Karriereknick wegen fehlender Vorgesetzten-Pflege?
Dabei hatte er von Anfang an eine Ahnung. Wenn das Ganze etwas mit ihm und nicht mit undurchsichtigen und unabänderlichen Umstrukturierungen zu tun hatte, lief es nur auf eins hinaus: Er hatte das versäumt, was man neudeutsch manage your boss nennt. Ein paar Warnsignale hatte er wohl empfangen: Einladungen zu meetings, die er wegen der überbordenden Arbeit ausgeschlagen hatte. Im Kreis der Alphatiere hatte er sich zu selten gezeigt, auch die Kommunikation mit seinem bisherigen Vorgesetzten aufs Fachliche beschränkt. Sonst hätte er merken können, dass da manchmal Gesprächsbedarf bestand, der über das Tagesgeschäft hinaus ging - dass der Chef sich Entlastung wünschte, die er hätte organisieren können, oder wer weiß was für Erwartungen hatte. Wäre der Draht besser gewesen, dann hätte er dem Chef auch besser vermitteln können, wie hart er arbeitet, welche Erfolge er erzielt hat und welche Ziele er erreichen will.
Dass zu den vielen Tagesaufgaben, die der Job mit sich bringt, nun auch noch der Auftrag der Vorgesetztenpflege kommt, war ungewohnt für Andreas P. Das ist ja Stress pur, sagte er.
Schon möglich, aber das ist es auch, wenn man Fahrrad fahren lernt. Irgendwann kann man es und fällt nicht mehr auf die Nase.
Labels: Karriereknick, Ziele erreichen


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