Wie setze ich die richtigen Prioritäten?
Freilich, mein Klient kennt die A-B-C-Methode.
A-Aufgaben sind solche, die am wichtigsten sind und nur von dem Betroffenen selbst ausgeführt werden können. Statistisch gesehen machen sie nur 15 Prozent der Aufgaben aus, mit denen man sich an einem Tag befasst.
B-Aufgaben sind von mittelmäßiger Wichtigkeit und können auch schon teilweise delegiert werden. Etwa 20 Prozent des Tagwerks belaufen sich angeblich auf diese Art von Arbeiten.
Der Rest - ungefähr 65 Prozent - ist Routinekram: Lesen, Telefonieren, Verwalten. Vieles davon kann auch mal abgegeben werden.
Aber der Deibel hockt ja bekanntlich im Detail. Es geht nicht nur um anonyme Aufgaben, sondern auch um persönliche Verpflichtungen und Interessen. Dem einen Kunden ist man eher zugeneigt, dem anderen weniger. Dem Vorgesetzten will man zeigen, wie effizient man arbeitet, um bei der nächsten Leistungsbeurteilung besser weg zu kommen. Einen Kollegen, der immer mit Informationen mauert, will man auch mal ausbremsen.
Und obendrein sind alle ja stets mit der Demonstration ihrer Wichtigkeit beschäftigt - wie kann es da sein, dass fünfundsechzig Prozent der täglichen Routine einfach nur Routine sind? Wichtig, wichtig - alles ist wichtig - da verliert man, wenn man dem Mehrheitsgetue Glauben schenkt, schnell mal den Überblick...
Labels: Leistungsbeurteilung, Prioritäten setzen, Urteilskraft


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