstätigen kommt dagegen auf 40.000 bis 60.000 Euro. Ein Grund für das Gehaltsgefälle zwischen den Geschlechtern liegt in der Wahl der bevorzugten Branchen: Junge Frauen arbeiten am liebsten bei Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie. Bei den Männern stehen Arbeitgeber aus der Automobilindustrie, Unternehmensberatungen, IT-Branche und Investmentbanking hoch im Kurs - Branchen, in denen vergleichsweise gut gezahlt wird.
Quelle: KARRIERE -Newsletter OKT 05 unter Berufung auf eine aktuelle Studie des Recruiting-Dienstleisters Access. Für dieYoung-Professionals-Studie 2005 hat Access 1.614 junge Berufstätige aus dem kaufmännischen Bereich befragt.

Job- und Wirtschaftsmagazin Junge Karriere, 31. August 2004:
Mehr als die Hälfte der weiblichen Führungskräfte im mittleren Management verdient aktuell weniger als 50.000 Euro im Jahr. Damit ist das Gehalt für Frauen in Führungspositionen auf das Niveau von 1986 zurückgefallen. Bei den männlichen Kollegen ist der Rückgang wesentlich weniger prekär: Nur rund ein Viertel der Männer in Führungspositionen muss sich zurzeit mit einem vergleichbar niedrigen Verdienst zufrieden geben. Nicht nur beim Gehalt, sondern auch bei der Besetzung von Führungspositionen fallen deutsche Frauen im internationalen Vergleich zurück. Gerademal ein Zehntel der berufstätigen Frauen schafft es hierzulande auf den Chefsessel. Knapp die Hälfte der Deutschen macht dafür dieUnternehmen und männlich dominierte Führungsetagen verantwortlich.

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9.10.05

Wert-Schätzung: Was ist ein Coaching wert?

9. Oktober, Deutschland hängt führungs- und wettertechnisch im Nebel, und ich lade Sie, meine lieben Posting-Leser, zu ein paar klaren Gedanken über den Wert eines Coachings ein.

Schnäppchenjäger sein ist gegenwärtig in. Die Kosten steigen, und wer sparen kann, tut's. Markenartikel werden gern als "Sonderangebote" ergattert, und überall scheint die einzige Frage nicht die nach Inhalten und Qualität zu sein, sondern "machen Sie's auch billiger?"

Parallel zum allgemeinen Preisdruck aber verändert ein fundamentaler Wertewandel die "gefühlte Realität": Knapp sind nicht mehr Autos, Champagnerflaschen, Schränke oder Fernseher. Die Sehnsüchte richten sich nach "transmateriellen Gütern":

Zeit, Aufmerksamkeit, Ruhe, Klarheit.
Wer täglich bis zu 10 Std. arbeitet, kommt kaum mehr zu sich selbst.
Zeit zum Nachdenken über sich und die eigene Lebensführung wie im Coaching muss man sich nehmen. Muss man sie auch bezahlen wie ein Luxusgut?
Wechseln wir mal die Perspektive: "Eine Ware ist soviel wert, wie Arbeit in ihr steckt," sagt Marx, der gern auf anderer Leute Kosten gelebt hat.
Ohne weiter auf den Begriff Ware einzugehen - wieviel Arbeit steckt in der Leistung eines Coaches? In meinem Fall sind es, abgesehen von meiner akademischen Ausbildung, bisher gut drei Jahre Ausbildung, oder vulgärmaterialistisch: Für den Gegenwert meiner bisherigen Coaching-und Berater-Ausbildungen wäre ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen rüber gekommen. Ein Investment in mich, das auch weitergeht, um in meine Klienten Ideen und effektive Methoden investieren zu können. Und klar, abgesehen davon kommt noch die für den Klienten unsichtbare Arbeit der Vor-und Nachbereitung von Coaching-Sitzungen dazu.

Apropos unsichtbar.
Bei einer durchschnittlichen Autowerkstatt kostet den Kunden eine Arbeitsstunde 70.- Euro. Das schliesst ein: Sozialabgaben, bezahlten Urlaub, Kosten wie Werkstattmiete und -Ausstattung, etwas Gewinn. Eine Arbeitsstunde beim Zahnarzt kostet 300.- Euro. Und eine Coachingstunde?
Je nach Schwerpunkt, Zielgruppe und Renommee des Coaches kann das bei 100.- Euro anfangen, oberes Ende offen.
Aber: Die Werkzeuge in der Coaching-Werkstatt sind unsichtbar, das Auto, und besonders die Innenausstattung :-) zunächst auch, und ob der Karren ans Laufen kommt, zeigt sich erst noch ...:-)
Will heissen, wer sich coachen lässt, begibt sich erst mal ins "Unsichtbare". Da, im Unsichtbaren, braucht man Vertrauen, um Dinge sichtbar zu machen. Auch die angestrebten Veränderungen sind - trotz aller Anstrengungen, sie messbar zu machen - vielleicht nicht so greifbar wie etwa ein Satz neuer Reifen. Auf der anderen Seite: Ein neuer Job, eine neue Lebensstrategie, eine andere Karriere- oder Lebensperspektive - das sind schon deutliche, fühl- und erfahrbare Veränderungen.
Aber die wichtigste Frage zu unserer Wert-Schätzung ist doch:
Was ist es Ihnen wert, Ihr(e) Ziel(e) zu erreichen? Würden Sie sich für den Preis eines Coachings ebensogut einen Urlaub leisten, oder ein Theater-Abo, oder einen Laptop?
Wie würden Sie den Gegenwert für Ihre Zielerreichung beziffern? Ist die Entwicklung Ihrer Persönlichkeit, Ihrer beruflichen Perspektiven ein guter "return on investment?"

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3.10.05

Dritta Oktoba - rrrumms! Oder: Zur Schnelligkeit von Veränderungen

Menschenskinda, heut is dritta Oktoba, und det deutsche Volk feiat.
Allet kiekt nach Balin, und Balin kiekt uff uns.
Et jiebt Vasammlungen, allet janz schnieke, keener weeß, worum et jeht, irjendwie umme Einheit halt.
Denn steht da wieda eener oda gez ooch eene und hält ne Rede vonne Rummms, der durchet Land jehn soll.

Nee, allet wat recht is: Icke in mein' selbständjen Jemüseladen, ick merk nüscht davon.
Det deutsche Volk jeht bei mir aus und ein, kooft Jemüse, mault'n bissken über de Preise un' de blöde Politka und am nächsten Tach kommse wieda.
Ick sach denn, Tach, sahre ick, heut ham wa det un det, janz frische Waare, und ham Se wat vonne Rumms jemerkt?
Und denn sacht det Volk, nee, sachtet, da ha' ick jaa nüscht von jemerkt, ausser, det mein Nachbar vonnet Hochpachterre in mein Auto jerummst is, zwee Mille Schaaden, wat willste machen, na macht nüscht, Vasichrung zahlt.
Und denn kooft det Volk Jemüse, mault'n bissken über de Preise un de blöde Politika und, na Se wissen schon.
Jrüsse aus'n Jemüseladen, Ihre W.Sp.

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