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20.9.09

Alle tun es: Stress und der Herdentrieb

Ich kann das nicht, sagt mein Gegenüber, nennen wir ihn Mathias B. Ich kann doch nicht einfach abends um sieben gehen, wenn alle anderen noch da sind.

Mathias B klagt über massive Stresssymptome: Er kommt nachts nicht mehr zur Ruhe, hat keine Freude mehr an Treffen mit Freunden, arbeitet täglich mindestens zehn, oft auch zwölf Stunden. Er kann nicht mehr abschalten, sagt er. Was work-life-balance ist, weiß er längst nicht mehr.

Die Soziologie kennt den Begriff des Peergroup-Verhaltens: Je nach Alter und sozialem Stand ähneln sich die Verhaltensmuster innerhalb dieser Gruppen. Allgemeinsprachlich ist das der Herdentrieb. Menschen brauchen ein Zugehörigkeitsgefühl. Und da sie mindestens acht Stunden pro Tag mit anderen Menschen in Büros arbeiten, wo ihnen obendrein stets etwas vom Teamgeist vorgebetet wird, glauben sie, dieser Gruppe anzugehören. Sie passen ihr Verhalten dem der Gruppe an, die sie umgibt. Wer da ausschert, ist kein Kollege mehr, ist nicht einmal mehr ein Mensch. Die Gruppe hat eine Bezeichnung für solche Abweichler: Kollegenschwein.

Abzuweichen vom Gruppenverhalten braucht Mut und innere Festigkeit - auch die dieser Tage oft geforderte Zivilcourage gehört dazu. Wer das nicht kann, wird früher oder später auf dem Altar des Teamgeists verbrannt - burnout heißt das neudeutsch.

Aber es gibt auch andere Gruppen, andere Verhaltensmuster, andere Denkweisen. Beispiel:
http://www.ipph-darmstadt.de/index2.php?content1=aktuelles
Und mit dem anders Denken fängt es üblicherweise an, sich neu und anders zu verhalten. Wäre ein Gedanke wert, oder?

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