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31.5.09

Umgang mit der Krise - durch Angst und Mobbing?

In Deckung gehen ist ein bewährtes Krisenverhalten: Man macht sich klein, fällt nicht weiter auf, und taucht erst wieder auf, wenn die Bedrohung vorüber ist. Das kann lebensrettend sein. Schwierig wird es allerdings, wenn die geduckte Haltung in eine Gliederstarre übergeht, die einem das Blut abschnürt.

Ein Klient berichtete mir neulich von der, wie er es nannte, Schockstarre in seinem Arbeitsumfeld. Er arbeitet in einer Bank und beobachtet, wie seine Kollegen seit Monaten in Deckung gehen, um den allgegenwärtigen Umstrukturierungen zu entgehen. Selbst ein Großmaul, der sich gern mal mit seinen Vorgesetzten angelegt habe, sei momentan auffallend zahm nach oben. Mit seinen Kollegen und Mitarbeitern allerdings nicht, sagt er - die hätten zur Zeit allerhand auszuhalten. Wie lang, fragte er, ist so eine Atmosphäre noch zu ertragen?

Die Krise, die als Subprimekrise, dann als Finanzkrise und schließlich als Weltwirtschaftkrise daher kam, hält an. Jeder einzelne von uns spürt, wie sehr unser Einzelschicksal von dem komplizierten Netz der globalen Marktverhältnisse abhängt. Viele, die jetzt an ihren Arbeitsplätzen in Schockstarre verharren, kehren aus Angst vor einem Jobverlust Konflikte unter den Teppich oder suchen sich Unbeteiligte als Blitzableiter. Ein ideales Umfeld für Mobbing. Der Druck steigt, das Hauen und Stechen wird stärker.

Bedauerlich. Es gibt nämlich viele Möglichkeiten, mit innerbetrieblichen Konflikten umzugehen, vorausgesetzt, man schaltet das Gehirn wieder an und kommt aus der Schockstarre - Coaching ist eine davon.

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