Coachingfrage: Fehlendes Vertrauen bei der Arbeit - Schein-Kultur
Wir lassen uns nach Norm xy zertifizieren , höre ich von einem Sprecher eines Weiterbildungsunternehmens. Dann können wir die staatlichen Fördergelder für das xyz-Programm beanspruchen. Wieder ein Standard-Verfahren, das Qualität belegen soll, aber im Grunde nur wirtschaftlichen Interessen dient. Dabei sollte doch spätestens nach dem allgemein bekannten Desaster mit den triple-a-rankings bekannt sein, was von solchen über einen Kamm geschorenen Qualitäts-Einstufungen zu halten ist: Nichts. Mehr Schein als Sein.
Fragen Sie sich nicht auch manchmal, was diese Schein-Kultur eigentlich soll? Einmal erzählte mir ein Coaching-Klient aus dem Personalmanagement, daß er sich selbst nicht einstellen würde: Er mache einen Job, für den er gar nicht die geeigneten Scheine und Qualifikationen mitbringe. So what? , würde man in England fragen, wo sich Menschen durch Learning by doing beweisen dürfen. Er macht seinen Job gut. Aber bei einer Umstrukturierung hätte er vermutlich das Nachsehen.
Die globale Wirtschaftskrise ist eine Vertrauenskrise, heißt es allenthalben. Sie kommt aus dem Kredit-Sektor. Credo bedeutet ich glaube. Aber niemand glaubt irgendwem mehr, vor allem vertraut niemand mehr dem eigenen Urteil. Oder ist keiner mehr in der Lage, selbst zu urteilen? Menschen in Prozessen haben sich das Selber-Denken abgewöhnt, sie laufen auf Auto-Pilot. Sie übernehmen auch keine Verantwortung für das, was sie tun. Schade ums Vertrauen. Denn Vertrauen ist ein Kredit auf die Zukunft.
Labels: assessment center, Coaching, Leistungsbeurteilung, Urteilskraft, Vertrauen


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